Die Pappelfällungen im Fiener Bruch hat der Tucheimer Karl-Heinz Steinel für seinen Ortschaftsrat am Donnerstag- abend im Stadtrat wieder in die Diskussion gebracht. Zur Abstimmung kam es nicht. Bürgermeister Wolfgang Bernicke hatte seinen Widerspruch angekündigt.

Genthin. Vier bekannte Forderungen macht der Tucheimer Ortschaftsrat in seinem Antrag auf: Einstellen der Pappelfällungen, Ersatzpflanzungen, Fräsen der Stubben und Beteiligung des Stadt- und Ortschaftsrates an allen weiteren Entscheidungen.

Während Bürgermeister Wolfgang Bernicke (parteilos) darauf verwies, dass die Forderungen doch längst Gegenstand der Beratungen seien, beharrte Karl-Heinz Steinel (CDU), dass die Forderungen vom Stadtrat bislang nicht beschlossen worden seien.

Davon riet der Stadtchef zum wiederholten Male ab. Er müsste in Widerspruch gehen, weil die Erfüllung der Forderungen nicht Sache des Stadtrates sei. Auf seiner nächsten Sitzung würde der Stadtrat über die Beanstandung befinden. "Es besteht kein zeitlicher Druck, einen Beschluss zu fassen." Für Montag kündigte Bauamtsleiterin Dagmar Turian eine erste Beratung mit den betroffenen Behörden an. Die Ergebnisse erfährt der Wirtschafts- und Umweltausschuss auf seiner Sitzung am Dienstag ganz aktuell. Zudem wird der Termin zur Diskussion des Konzeptes abgestimmt, an dem das Ersatzpflanzungskonzept des Landkreises vorgestellt werden soll. Der Antrag der CDU-Fraktion, der weitgehend dem Antrag des Tucheimer Ortschaftsrates entspricht, und bislang weder vom Stadtrat noch vom Ausschuss beschlossen worden war, wird zudem vom Ausschuss erneut behandelt. Dagmar Turian riet unbedingt davon ab, basierend auf dem Wissensstand vom Donnerstagabend das Fräsen der Stubben zu beschließen. Dass die Diskussion um die Pappelfällungen wieder entfacht wurde, konnte Lutz Nitz (Grüne) nicht verstehen. "Der Wirtschaftsausschuss ist im Konsens auseinandergegangen, dass wir erst einmal das Konzept abwarten. Die Tucheimer haben die Ersatzpflanzungen durchgedrückt. Das ist ein Riesengewinn." Nach großem Zögern verzichtete Karl-Heinz Steinel auf den Antrag. "Ich gebe wenig auf das Konzept. Ich habe wenig Hoffnung, dass das zu unseren Gunsten ausfällt."

An der Formulierung "zu Gunsten" stieß sich wiederum Wolfgang Bernicke. Aufgabe des Bürgermeisters und des Stadtrates sei es, einen Konsens zwischen allen Beteiligten zu erreichen. Und dabei sollte man "nicht genauso militant wie andere" vorgehen.