Lange haben die Mützeler auf ein Bushaltehäuschen am Dorfplatz an der Fachwerkkirche gewartet. Die Stadt Genthin sicherte Ende vergangenen Jahres dessen Finanzierung, stellte den Betrag von knapp 5000 Euro in den Haushalt ein, und so konnte das Buswartehäuschen Anfang des Jahres zur Freude der Einwohner aufgestellt werden. Doch jetzt gibt es Ärger zwischen der beauftragten Firma und einem Nachfolgeunternehmer aus dem Land Brandenburg.

Genthin. Bernd Frühling aus Cottbus ist sein eigener Chef und als solcher Inhaber einer kleinen Firma, die Buswartehäuschen herstellt. Kommunaltechnik Gallinchen, so der genaue Name dieser Firma.

Nachdem ein ortsansässiges Unternehmen den Auftrag samt notwendigen Pflaster- und Betonarbeiten von der Stadt Genthin erhielt, beauftragte dieses Bernd Frühling mit der Herstellung und Lieferung des Buswartehäuschens, das er in Eigenleistung hergestellt hat. Alles verlief bis dahin reibungslos. Die Stadt überwies das Geld nach Abschluss der Bauarbeiten korrekterweise auf das Konto der ortsansässigen Firma. Doch bei Bernd Frühling kam vorerst nichts davon an. Als die Zahlungsfrist verstrichen war, ließ der Cottbusser nicht locker, fragte immer wieder bei seinem Auftraggeber nach, wo das Geld bliebe. Warum das Geld nicht floss, darüber gibt es allerdings bis heute keine zuverlässigen Angaben.

Fest steht allen kursierenden Gerüchten zum Trotz, dass sich die betreffende Firma, wie das Amtsgericht Stendal gestern bestätigte, in keinem Insolvenzverfahren befindet. Die Pressestelle der Agentur für Arbeit in Magdeburg gab Volksstimme gegenüber keine Auskunft darüber, ob Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt oder gar entlassen wurden.

Aber: Während noch vor Ostern totale Verstimmung zwischen den Parteien herrschte, habe man sich jetzt, wenige Tage nach Ostern, auf eine Ratenzahlung geeinigt. Die erste Rate sei bereits angewiesen, sagte der Chef der ortsansässigen Firma gestern gegenüber der Volksstimme. Er kann nur schwer verstehen, warum die momentane Zahlungsschwierigkeit seiner Firma öffentlich gemacht werden soll.

"Wenn das so weiter geht, kann ich mein Gewerbe abmelden"

Doch gerade weil es um öffentliche Gelder geht, lässt auch Genthins Bauamtsleiterin Dagmar Turian Sensibilität in dieser Angelegenheit walten. Seitens der Stadtverwaltung sei die Überweisung des Rechnungsbetrages völlig korrekt vonstatten gegangen, betont sie. "Was dann im Umgang mit dem Nachunternehmer geschieht, darauf hat auch die Stadt leider keinen Einfluss", erklärt die Bauamtschefin. Sie hatte - unbestätigten Angaben zufolge - in der vergangenen Woche noch einmal Rücksprache mit dem Betrieb gehalten, um doch noch eine gütliche Lösung zu finden.

Die Einigung, die jetzt erzielt wurde, macht allerdings Bernd Frühling immer noch nicht ganz glücklich. "Ich habe 15 Wochen auf mein Geld gewartet, und wenn jetzt nicht die Raten pünktlich gezahlt werden, hänge ich voll in den Gräten. Wenn das so weiter geht, kann ich mein Gewerbe abmelden. Schließlich habe ich Ausgaben, Krankenkassenbeiträge und Holzlieferungen mussten bezahlt werden."

Eine Antwort auf eine Anfrage bei der IHK Magdeburg, welche Möglichkeiten Bernd Frühling hätte, in dieser Situation zügig zu seinem Geld zu kommen, blieb gestern noch offen. Sie wird demnächst nachgereicht.