Altenklitsche. Altenklitsches Wehrleiter Mario Venker fiel am Sonnabendnachmittag nach dem offiziellen Teil der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Altenklitscher Ortsfeuerwehr ein Stein vom Herzen: "Große Reden sind nicht mein Ding, ich bin zufrieden, dass alles gut geklappt hat", meinte er. Zu Recht: Mario Venker und seine Mitstreiter, die für das Programm verantwortlich zeichneten, bestanden ihre - für sie ungewohnten Aufgaben - mit Bravour.

Die Altenklitscher feierten bodenständig, eben ganz auf ihre Art. In der Festsitzung am Freitagabend ersparten sich alle Beteiligten lange, ermüdende Reden. Wehrleiter Mario Venker sah das so: "Für mich war wichtig, in meiner Ansprache rüberzubringen, dass wir Feuerwehrleute für unser Dorf und seine Einwohner da sind und bereit sind, Verantwortung wahrzunehmen, sei es unmittelbar im Einsatz oder in der Ausbildung". Die Feuerwehr sei in Altenklitsche das Herz des Dorfes. Das erstrecke sich ebenso auf das kulturelle Leben, stellte der Wehrleiter fest.

Venker ließ in seiner Festrede allerdings auch nicht die Nachwuchssorgen der Feuerwehr aus. Gemessen an der Einwohnerzahl Altenklitsches scheinen sie hingegen fast grundlos. Mit 18 aktiven Feuerwehrleuten, darunter acht Frauen, und weiteren fünf Mitgliedern der Ehrenabteilung sind fast 20 Prozent der gesamten Dorfbevölkerung in der Feuerwehr organisiert.

"Ich verspreche Ihnen, wenn sich Kinder taufen lassen, werbe ich sie für die Feuerwehr"

Zur Festveranstaltung auf dem Gelände des Schützenvereins gab es ein Stelldichein von Vereinen, Institutionen und von Personen der Öffentlichkeit, die dem Geburtstagskind Respekt zollten: Jagdgenossenschaft, Schützenverein, Rassegeflügelzüchter, die Ortsbürgermeister der Stadt Jerichow, Vertreter der Kirchengemeinde und natürlich die Kameraden der befreundeten Wehren. Im Präsidium hatten neben Altenklitsches Wehrleitung Stadtwehrleiter Ralf Braunschweig, Bürgermeister Harald Bothe und Lutz-Georg Berkling in Vertretung des Landrates Platz genommen.

Bevor der offizielle Teil begann, lockerten die Steppkes der Kita Roßdorf die Stimmung im Festzelt auf dem Altenklitscher Berg mit Liedern und Gedichten auf. Zu den zahlreichen Gratulanten gehörte auch Friederike von Katte, die im Namen der Kirchengemeinde gratulierte. Sie sprach wohl den originellsten Glückwunsch aus: "Ich versprechen Ihnen, wenn sich Kinder in Altenklitsche taufen lassen, werbe ich sie für die Feuerwehr."

Das Festprogramm setzte sich am Sonnabendvormittag fort mit einem halbstündigen Umzug der Feuerwehren durch das Dorf. Er wurde vom Schalmeienorchester angeführt. Es folgte an der Spitze die Altenklitscher Feuerwehr als Geburtstagskind, ihm schlossen sich die eingeladenen Wehren an.

Dann wurde es auf dem Gelände am Altenklitscher Berg lebendig. Acht Mannschaften aus sieben Wehren trugen einen kombinierten Löschangriff/Schieß-Vergleich aus. Wehrleiter Mario Venker lacht, wenn er diesen besonderen Altenklitscher Wettbewerb erklären soll. "Das gibt es in der Tat nur bei uns. Wir als Feuerwehr haben sehr gute Kontakte im Ort zum Genthiner Schützenverein, der in Altenklitsche seinen Schießstand betreibt. Da lag es nahe, solch einen kombinierten Vergleich auszutragen." Der Schützenverein habe die Feuerwehr nicht nur bei der Organisation und der Durchführung des Schießens unterstützt, sondern habe darüber hinaus auch für die Beschaffung von Urkunden und Pokalen Rechnung getragen. Venker: "Wir wissen das sehr zu schätzen."

Nach der Siegerehrung am Sonnabend zogen Mario Venker und Waldemar Merkla, der bei der Festsitzung die Chronik der Wehr vorgetragen hatte, eine erste Zwischenbilanz: "Die Vorbereitungen haben sich gelohnt", sagten sie übereinstimmend. Mario Venker setzte noch eins drauf: "Am schönsten war, dass alle gekommen sind, die eingeladen waren und die Altenklitscher sich als interessierte Zuschauer erwiesen haben."

(Zu den Feierlichkeiten am Sonntag demnächst.)

   

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