Die Fähre Ferchland-Grieben fährt wieder. Pünktlich um 8 Uhr begann am Sonnabend die feierliche Zeremonie zur Wiedereinweihung, nun in Regie der Gemeinde Elbe-Parey. Bis zuletzt war es alles andere als sicher, ob nach der Insolvenz des privaten Fähreigners dieser Termin eingehalten werden könnte. Doch auf eine erneute Verschiebung ließ man sich in Elbe-Parey nicht ein.

Ferchland. Viele hatten sich an diesem sonnigen Sonnabendmorgen an der Ferchländer Fährstelle eingefunden - auch einige von der anderen Elbseite, obwohl bis dahin noch der Umweg über die Tangermünder Brücke notwendig war. "Ich kann strahlen", freute sich Birgit Schäfer, Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Tangerhütte. Sie richtete ein Dankeschön an die Gemeinde Elbe-Parey dafür, dass es gelungen sei, diesen Kraftakt zu bewältigen. "Der Anteil Ihrer Seite war sehr groß! Wir wünschen uns, dass viele die Fähre nutzen. Nur so kann sie lange erhalten bleiben."

"Haben Sie daran geglaubt?" richtete Elbe-Pareys Bürgermeisterin Jutta Mannewitz zum Auftakt eine Frage an alle. Das stürmische Wetter der vergangenen Tage sei symbolisch gewesen dafür, was in Sachen Fähre passierte, gewährte sie ein wenig Einblick in die harten Kämpfe um eine Lösung, die trotz des Starts der Fähre noch längst nicht zu Ende gekämpft sind. Dass es die richtige Entscheidung war, daran ließ sie keinen Zweifel und verpackte die Geschichte der Fährverbindung in eine Geschichte eines Brückenbauers, der Verantwortung für die übernimmt, die nach ihm kommen. Diese "Brücke" verbinde die Altmark mit dem Jerichower Land, fördere Wirtschaft und Tourismus, sagte Jutta Mannewitz. Für diese Brücke seien Stützpfeiler notwendig. Einer davon sei der Gemeinderat Elbe-Parey, der die Entscheidung mitgetragen habe, ein weitere die Mitabeiter an ihrer Seite, "die mehr tun als ihre Pflicht."

"Es ist eine gute, wohlüberlegte Entscheidung, die von mir voll und ganz mitgetragen wird", betonte Lothar Finzelberg, Landrat des Jerichower Landes. Überzeugt fügte er an: "Wir wissen, dass ein wirtschaftlicher Betrieb der Fähre möglich ist." Wie wichtig die Fähre ist, haben viele Bürger mit ihrer Anwesenheit an diesem Morgen unterstrichen, betonte der Landrat.

Zu den Anwesenden zählte auch Pfarrer Andreas Breit, der der Fähre den Segen mit auf den Weg gab. Weiterhin Carsten Pietrzak, der sich im Kreistag für den Erhalt der Fährverbindung zu Wort gemeldet hatte. Er und Ursula Lüde stifteten an diesem Morgen auch Brötchen beziehungsweise Sekt. Mit dabei war auch Familie Barthel. Ohne die Unterstützung der Schiffswerft Barthel wäre es nicht zu machen gewesen, bedankte sich Jutta Mannewitz. Und Landtagsabgeordneter Detlef Radke (CDU) war dabei, der sich auch für die Fähre engagiert hatte und dessen Hilfe in dieser Sache auch noch weiterhin gebracht werden wird. Er sei überdies ein regelmäßiger Nutzer der Fähre, sagte er: Jeden Montag zwischen 14 und 15 Uhr komme er herüber.

Auch Pfarrer Breit freute sich, die Fähre umgehend nutzen zu können: "Mit einer der ersten Fahrten werden die neuen Kirchenbänke für die Pareyer Kirche herüber kommen", kündigte er an.