Der Ausbau des DSL-Netzes in der Einheitsgemeinde Stadt Jerichow geht in den Endspurt. Bis 30. Juni soll laut vertraglicher Vereinbarung das Projekt abgeschlossen sein. Vertragspartner der Stadt Jerichow ist die Firma Arche NetVision GmbH, Sitz Wilhelmshafen. Das Projekt wird zu etwa 84 Prozent gefördert.

Jerichow. Noch in diesem Sommer wird fast jeder Einwohner der Einheitsgemeinde Jerichow, der es möchte, mit bis zu 10 Mbit/s im Internet surfen können. Ob das überall schon zum 30. Juni möglich sein wird, ist noch nicht sicher. Arche NetVision sichert zwar zu, bis dahin ihrerseits die technischen Voraussetzungen geschaffen zu haben, jedoch sei das Unternehmen seinerseits auf Vertragspartner angewiesen - davon sei letztendlich der Termin der Freischalung abhängig, erklärte Anja Schünicke vom Ordnungsamt der Einheitsgemeinde, die zuständig ist für die DSL-Erschließung.

In den vergangenen Monaten hatte Arche NetVision bereits zu zahlreichen Info-Veranstaltungen in fast allen Ortschaften der Einheitsgemeinde eingeladen, um zu erläutern, wie die vom Unternehmen verwendete Technologie funktioniert und zu welchen Konditionen jeder Einwohner sie künftig nutzen kann.

Ab Ende April werden Mitarbeiter von Arche Net sich noch einmal persönlich an jeden Einwohner wenden, um auszuloten, ob und in welchem Umfang er das Angebot nutzen möchte.

Parallel seien jetzt auch andere Anbieter von DSL-Anschlüssen im Gebiet unterwegs, um Verträge zu verlaufen, weiß Anja Schünicke. Den Bürgern kann sie nur Raten, Angebote genau zu prüfen. Grundsätzlich sei auch ein DSL-Vertrag mit einem anderen Anbieter erst möglich, wenn das Netz durch Arche NetVision fertig ausgebaut ist. Unabhängig davon gebe es die LTE-Technologie, die jetzt auch mit nachdruck vorangetrieben werde, jedoch sollte sich jeder Interessent erst genau über die Möglichkeiten informieren und vergleichen.

Als vor einem Jahr Anbieter für die DSL-Erschließung der Einheitsgemeinde Jerichow gesucht wurden, war es am Ende nur die Firma Arche NetVision, die sich bereitfand, das dünn besiedelte Gebiet zu erschließen - und das trotz der erheblichen Förderung nach dem Zukunftsinvestitionsgesetz/Kon- junkturpaket II.

Insgesamt 325 312,92 Euro Gesamtkosten sind veranschlagt worden, wobei Bund und Land 283 747 Euro beisteuern. Die Einheitsgemeinde Stadt Jerichow hat einen Eigenanteil von 41 838,92 zu tragen.

Die Arche NetVision GmbH (ANV) ist ein mittelständisches Unternehmen mit etwa 30 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa 3 Millionen Euro im Jahr 2010. Als Netzanbieter präsent ist ANV bisher in sieben Bundesländern, knapp 50 Gemeinden und etwa 60 000 Haushalten.

Mit der eingesetzten Funktechnologie W-DSL wird eine Leistung von 2 bis 10 Mbit/s und damit neben Internet und Telefonie möglich.

Nähere Erläuterungen zur technischen Umsetzung gibt Michael Trammer von ANV: "Wir planen den Aufbau eines sogenannten WiMAX Funknetzes in der Gemeinde. Ausgangspunkt soll hierbei der Schornstein der Firma Regenerative Energien Genthin GmbH an der Berliner Chaussee 24 sein. Von dort erfolgt die direkte Versorgung aller Kunden mit Sicht auf den Schornstein. Weitere Standorte sind einige Mobilfunkmasten im Gebiet: der Funkmast am Bahnhof Jerichow sowie Masten in Neubuchholz, Scharteucke und Neuenklitsche sowie eventuell der Mast am Gollwitzer Berg. Für die Masten laufen die funktechnischen Abstimmungen mit den Eigentümern. Es folgen eine bautechnische Begehung mit der Planungsfirma und der Aufbau."

Mit der Firma Regenerative Energien Genthin solle nach Ostern der konkrete Aufbau geplant werden.

"Der Übergang in das kabelgebundene Internet erfolgt an der Betriebsfunkstation der Eon in Genthin", erklärt Michael Trammer weiter. "Der Netzknoten selber wird von der Firma BCC (Business Communication Company GmbH) geliefert. Diese ist eine Tochterfirma der EWETel. Von der Funkstation wird es eine Richtfunkverbindung zum Schornstein geben. Von diesem wiederum geht das Signal zu den einzelnen Mobilfunkmasten."

Die Firma ANV habe sich in der Region auch einen Vertriebspartner gesucht, der für Installation und Service zuständig ist, also bei bestimmten technischen Fragen auch Ansprechpartner für die Kunden, erklärte Anja Schünicke. Es handele sich um die IEA (Industrieelektronik und -automation GmbH) in Roßdorf.