Morgen wird im Pareyer "Er- lebnisdorf" ein buntes Treiben herrschen: Pünktlich am 1. Mai wird das neue Strandhaus eröffnet, das sich interessierte Besucher ab 11 Uhr bei einem Tag der offenen Tür anschauen können. Das Pareyer Maifest findet diesmal hier statt. Ges- tern haben Björn Thomas und seine Partnerin Nadine Vorreier zur Einweihung des Hauses zahlreiche Gäste empfangen

Parey. "Das ist der Tag, auf den wir vier Jahre gewartet haben", sagte Björn Thomas. "Heute dürfen wir unsere wunderschöne Basis einweihen."

Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich den Gästen hier tatsächlich ein kleines Urlaubsparadies. Wer eine Weile nicht hier war, staunte, was sich allein in den letzten Wochen verändert hat. Zwar ist im Saal des Strandhauses schon vorher einige male gefeiert worden, doch jetzt ist auch die moderne Küche fertig. Damit ist ab sofort die bisherige Küche der Alten Gemeinde geschlossen, und hier am Mühlensee wird nun rund um die Woche den Gästen ein vielseitiges Angebot zur Verfügung stehen.

Björn Thomas und Nadine Vorreier erzählten den Gästen, wie sich alles entwickelt hat: Mit dem ersten kleinen Mühlenfloß habe es vor fünf Jahren angefangen. Die Nachfrage war groß, die Plätze reichten nicht - ein größeres wurde gebaut. Begeisterte Gäste sahen in der Idylle hier draußen einen kleinen Kurzurlaub - Stichwort dafür, auch Übernachtungsmöglichkeiten anzubieten. Doch das war zunächst nicht möglich, weil es in diesem Bereich kein Bauland gab. Die schnelle Lösung dieses Problems wurde zu einem großen Erfolg: das schwimmende Seehotel - "baugenehmigungsfrei auf dem Wasser". "Schon in der 1. Saison hatten wir 70 Prozent Auslastung", berichtet Björn Thomas. Mit den Übernachtungsmöglichkeiten kamen die Nachfragen nach weiteren Freizeitangeboten: So kamen unter anderem ein Fahrradverleih mit Tourenvorschlägen und ein Tretbootverleih dazu.

Und wiederum waren weitere Übernachtungs-Kapazitäten nötig und der Bedarf an Bewirtung nahm zu ...

Anstelle des großen Zelts musste etwas Festes her, wurde bald klar. Das aber ging nicht ohne Änderung des Flächennutzungsplans und entsprechenden B-Plan. "Nach zwei Jahren hatten wir die Baugenehmigung und wollten zügig loslegen. Dann kam der strenge Winter 2009/2010..."

Doch schließlich wurden alle Hürden gemeistert, so dass die Einweihung nun wie geplant erfolgen konnte - wenn auch noch nicht so ganz alles fertig ist: Hier und da ein Vorhang im Zimmer, Zwischenwände auf der Veranda, Boden und Umrandung der riesigen Sonnenterrasse auf dem Dach des Biergartens, der wie ein großes Mühlenfloß gestaltet ist, fehlen noch. Und für die Zukunft gibt es noch weitere Pläne: ein Tennisplatz, eine Minigolfanlage.

Ein großes Dankeschön richteten Björn Thomas und Nadine Vorreier an alle, die zum Gelingen dieses großen Vorhabens beigetragen haben - Gemeinde, Behörden, Banken, Planer, viele Baufirmen und die eigenen Mitarbeiter, die die Kellnerschürze nicht selten gegen die Arbeitshose getauscht haben.

Rückblickend meint Björn Thomas: "Es ist gut so, dass wir nicht gleich bauen durften, was wir wollten, denn es hat sich erst nach und nach herausgestellt, was wir brauchen!"

Zu den Gästen der Einweihung gehörten auch Bürgermeisterin Jutta Mannewitz und Landrat Lothar Finzelberg. "Eine Gemeinde ist so gut wie die Menschen, die in ihr leben", lobte Jutta Mannewitz das Engagement und das Erreichte hier am Rande von Parey. Sie erinnerte: "Das ,Blaue Band\' flatterte über den damaligen Bürgermeister Bernhard Mel- chert und über Stefan Euer nach Parey. Ihr beide habt es aufgefangen. Ihr habt die Schatztruhe von Elbe-Parey geöffnet." Sie fügte an: "Man braucht Visionen. Die sollten einem nie ausgehen!"

Lothar Finzelberg hob hervor, dass die beiden in der Region aufgewachsen und verwurzelt sind und darauf bauend hier etwas Beeindruckendes geschaffen haben. "Es gibt ein chinesisches Sprichwort: Wenn die Wurzeln tief sind, muss man den Sturm nicht fürchten!"

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