Mit einer knappen Mehrheit hatte sich der Stadtrat Genthin 2005 gegen eine Bewerbung um die Landesgartenschau (Laga) 2010 ausgesprochen. Inzwischen ist es laut Bürgermeister Wolfgang Bernicke (parteilos) vorstellbar, dass sich Genthin an der Burger Bewerbung um die Laga 2018 beteiligt. In der Diskussion ist ein Konzept entlang der B 1, das auch die Gemeinden Biederitz und Möser einschließt.

Genthin. Die Idee, sich als Gärtnerstadt Genthin einzubringen, sei schon 2009 wieder aufgelebt, als feststand, dass die Bundesgartenschau (Buga) 2015 in der Havelregion stattfinden werde, sagte Wolfgang Bernicke. Aufgrund der Nähe Genthins zu den einbezogenen Städten Brandenburg, Rathenow, Premnitz und Havelberg und der verkehrstechnischen Lage hätte die Kanalstadt durchaus zu einem Außenstandort gestaltet werden können.

Für die Buga 2015 wurde Genthin zwar nicht berücksichtigt, aber seit dem liegt die Studie eines Planungsbüros in der Schublade, die sich mit der Inwertsetzung des Volksparkes Altenplathow beschäftigt. Sie beinhaltet laut dem Stadtchef "durchaus interessante Aspekte für die Aufwertung dieses wichtigen Kulturguts unserer Stadt".

Mit den Burger Ambitionen, die Landesgartenschau 2018 auszurichten, wurde auch in Genthin wieder das Interesse wach. "In ersten Gesprächen mit dem Burger Bürgermeister Jörg Rehbaum waren wir uns einig, dass aus der Einbeziehung der Stadt Genthin und vielleicht anderer in diese Landesgartenschau sicherlich Vorteile für beide Seiten erwachsen könnten", sagte Wolfgang Bernicke.

Bei seinem Besuch am vergangenen Sonnabend im Genthiner Gartenbau habe sich auch Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens dieser Idee gegenüber aufgeschlossen gezeigt. Für künftige Landesgartenschauen gibt es demnach so viele Bewerber, dass es der Jury schwerfallen wird, Entscheidungen zu treffen. Es sei denn, eine Idee ist darunter, die sich von den üblichen Vorschlägen abhebt.

"Deshalb keimte der Gedanke und wird jetzt vertieft, eine Gemeinschaftsaktion aus einer solchen Bewerbung zu machen", fügte der Genthiner Bürgermeister hinzu.

Die Kanalstadt biete sich mit dem Volkspark als Außenstandort einer Landesgartenschau an. Außerdem sei die Lage an der B 1 vorteilhaft. Laga-Besucher aus dem Osten könnten Genthin als erste Station anfahren.

Volkspark Altenplathow als Außenstandort

Ähnlich wie die Havel bei der Buga 2015 könnte zur Laga 2018 die B 1 das Bindeglied zwischen Burg und den Außenstandorten sein. Neben Teilen der Einheitsgemeinde Biederitz bietet sich nicht zuletzt Möser an. Erst als Gartenstadt vor gut 100 Jahren hat der Ort seine heutige Größe und Bedeutung erlangt.

Über die Chancen und Risiken werden die vier Bürgermeister - Kay Gericke (Biederitz), Bernd Köppen (Möser), Jörg Rehbaum und Wolfgang Bernicke am 11. Mai sprechen. "Vielleicht gelingt es ja, durch diese Art von Gemeinschaftsarbeit, die Laga 2018 in den Landkreis und nach Burg zu bringen", zeigte sich Wolfgang Bernicke vorsichtig optimistisch. Geteiltes Leid sei halbes Leid und gemeinsam freue es sich am besten.