Es war wohl einer der ungewöhnlichsten Tage, den die Besucher des Campingplatzes in Zabakuck am Sonnabend erlebten. Plötzlich ertönte ein lauten Hupkonzert, Büchsen, die an ein Auto gebunden waren, schepperten über den Weg des Platzes. Und: Die Bungalowsiedlung wurde zum Festplatz für einen Hochzeitsball unter freiem Himmel.

Dretzel/Zabakuck. Zig Autos fahren hintereinander. Davor der prachtvoll geschmückte Wagen des frisch vermählten Ehepaares. Heike und Michael Lüben aus Niederndodeleben steigen aus dem Wagen. Die Gäste klatschen, Fotos werden gemacht, eine wunderschöne Braut lächelt.

Die kommen vom Schloss Dretzel, haben sich dort das Ja-Wort gegeben. "Es war einfach wunderbar", strahlt Heike Lüben, geborene Stakelies. "Das Schloss ist wunderbar, malerisch, die Umgebung ein Traum, der Raum der Eheschließung sehr festlich", sagt sie. Ihr Mann ergänzt: "Auch die Standesbeamtin Petra Koschnitzke aus Genthin war richtig prima. Sie hat nicht so eine getragene Rede gehalten, sondern war locker und fröhlich. Das passt zu uns."

Den besonderen Ort ihrer Trauung haben sie gewählt, "weil er uns empfohlen wurde. Eine gute Wahl, denn es war alles sehr ansprechend", freut sich die frisch gebackene Ehefrau.

"Hier haben unsere Kinder viel Platz zum Toben"

Nach der Trauung im Schloss Dretzel ging es sofort Richtung Campingplatz Zabakuck. Ein ungewöhnlicher Ort. Warum haben sie ihn für die Feier gewählt? "Wir wollten einen Ort haben, der unsere Kinder nicht einsperrt, wie beispielsweise ein Saal", so Michael Lüben. "Hier in Zabakuck können sie ausgelassen toben, müssen sich nicht zurückhalten, können spielen. Das war uns wichtig", ergänzt Heike Lüben.

Sie haben auf dem Campingplatz bereits Urlaub gemacht. "Hier ist es herrlich", schwärmt das Ehepaar. "Die Bäume, der Platz, das ganze drumherum passt einfach. Außerdem können unsere Gäste gleich hier in den Bungalows übernachten, müssen nicht nach der Feier noch irgendwohin fahren." Außerdem haben auch die Hunde hier ihren Auslauf.

Gefeiert wurde allerdings nicht unter freiem Himmel. Ein großen Festzelt war aufgebaut, darin eine sehr festliche Tafel. "Die habe ich vorher nicht gesehen und bin jetzt ganz begeistert", schwärmt Heike Lüben. "Mein Mann und unsere Familie und die Freunde haben es den ganzen Freitag über aufgebaut. Ich habe in der Zeit stundenlang gebacken", lacht sie. "Aber die Dekoration kannte ich nicht und freue mich jetzt umso mehr", strahlt die junge Ehefrau.

"Unser Wunsch: Alles soll so bleiben wie es ist"

Und dazu hat sie allen Grund. Stundenlang haben ihre Freundinnen das Zelt dekoriert, die Tafel eingedeckt, Girlanden aufgehangen. Und das mussten sie gleich zwei Mal machen. Am Freitag Abend war alles fertig. Doch am Sonnabend früh die böse Überraschung. Die Hälfte der Girlanden beispielsweise musste ausgewechselt werden, sie waren nass geworden, hingen schlapp herunter ...

Neben dem Festzelt wurde extra für die Hochzeitsfeier eine Bühne aufgebaut, Lautsprecher angebracht, Scheinwerfer in die Stahlkonstruktion eingehängt. "Das hat alles unser ältester Sohn gemacht", sagt Vater Michael nicht ohne Stolz. "Er lernt das Handwerk eines Licht- und Tontechnikers und hat sich für uns wirklich Mühe gegeben. Das war eine ganz tolle Idee!"

Marvin ist 19 Jahre alt und der Älteste von fünf Geschwistern. "Ich wollte immer viele Kinder haben", sagt Heike Lüben. "Ich nicht so", gibt ihr Mann zu. "Aber da haben wir Frauen ja das letzte Wort", ist sich Heike sicher. "Marvin, Jerome, Charleen, Jason und Joel sind alles Wunschkinder. Jetzt ist die Familienplanung auch abgeschlossen", sagt sie. "Die Kinderliebe ist mir in die Wiege gelegt worden. Ich bin von Beruf Krippenerzieherin."

In dem Beruf arbeitet sie nicht mehr, denn ihr Mann und sie sind selbständig, haben einen Kurierdienst und eine Recycling-Firma in Magdeburg.

Was sich die beiden, die seit 15 Jahren ein Paar sind, für die Zukunft wünschen? "Alles soll so gut bleiben wie es heute ist."

   

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