Genthin. Soll die Bummelmeile als richtige Fußgängerzone umgebaut werden? Oder ist es wichtig, dass der Fahrzeugverkehr über das verkehrsberuhigte Stück der Brandenburger Straße weiter fließen kann?

Nachdem sich am Donnerstag die Volksstimme-Leser für eine Fußgängerzone - möglichst auch bis zur Mühlenstraße verlängert - ausge- sprochen haben, schlug am Freitag die Meinung um. "Wenn der Durchgangsverkehr weg ist, verlieren die Geschäfte ihre Laufkundschaft", sagte Karl-Heinz Zigan aus Mützel am Volksstimme-Telefon. Er fürchtet, dass die Leute dann die Innenstadt meiden und andere Geschäfte aufsuchen.

Der Genthiner Frank Siegel ist in der Stadt hauptsächlich mit dem Fahrrad unterwegs. "Ich bin dafür, es so zu lassen, wie es ist", meldete er sich am Volksstimme-Telefon. Vor dem Bau der Umgehungsstraße habe sich der ganze Verkehr durch die Stadt gewälzt. "Wenn man die Bummelmeile für den Fahrzeugverkehr schließt, wird der Stadtkern noch lebloser." Ortsfremde würden das Stadtzentrum vielleicht gar nicht mehr finden.

"Ich habe auf der Bummelmeile noch keinen mit den parkenden Autos kämpfen sehen." Morgens gebe es Autofahrer, die schnell zum Bäcker rein gingen. Vielmehr störten aus seiner Sicht aber die großen Lieferfahrzeuge beim Abladen ihrer Ware. Auch alle weitergehenden Baumaßnahmen, wie ein Ausbau des Schwarzen Weges, die von den Lesern im Zusammenhang mit dem Innenstadtverkehr genannt worden sind, lehnt Frank Siegel ab: "Es ist noch nicht mal Geld für den kleinen Radweg zwischen Genthin und Parchen da", sagte er.

Für Marlies Kamp vom gleichnamigen Sanitätshaus gibt es auf der Bummelmeile vor allem zwei große Ärgernisse. Das sind einerseits die Radfahrer, die die Einbahnstraße in der falschen Richtung und auf dem Gehweg befahren, und zum anderen die Falschparker. Selbst an der "engsten Stelle in der ganzen Stadt" werde das Auto abgestellt, so dass Busse nicht vorbei kämen und auch Fußgänger ihre Probleme haben. "Die Politessen müssten in der Straße öfter kontrollieren", forderte Marlies Kamp.

In ihr Sanitätshaus kämen oft Kunden mit Krücken oder Gehwagen und fast täglich passiere es, dass sie beim Verlassen des Geschäfts von Radlern auf dem Gehweg fast über den Haufen gefahren werden.