Genthin. Hunderttausende waren in London auf den Beinen und Milliarden Menschen an den Bildschirmen verfolgten gestern die Hochzeit von Prinz William und Catherine Middleton. Interessiert das Genthiner?

Um 12.22 Uhr sind der englische Thronfolger und Catherine Mann und Frau. Auf dem Markt in Genthin herrscht zu dieser Uhrzeit gähnende Leere, aber zur Mittagszeit ist es hier auch an "normalen" Tagen nicht brechend voll. Es seien nicht viel weniger Kunden da als sonst, so die Meinung von Händlern. Unter ihnen ist der Mann, der Blumen verkauft, Eugen Kant. Jeden Freitag steht er hier. "Hochzeit in London? Interessiert mich nicht", sagt er. "Wenn ich mal so eine riesige Veranstaltung beliefern dürfte, dann wäre das anders!", lacht er.

Mit ihrer Schwiegermutter und ihrem Sohn Yevi ist ist Jana Voigt zu dieser Zeit im Stadtzentrum unterwegs und nicht vor dem Fernseher. "Es gibt wichtigeres in meinem Leben als Fernsehen zu gucken", strahlt die junge Frau und lächelt ihren Sohn an. "Die Sonne scheint und da bin ich mit meinem Kind lieber an der frischen Luft als zu Hause. Aber heute Abend, wenn Yevi schläft, dann schaue ich mit die Hochzeit in der Zusammenfassung an." Seit 2009 ist Jana Voigt verheiratet und das sehr glücklich. "Glück wünsche ich auch Kate und William", sagt sie.

"Ich gucke überhaupt kein Fernsehen", macht Sven Kutzner gleich seinen Standpunkt zu diesem Medium klar. "Das Fernsehen schreibt vor, was wir essen sollen, was wir trinken sollen, was wir in der Freizeit machen sollen, womit unsere Kinder spielen sollen. Das mache ich nicht mit", sagt der gebürtige Genthiner, der heute in der Nähe von Brandenburg lebt und gegenwärtig seine Mutter in der Kanalstadt besucht. "Ob die beiden in London heiraten oder nicht - für mich ist das vollkommen unwichtig. Ich habe 2006 geheiratet - das war für mich wichtig."

   

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