Am späten Montagnachmittag sind die Maschinen eingetroffen, am Dienstag wurde früh begonnen, die Schwarzdecke in die neue Zufahrtstraße zum künftigen Parkplatz am Kloster und zu den Grundstücken dahinter einzubringen. Parallel gehen auch im Klostermuseum die Bauarbeiten gut voran. Für Besucher bedeutet das zwar Einschränkungen, findet aber dennoch große Akzeptanz.

Jerichow. Am Dienstagvormittag ist Jan Wißgott, Leiter der Stiftungsverwaltung, wieder mitten in einer der zahllosen Bauberatungen. Oben im Museumsraum des Ostflügels wird gerade besprochen, wie es weitergeht. Viel es hier schon passiert: Sämtliche Räume zum Innenhof hin sind verschwunden - die Büros, der Raum, der einst als "Klostercafé" bekannt war, die Lagerräume, die kleine Werkstatt. Auch die Toiletten gegenüber sind weg, so dass zusätzliche Fenster frei wurden und nun viel Licht in den großen Raum dringt. Etliche neue Balken stützen die Decke, die zum Teil auch erneuert wurde.

Nebenan, wo es noch im vorigen Jahr Vorführungen zu Backsteinherstellung gab, gibt ein Fenster den Blick nach draußen frei - allerdings nur vorübergegend. Der alte Stall beziehungsweise Maischekeller dahinter hat schon ein neues Dach. In die Lücke dazwischen wird das neue Treppen- haus mit Fahrstuhl eingebaut und der Durchgang zum Museum geöffnet, bevor das Dach geschlossen wird.

"Wir liegen gut in der Zeit", sagt Jan Wißgott. "Es wird an allen Fronten gearbeitet. Wir gehen davon aus, dass in vier bis sechs Wochen die Rohbauphase abgeschlossen ist."

Haupteingang ist bis Ostern wieder frei

Bis Ostern werden die Dachdercker am Ostflügel fertig sein, so dass dann auch das Gerüst abgebaut ist und die Besucher wieder den gewohnten Eingang nutzen können, kündigt er an. Eine Herausforderung ist es schon, bei laufendem Besucherbetrieb zu arbeiten - Rücksichtnahme und Toleranz sind auf beiden Seiten notwendig, sowohl bei den vielen Bauleuten der verschiedenen Gewerke als auch bei den besuchern, die von überall her kommen und eigentlich ein bedeutendes historisches Bauerk und keine Baustelle besuchen wollen. Aber die Akzeptanz für das, was hier gemacht wird, sei groß, freut sich Wißgott. "Sie freuen sich sehr, dass etwas passiert." Einer habe mal sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass aus dem recht traurigen Umfeld endlich ein touristisches Ausflugsziel entstehe.

Auch beim künftigen Empfangsgebäude, das wie Zufahrtsstraße und Parkplatz Teil des großen Infrastrukturprojekts mit Millionenförderung ist, geht es inzwischen gut voran. Von dem alten Schafstall war nicht mehr viel übrig geblieben. Ein Neubau wäre mit Sicherheit billiger gewesen - doch es galt, das denkmal- geschützte Gebäude zu erhalten, soweit es eben geht.

Wendehammer zum Klostergartenfest fertig

Das Dach ist inzwischen komplett erneuert, die Traufen sind fertig, die Panoramafenster drin, so dass es nun an den Innenausbau gehen kann, erklärt Wißgott. Jede Menge Ziegel dafür liegen drinnen schon bereit.

Mit dem Ausbau des Wendehammers vorm Kloster soll am 16. Mai begonnen werden. Ziel sei, dass dieser bis zum Klostergartenfest am 16. und 17. Juli fertig ist, so dass es auch zum Klostergarten eine ordentliche Zuwegung gibt.

Bereits zu Ostern soll der Klostershop wieder geöffnet werden, denn an den Feiertagen kommen erfahrungsgemäß zahlreiche Besucher hierher. Der Zeitpunkt passt gut, denn dann soll der Haupteingang auch wieder zugänglich sein, so dass der Shop in der alten Brennerei problemlos zu erreichen ist.

Lohnenswert ist jetzt im Frühling auch ein Abstecher in den Klostergarten. Auch dort gebe es manches Neue für die Besucher, verriet Wißgott. "Es läuft hervorragend", ist er begeistert von der Entwicklung.