172 919 Meter Waldbrandschutzstreifen entlang von Bundes- und Landstraßen sowie Bahnlinien werden derzeit vom Betreuungsforstamt Elbe-Havel-Winkel angelegt. Die zweieinhalb Meter breiten Flächen sorgen dafür, dass im Brandfall das Feuer begrenzt wird. Bevor Traktor und Egge zum Einsatz kommen, sind oftmals Räumarbeiten notwendig.

Genthin. Konnten sich die Forstleute in der Region früher darauf verlassen, dass sie es hauptsächlich mit Frühjahrs- und Herbststürmen zu tun bekommen, gibt es auf Grund der Klimaveränderung immer häufiger auch "Windereignisse", wie die Fachleute sagen, außer der Reihe.

Das hat auch Auswirkungen auf die Waldbrandschutzstreifen. Vor ihrer Anlage müssen oftmals Waldarbeiter mit der Motorsäge ran und den Windwurf von den Flächen entfernen.

Die Schutzstreifen werden im Betreuungsforstamt Elbe-Havel-Winkel auf einer Länge von insgesamt 172 919 Metern eingerichtet. Davon entfallen rund 24 Kilometer entlang den Bahnlinien zwischen Genthin und Magdeburg beziehungsweise Berlin und zwischen Klietznick und Jerichow.

Der größte Teil der Schutzstreifen verläuft entlang der Bundes- und Landstraßen. "Insbesondere in Bereichen, in denen es bisher bereits öfter Probleme mit Waldbränden gab", sagte Detlef Radtke, Leiter der Betreuungsforstämter Elbe-Havel-Winkel in Genthin und Nedlitz (Anhalt-Bitterfeld).

Existierte zu DDR-Zeiten noch eine TGL, die die Breite eines Waldbrandschutzstreifens genau auf zweieinhalb Meter vorschrieb, gibt es diese Vorgabe inzwischen nicht mehr. Gute fachliche Praxis seien aber weiterhin zwischen 2,30 und 2,50 Meter, setzte Detlef Radtke hinzu.

Das Genthiner Betreuungsforstamt verfügt über einen eigenen Traktor, mit dem die Scheibenegge gezogen werden kann. Forstämter, die keine eigene Technik mehr besitzen, beauftragen auf eigene Rechnung Forstdienstleistungsunternehmen mit dieser Maßnahme der Waldbrandvorbeugung. Für den Waldbesitzer entstehen keine Kosten.

Jeder Streifen wird zweimal verwundet, das heißt auf der Hin- und Rückfahrt bearbeitet, um sicherzustellen, dass zum einen der Boden gründlich verletzt worden ist und zum anderen die Bearbeitungsbreite von 2,50 Meter geschafft wurde.

"Die Waldbrandschutzstreifen sollen im Brandfall helfen, das Feuer zu begrenzen, also einer unkontrollierten Ausbreitung zu begegnen", sagte Detlef Radtke. Wichtig ist, dass keine Feuerbrücken in Form von brennbaren Materialien vorhanden sind.

Normalerweise werden die Streifen zweimal im Jahr angelegt. Vor allem wenn es einen Sommer mit starkem Graswuchs gibt, reicht eine Verwundung des Bodens nicht aus. Dabei wird das Erdreich von jeglicher Vegetation befreit.

An welchen Strecken die Waldbrandschutzstreifen angelegt werden, entscheidet der Landkreis als Untere Forstbehörde. Die Entscheidung, ob das Netz an Schutzstreifen erweitert werden muss, fällt in seine Zuständigkeit.

Statt der regelmäßigen Wiederherstellung des Schutzstreifens konnte sich Birgit Vasen am Montagabend im Bau- und Vergabeausschuss gut vorstellen, dass entlang der B 107 ein Radweg angelegt wird.

"Das ist schon lange ein Anliegen des Bürgermeisters", sagte Bauamtsleiterin Dagmar Turian. Allerdings sei zwischen den Beteiligten wie Straßenträger und Forstamt bislang keine Einigkeit erzielt worden.