Der Straßenbau geht weiter: Noch in diesem Jahr will der Landkreis die Buckelpiste zwischen Hagen und Bergzow sanieren. Endlich: Die Bergzower kämpfen seit mehr als 14 Jahren für eine ordentliche Fahrbahn. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Die Bauarbeiten sollen wiederum mit Vollsperrung absolviert werden.

Bergzow/Hagen. Einen Termin für den Baustart gibt es noch nicht. Auf Volksstimme-Nachfrage erklärt Landrat Lothar Finzelberg: Der Baubeginn ist abhängig von einer Mitteilung des Landesverwaltungsamtes über die Aufnahme in das Mehrjahresprogramm für 2011. Aber: "Wir versuchen alles Mögliche, um gerade bei Straßen und Schulen zu investieren." Finzelberg rechnet mindestens mit einer viermonatigen Vorbereitung der Baumaßnahme, wenn das Papier aus der Landesverwaltung vorliegt.

Während die Arbeiten für diesen drei Kilometer langen Abschnitt für 2011 geplant sind, soll im nächsten Jahr das löchrige Stück am Genthiner Ortsausgang folgen. An Baukosten kalkuliert der Landkreis für das laufende Jahr mit einer Summe von etwa 750 000 Euro. Zumindest ist dies der Betrag, der im kreislichen Haushalt dafür vorgesehen ist.

Nach grundhafter Sanierung ist der Straßenabschnitt durch Hagen erst vor einigen Wochen freigegeben worden. 690 000 Euro sind Finzelberg zufolge in diesen Bauabschnitt geflossen. 50 000 Euro hat die Stadt Genthin für sogenannte Nebenanlagen wie Regenentwässerung bezahlt. Das ist bei solchen Sanierungen üblich. Wegen des strengen Winters hatte sich die Fertigstellung der Straße in Hagen monatelang verzögert. Ursprünglich war Ende Dezember als Termin genannt worden. Jedoch machte der relativ frühe Wintereinbruch den Bauleuten einen dicken Strich durch die Rechnung. Dies war auch für die Anlieger mit enormen Kosten und Zeitaufwand verbunden, weil wegen der Vollsperrung die Umleitungen über Ferchland beziehungsweise Parchen angelegt waren. Jetzt soll wieder mit dieser umstrittenen Vollsperrung gebaut werden. Finzelberg: "Dies ist aus finanziellen, terminlichen und bauorganisatorischen Gründen unabdingbar."

Noch keinen Termin gibt es indes für den ebenfalls herbeigesehnten Neubau der maroden Bergzower Brücke. "Der Baubeginn kann für dieses Jahr nicht mehr garantiert werden", erklärte Kreisvorstand Bernd Girke am Mittwoch im Kreisausschuss. Der Brückenbau liegt in der Verantwortung des Wasserstraßenneubauamtes. Eben jenes Amt erklärte noch im Februar gegenüber der Volksstimme: "Wir rechnen noch in diesem Jahr mit dem Baustart." Das Brücken-Vorhaben soll 1,3 Millionen Euro kosten. Dabei gibt es eine handfeste Meinungsverschiedenheit zwischen den Behörden betreffs der Kosten. Während das Wasserstraßenneubauamt die Ansicht vertritt, dass der Landkreis alles bezahlen muss, meint die Kreisverwaltung, 600 000 Euro gehen zu Lasten des Neubauamts. Vermutlich wird ein Gericht das Urteil fällen müssen. Aber erst nach Fertigstellung der Brücke.