Am kommenden Donnerstag, dem Dreikönigstag, findet in der Hohenseedener Kirche ein Konzert anlässlich der Voll-endung der Orgelsanierung statt. Es beginnt um 14 Uhr. Anschließend sind alle Gäste zum traditionellen Neujahrs-kaffee zu Reinersdorffs in den Stall eingeladen.

Hohenseeden. In zwei Abschnitten wurde die Reparatur der Orgel bewältigt: Der erste Abschnitt umfasste das Innere der Orgel und wurde 2008 im Dezember abgeschlossen, berichtete Gabriele von Reinersdorff. 9000 Euro habe das gekostet. Dann musste erst wieder Geld gesammelt werden, um den 6000 Euro teuren zweiten Abschnitt in Angriff zu nehmen. Die Orgel bekam nun einen neuen Motor und einen neuen Blasebalg. Kurz vor Weihnachten wurde sie endgültig fertig.

Damit die Orgel nun lange funktionsfähig bleibt, sei es wichtig, dass sie regelmäßig gespielt werde, erklärte Gabriele von Reinersdorff. Fast täglich tut dies ihr Schwiegersohn Johannes Ruch, einschließlich des Spiels bei Gottesdiensten. Dass die Orgel bei Konzerten erklingt, sei wie bei fast allen kleineren Dorfkirchen dagegen selten, bedauert die Hohenseedenerin. Darüber habe sie vor einiger Zeit auch bei einer zufälligen Begegnung mit dem Organisten Matthias Müller gesprochen. Matthias Müller, ein überaus vielseitiger Musiker und "zu Hause" auf zahllosen Orgeln in Deutschland und anderen europäischen Ländern, sagte daraufhin spontan zu, in Hohenseeden ein Konzert geben zu wollen. "Er engagiert sich sehr dafür, dass auch in den kleinen Dorfkirchen etwas passiert", freut sich Gabriele von Reinersdorff.

Donnerstag Konzert in der Kirche

So kam der Konzerttermin für den Dreikönigstag zustande. Ein Gottesdienst mit anschließendem Neujahrskaffee hat hier schon lange Tradition – nun soll anlässlich der Orgelsanierung dieser Termin einmal in besonderer Weise genutzt werden.

Matthias Müller wird nicht allein kommen. Er bringt die Max-Drischner-Kantorei Klein Ammensleben und den Kirchenchor Irxleben mit. Erklingen werden "Die Weihnachtsgeschichte" für Solostimme, Chor und Harmonium von Max Drischner sowie weihnachtliche Orgelmusik.

Zu dem schlesischen Komponisten und Organisten Max Drischner (1891 bis 1971) hat Matthias Müller eine besondere Beziehung. Nach dem Tode Drischners wurde ihm sein Nachlass überschrieben, und er kümmert sich seither um die Verbreitung seiner Werke. Unter anderem hat Müller die Max-Drischner-Kantorei Klein Ammensleben gegründet.

Matthias Müller stammt aus dem Raum Oldenburg und hatte schon früh Klavier- und Orgelunterricht. Bereits mit 13 Jahren übernahm er den Vertretungsdienst an der Orgel in Sandkrug bei Oldenburg. Nach einer Ausbildung und ersten Konzerten in Krumbach/Schwaben war er 1986 bis 1994 Organist der Michaelskirche in München-Lochham. Konzerttätigreisen führten ihn nach Italien, Spanien und die damalige DDR. 1990 gab er ein Konzert mit dem katalanischen Orchester in Barcelona, 1992 im Schauspielhaus Berlin mit dem Pommerschen Staatsorchester.

Nach Spanien hat er besonders gute Kontakte und hat dort in mehreren Provinzen in den verschiedensten Kirchen Konzerte gegeben. Freundschaften mit Komponisten bereicherten sein musikalisches Repertoire, Kontakte zu Orgelbauern sein Interesse auf diesem Gebiet.

Neben Klavier, Orgel und Harmonium ist Matthias Müller seit Langem als Chorleiter tätig, hat etliche Ensemble gegründet und mehrere geleitet und gab und gibt zudem selbst Dirigierkurse. Auch als Chorleiter ist er europaweit unterwegs: Mit dem Chor des Konservatoriums von Bilbao zum Beispiel war er in Prag, Warschau und Berlin.

Auch als Komponist ist Matthias Müller schon lange tätig. Er hat bereits zahlreiche Werke für Klavier, Orgel, Chor und einige andere geschrieben.

Zu seinen Lieblingskomponisten zählt Rachmaninoff, wobei er sich besonders für dessen weniger bekannte Werke interessiert und auch, gemeinsam mit anderen, bereits etliche Konzerte mit dieser Musik gab.

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