Das Johanniterhaus Genthin-Wald war gestern erstmals Veranstaltungsort eines Diabetes-Tages, der von der Leitung des Hauses gemeinsam mit der Barmer GEK organisiert wurde.

Genthin. Ramona Höschel steht mit anderen Neugierigen an der Mittag-Theke, an der zwei Köchinnen aus dem Loburger Johanniterheim aus Anlass des Tages ausschließlich Gerichte für Diabetiker ausreichen. Fehlanzeige, der glaubt, hier gebe es nur fades, geschmackloses Essen. Ramona Höschel hat alles probiert und macht unter der Gemüsepfanne, einer Tarte und einem Dessert schnell ihren Favoriten aus: die Möhren-Ingwer-Suppe, ganz ohne Kohlenhydrate. Das Rezept will sie sich so schnell wie möglich besorgen. Die Veranstalter sorgen für diesen Serice.

"Es gibt immer etwas Neues"

"Wenn solch ein Diabetiker-Tag angeboten wird, verpasse ich ihn auf gar keinen Fall. Denn es gibt immer irgendetwas Neues, dass ich mir nicht entgehen lassen will", sagt die Genthinerin, die genau zur Zielgruppe gehört, die die Organisatoren dieses Diabetestages ansprechen wollen.

Logistische Bedenken, dass das Johanniterhaus möglicherweise etwas dezentral für solche Veranstaltungen liegen könnte, bestätigten sich nicht. Vielmehr gelang es dem Johanniterhaus und der Barmer GEK an die sehr erfolgreichen Diabetes-Tage anzuknüpfen, die in der Vergangenheit das Johanniter-Krankenhaus in Genthin anbot.

Mit dem altersbedingten Ausscheiden von Chefarzt Dr. Hans-Christoph Treichel aus dem Arbeitsleben werden sie allerdings nicht mehr fortgesetzt. Nichtsdestotrotz sorgte dieser trotz Ruhestand in bewährter Weise mit zwei Vorträgen für vollbesetzte Besucherreihen in der Kapelle des Hauses.

Darüber hinaus haben Andreas Bellmann vom Johanniterheim Genthin-Wald und Christina Garz, Bezirksgeschäftsführerin des Jerichower Landes, für die gestrigeVeranstaltung immerhin zehn Partner gewinnen können, die das gemeinsame Programm bestritten.

"Für uns war ausschlaggebend, beispielsweise mit einem Optiker, der Ergotherapie oder der Physiotherapie bis hin zum Kochen alles zu zeigen, was für einen Diabetiker wirklich wichtig ist", erklärt Andreas Bellmann. Für diesen Zweck halte das Johanniterheim die günstigsten Voraussetzungen bereit, unterstrich Christina Garz. "Hier ist alles da, was man für eine solch große Veranstaltung braucht. Bis hin zur Küche und zum Geschirr. Da muss jede Kleinigkeit stimmen".

"Der Tag war eine Bereicherung"

Bereits im Herbst sind Johanniterheim und die Barmer GEK miteinander in Kontakt getreten, um einen solchen Diabetestag miteinander auszurichten, während im Januar die konkreten Vorbereitungen begannen. Die Idee, ihn ins Johanniterheim zu holen, kam von deren Leiterin Claudia Tritt.

Ein solches Modell zwischen einer Pflegeeinrichtung und Krankenkasse, sagt Christina Garz, sei auch in ihrer Berufs-praxis bisher einmalig. Mit der Idee, einen solchen Tag gemeinsam zu initiieren, seien die Johanniter bei der Barmer GEK sozusagen "offene Türen" eingerannt.

Der Diabetestag war aus der Sicht von Andreas Bellmann sowohl für die Mitarbeiter des Hauses als auch für deren Bewohner eine Bereicherung.