Entspannen auf der Liege, ein kostenloser Gesundheitscheck und danach ein leckerer Imbiss - Blutspenden ist gar kein schlechter Zeitvertreib. Das findet auch Victoria Keller. Wenn in Genthin zur Blutspende aufgerufen wird, ist sie dabei. Zur ersten Spende in der Begegnungsstätte Schillerstraße hat sie sogar ihre Mutti Martina Wagner mitgebracht - und das obwohl die panische Angst vor Spritzen hat.

Genthin. "Die Vorteile liegen auf der Hand: Eine kostenlose Untersuchung, du weißt danach, ob dein Blut in Ordnung ist und tust was Gutes." Victoria Keller musste am Dienstag alle Register ziehen, um ihre Mutter Martina Wagner zu überzeugen, mit zur Blutspende zu kommen. "Wenn man darauf angewiesen ist, möchte man doch auch eine Blutkonserve bekommen." Das Argument gibt den Ausschlag. Martina Wagner - bekennender "Arztangsthase" - macht sich mit auf den Weg zur Blutspende.

Vorher hat sie auf Anweisung ihrer Tochter zu Mittag gegessen und zwei Liter Wasser über den Tag verteilt getrunken. "Sehr gut!", lobt Krankenschwester Barbara Horn. "Der Körper verliert durch die Spende 500 Milliliter Blut. Damit er das gut ausgleichen kann, ist es wichtig ordentlich zu essen und zu trinken.

Martina Wagner muss einen Fragebogen ausfüllen, ihre Temperatur wird gemessen, und es wird ein Hämoglobintest (HB-Test) gemacht. Dazu sticht Kevin Schmidt mit einer Pinzette ein kleines Loch in das Ohrläppchen der Genthinerin. Mit einer Cuvette fängt er den Bluttropfen auf, und ein Gerät misst den HB-Wert. Die Werte sind in Ordnung.

"Das hat gar nicht weh getan", freut sie sich. Danach misst Dr. Peter Müller ihren Blutdruck und den Puls, fragt nach ihrer Krankheitsgeschichte und tastet die Lymphknoten ab. Alles in Ordnung - Martina Wagner darf spenden.

"Jetzt wird es ernst", meint sie ängstlich, als sie auf der Liege Platz nimmt. Krankenschwester Barbara Horn sucht eine Vene, punktiert und schon ist die Nadel drin. "Schon vorbei?", fragt die Spenderin ungläubig, als sie die Augen wieder auf macht. Zehn Minuten später hat sie 500 Milliliter weniger Blut im Körper.

Für die Erstspenderin gibt es nun noch einen Imbiss: "Eigentlich bin ich auf Diät, aber heute mache ich einen Schlemmertag", sagt sie und bedient sich am kalten Buffet. Das hat sie sich verdient - schließlich kann ihr Blut nach gründlicher Untersuchung bald viele Leben retten!