Interessante Einblicke in ihre Tätigkeit und ihre Technik, aber auch in die gut abgestimmte Zusammenarbeit mit anderen Wehren gewährten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Jerichow den Bürgern der Stadt und Gästen beim Tag der offenen Tür anlässlich des 120. Jubiläums. Dabei kam auch die Unterhaltung für Jung und Alt nicht zu kurz.

Jerichow. "Es liegt mir am Herzen, Dank auszusprechen", sagte Jerichows Ortsbürgermeister Andreas Dertz bei der Eröffnung. Neben ihren eigentlichen Aufgaben sorge die Feuerwehr auch für Leben in der Stadt, würdigte er außerdem das Engagement der Kameraden bei Veranstaltungen wie dieser. Und er sagte besonders dem Wehrleiter Ralf Braunschweig Dankeschön, "denn es muss sich immer einer als Zugpferd vor den Karren spannen."

Braunschweig gab diesen Dank an die Kameraden weiter. "Wenn sie nicht mitziehen, bin ich ein Nichts!" betonte er.

Die Moderation der Veranstaltung übernahm in bewährter Weise Daniel Schünicke, der als Mitglied der Feuerwehr sehr gut wusste, wie er Information und Unterhaltung miteinander verbinden konnte. Er gab den Besuchern zunächst einen Überblick über das, was ihnen an diesem Nachmittag geboten wurde: Neben den Jerichowern hatten auch noch die Wehren aus Kleinmangelsdorf, Klietznick und Scharteucke ihre Fahrzeuge hier, die Zerbener Feuerwehr präsentierte das Elbe-Pareyer Feuerwehrboot, der Gefahrstoffzug Jerichower Land war präsent und das THW Burg mit einem Fahrzeug. Es gab eine Erste-Hilfe-Vorführung, die Schützengilde veranstaltete mit Lasergewehren ein Preisschießen, Vergnügungen wie Bierkrug-Wettschieben und Spritzen mit der Kübelspritze wurden angeboten, Familie Tetzlaff kümmerte sich um den Grill, die Feuerwehrfrauen um Kaffee und Kuchen, Merländers ums Eis.

Spektakulär waren - wie angekündigt - die Vorführungen. Bei der ersten wurde die Geduld der Zuschauer allerdings ganz schön auf die Probe gestellt: Die Demonstration der Fettexplosion setzte genügend erhitztes Öl voraus, jedoch lieferte der alte Elektroherd offenbar nicht schnell genug Hitze, zumal bei dem frischen Wind. Doch irgendwann war es so weit, und bei Kontakt mit Wasser gab es die erwartete riesige Flammenexplosion. Wer die einmal erlebt hat, wie sicher nie versuchen, in Brand geratenes Öl mit Wasser zu löschen.

Ähnlich spektakulär war das Ergebnis einer heruntergefallenen brennenden Zigarette: Im nahezu komplett eingerichteten "Zimmer" samt extra-trockenem Weihnachtsbaum brannte in kürzester Zeit alles. Die Wirkung war gewaltig, ohne dass Gefahr für die Zuschauer bestand: Zwar demonstrierten die Feuerwehrleute einen "echten" Löscheinsatz, jedoch zur Sicherheit stand schon ein Feuerwehrmann mit einsatzbereitem Schlauch davor, um das Feuer sofort einzudämmen, falls es zu heftig würde. Das war auch tatsächlich nötig. Zuvor hatte schon der Rauchmelder Alarm ausgelöst, und so konnte Daniel Schünicke den Zuschauern gleich zweierlei vermitteln: "Raumelder kosten nur wenige Euro, aber sie können leben retten!" und: "Versuchen Sie nie, in ein brennendes Haus noch mal zurückzukehren, um irgendwelche Sachen zu retten!"

Reichlich Rauch bekamen die Zuschauer zwar ab, aber in Gefahr waren sie nie, und sie spendeten auch tüchtig Applaus für die beeindruckenden Vorführungen. Letzteres galt ganz besonders für die letzte, bei der es ganz ohne Feuer abging, dafür aber mit umso mehr Wasser: Mit Unterstützung eines Jerichowers, der eine entsprechende Firma hat, war ein Alu-Podest gebaut worden, auf dem ein Tisch mit einer lebensgroßen Puppe platziert wurden. An den vier Ecken des Podests gab es Anschlüsse für Feuerwehrschläuche und nach unten gerichtete Austrittsöffnungen für das Wasser. Von vier Tanklöschfahrzeugen - zwei Jerichowern, dem Kleinmangelsdorfer und dem aus Scharteucke - wurden B-Schläuche an die Plattform gekuppelt, und dann wurden auf Kommando von Stadtwehrleiter Ralf Braunschweig die Pumpen in Gang gesetzt. Bis auf sechs Bar wurde der Druck in allen Schläuchen erhöht, und die Plattform wurde gut eineinhalb Meter in die Höhe gehoben - nur auf vier Wasserstrahlen stehend. Das sei nicht nur eine Schau gewesen, erklärte Braunschweig, sondern damit wurde auch gezeigt, wie sorgfältig die Abstimmung der Wehren untereinander erfolgen muss, wenn mehrere zusammenarbeiten.

   

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