Den ersten, großen Schritt ins Erwachsenenleben wagten am Sonnabendvormittag 170 Jungen und Mädchen aus der Region bei ihrer Jugendweihe. Der Landesverband Sachsen-Anhalt der Interessenvereinigung Jugendweihe gestaltete die Feierstunde im Stadtkulturhaus. Stadtrat Dr. Gordon Heringshausen hielt die Festrede.

Genthin. Lasse dir deine Träume niemals wegnehmen, auch wenn andere darüber lachen. Mit diesen Worten eröffnete Lucie Bachmann die Feierstunde zur Jugendweihe am Sonnabendvormittag im Genthiner Stadtkulturhaus. Als Sängerin sorgte sie zugleich gemeinsam mit Adrian Magnucki an der Gitarre und Sarah Berend an Piano und Saxophon für den musikalischen Rahmen.

Die symbolische Tür ins Erwachsenenleben durchschritten um 9.30 Uhr die Sekundarschüler und zwei Stunden später in einer zweiten Feierstunde die Achtklässler des Bismarck-Gymnasiums. Insgesamt 170 Jungen und Mädchen der Region Genthin hatten sich in diesem Jahr für die Jugendweihe entschieden.

"Was bedeutet es, erwachsen zu sein? Braucht es wirklich Ziele im Leben?" Diese und andere Fragen stellte Dr. Gordon Heringshausen in seiner Festrede. Der Genthiner Stadtrat hatte sofort zugesagt, als er als Festredner für die diesjährige Jugendweihe angefragt worden war. Der 37-Jährige sprach mal den Jugendlichen, mal ihren Eltern und Lehrern ins Gewissen, blieb dabei aber immer locker und charmant.

Eine allgemeingültige Antwort, was es bedeute, erwachsen zu sein, hatte Dr. Heringshausen nicht parat. "Fehler sind dazu da, sie zu machen und aus ihnen zu lernen", ermunterte er die jungen Leute, ihren eigenen Weg zu gehen. Zugleich sollten sie aber nicht ganz aufhören, auf ihre Eltern zu hören und "kritisch bleiben, unbequeme Fragen stellen, eigene Erfahrungen machen und die Erfahrungen der Älteren beachten".

Dass junge Leute mehr können und besser sind, als ihr Ruf, daran erinnerte Gordon Heringshausen die Eltern und Lehrer. "Die Jugendlichen wollen nicht, dass man ihnen jedes Steinchen aus dem Weg räumt."

Voller Optimismus schickte der Festredner die Jugendlichen auf ihren ersten Weg als Erwachsene: "Genießt das Leben. Es lohnt sich."

Neben der musikalischen Umrahmung erlebte das Publikum zudem zwei Tanzdarbietungen. Vor allem der Mambo aus Dirty Dancing mit Hebefigur im Zuschauerbereich konnte die jungen und älteren Genthiner begeistern.

"Mir hat die Feierstunde sehr gut gefallen", sagte Anja Gesch. Die Schülerin war wie viele ihrer Freunde vor dem großen Augenblick sehr aufgeregt gewesen. Mit gemischten Gefühlen hat Simone Neumann dagegen die Jugendweihe-Feier erlebt. "Es war sehr modern", schilderte sie ihren ersten Eindruck. "Insgesamt war es schön, aber die Jugendlichen, um die es geht, hätten mehr in den Mittelpunkt gerückt werden müssen." Familie Neumann kritisierte zudem, dass die Hintergrundmusik so laut gewesen sei, dass man weiter hinten im Saal die Namen der Jugendweihelinge überhaupt nicht verstanden habe.

 

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