170 junge Genthiner werden an diesem Wochenende in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Sie feiern am Sonnabend ihre Jugendweihe. Die beiden Achtklässlerinnen Kim Buhtz und Celine Bensch erzählten der Volksstimme, wie sie sich auf ihren großen Tag vorbereiten.

Genthin. "Ab Sonnabend bin ich dann also erwachsen", scherzt Kim Buhtz. Dass sie sich dann schlagartig anders verhält, glaubt die Dretzelerin allerdings nicht. Für sie ist die Jugendweihe eher ein symbolischer Akt und natürlich ein Grund zum Feiern. "Und zum hübsch machen", setzt sie schmunzelnd hinzu.

Da man mit 13 Jahren nicht allzu oft die Gelegenheit hat, sich in festliche Roben zu werfen, ist dieser Tag besonders bei den Mädchen ein willkommener Anlass. "Ich bin mit meiner Mutti und einer Freundin nach Magdeburg gefahren, um ein Kleid auszusuchen", erzählt Kim. Mit den geübten Beraterinnen im Schlepptau ging das dann relativ schnell. Schon nach einer Stunde war das Traumkleid gefunden. "Es ist blau und ganz lang. Dazu haben wir noch passende schwarze Schuhe besorgt, und fertig war mein Outfit."

Ganz ähnlich verlief die Kleiderwahl bei Celine Bensch. "Für diesen Anlass wollte ich schon etwas Besonderes zum Anziehen haben", sagt die 13-Jährige. Auch sie fuhr vorher in die Landeshauptstadt. "Mir war klar, dass das länger dauern würde", meint sie schmunzelnd. Darum nahm sie ihre Mutti und die große Schwester mit. Gut drei Stunden später wurde das Damentrio fündig. "Das Kleid ist toll", schwärmt Celine. "Es ist schwarz und knielang. Dazu gab es noch eine Bolero-Jacke in lila und schwarze Hackenschuhe.

"Wir haben mit den Absatzschuhen schon das Laufen geübt"

Beide Mädchen schlüpfen sonst eher in Turnschuhe, deshalb plagt sie die gleiche Angst: "Bei der Feierstunde vor versammelter Mannschaft auf die Nase legen - das wäre das Schlimmste", sagt Kim. "Das wird schon klappen", beruhigt Celine. "Wir haben mit den Schuhen geübt und eine Stellprobe gibt es vor der Feierstunde auch noch."

Zur Feierstunde im Stadtkulturhaus haben sich in diesem Jahr 59 Jugendliche mehr als noch im vergangenen Jahr angemeldet, informiert Kathrin Flecken von der Interessenvereinigung Jugendweihe.

Der Sonnabend wird bei Kim und Celine recht ähnlich ablaufen: "Aufstehen, Friseur, Feierstunde, Essen gehen und dann kommen auch schon meine Gäste", erzählt Kim. "Den Friseur spar ich mir. Meine große Schwester macht mir Locken", ergänzt Celine - aber sonst sieht mein Tag fast genauso aus. "Abends gehe ich zur Jugendweihe einer Freundin, meine eigene Feier ist erst in drei Wochen." Der Vorteil liegt auf der Hand: Celine kann ihr Kleid zweimal tragen.

Kleider und Haare machen das Erwachsensein nicht aus, da sind sich beide Mädchen einig. Verantwortung, Rücksicht und Zukunftspläne - das sind eher Dinge, die für sie zum Erwachsenwerden gehören. "Obwohl das nicht an einem Tag kommt, ist die Jugendweihe ein Schritt in diese Richtung", meint Celine.

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