Einen Geburtstag der besonderen Art feierte im April der Tucheimer Konsum. Zur Gründung vor 40 Jahren war die Verkaufsstelle das größte und modernste Einkaufzentrum des gesamten Kreises Genthin. Ziel war es damals, ein einheitliches Zentrum für die Kunden zu schaffen. Dazu waren im Vorfeld die bisher existierenden sieben Kleinverkaufstellen des Ortes geschlossen worden.

Von Udo Krause

Tucheim. Zu den Akteuren der ersten Stunde gehören Hannelore und Heinrich Neumann, die als Tandem die Leitung des Konsums ab dem ersten Tag übernahmen. Bei Eröffnung des Objekts hatte der Konsum sage und schreibe 20 Mitarbeiter. "Wir sind damals aus Magdeburg der Arbeit wegen nach Tucheim gezogen und haben uns hier häuslich niedergelassen. Bis heute haben wir den Schritt nicht bereut", sagte der ehemalige Leiter Heinrich Neumann.

Zu den Aktivitäten außerhalb des wirtschaftlichen Betriebes zählte nach Angaben von Hannelore Neumann die Betreuung einer Patenklasse aus der Polytechnischen Oberschule Tucheim. Den Schülern wurde dabei geholfen, ihre Klassenkasse aufzubessern. Einige Schüler der Patenklasse durften im Rahmen der beruflichen Orientierung ein Praktikum absolvieren. Auch wurden früher oft Ausflüge mit der Belegschaft unternommen.

Ein Urgestein, das auch heute noch im Konsum Tucheim tätig ist, ist Gabriele Strutz, die Tochter von Hannelore und Heinrich Neumann. Sie ist seit 1972 beschäftigt und arbeitet heute hauptsächlich an der Kasse. "Ich habe nach meinem Schulabschluss hier meine Lehre begonnen. Auch heute bin ich noch begeistert bei der Sache", sagte die 55-Jährige.

Die Führung des Konsums wechselte seit Ausscheiden von Heinrich Neumann 1990 mehrmals. Seit etwas mehr als einem Jahrzehnt ist Petra Blume die Verkaufstellenleiterin. Die Zeiten haben sich zwar verändert und die Konkurrenz durch Supermärkte in Ziesar und Genthin hat zugenommen, aber der Konsum in Tucheim gilt immer noch als "letzte Festung" im Jerichower Land, so die Angestellten. Derzeit sind im Konsum noch vier Festangestellte tätig.

Viele Tucheimer zählen auch heute noch zu den Stammkunden des Marktes. Gerne nutzt man die Möglichkeit, innerhalb des Ortes einkaufen zu gehen. "Wir sind froh, dass wir den Konsum haben, gerade für uns Rentner ist es die einzige Gelegenheit, ohne auf das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein", sagte eine auskunftsfreudige Rentnerin.

 

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