• 22. Juli 2014


Sie sind hier:



Bis 2017 werden wohl noch alle jetzigen Kindertagesstätten im Stadtgebiet benötigt


Wartelisten für Krippenplätze reichen bis 2014

08.02.2013 02:12 Uhr |


Von Mario Heinicke


Immer mehr Eltern wählen für ihre Sprösslinge die Kindertagesstätte auch nach deren Konzept aus. Die Lüttgenröder zum Beispiel halten sich besonders viel draußen in Wald und Flur auf, haben jeden Montag Wald- und Wiesentage im Programm.

Immer mehr Eltern wählen für ihre Sprösslinge die Kindertagesstätte auch nach deren Konzept aus. Die Lüttgenröder zum Beispiel halten sich besonders viel draußen in Wald und Flur auf, haben jeden Montag Wald- und Wiesentage im Programm. | Foto: privat Immer mehr Eltern wählen für ihre Sprösslinge die Kindertagesstätte auch nach deren Konzept aus. Die Lüttgenröder zum Beispiel halten sich besonders viel draußen in Wald und Flur auf, haben jeden Montag Wald- und Wiesentage im Programm. | Foto: privat

Einen Krippenplatz in der Stadt Osterwieck zu bekommen, ist zurzeit nicht einfach. Es gibt Wartelisten, die teils bis 2014 reichen. Auf der anderen Seite spricht die Harzer Kommunalaufsicht von zu hohen Kosten, Zusammenlegung und Schließung von Einrichtungen. Paradox?

Anzeige

Stadt Osterwieck l "Wenn heute jemand kommt, um ein Kind für die Krippe anzumelden, könnte ich nur Plätze in Rhoden, Wülperode oder Zilly anbieten", sagt Cornelia Mennecke. Sie verwaltet im Osterwiecker Rathaus die 13 städtischen Kindertagesstätten (Kitas) einschließlich Hort. Darüber hinaus gibt es noch zwei Kitas in freier Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt. Außer Osterode besitzt jeder Ort eine Tagesstätte, in Osterwieck sind es sogar zwei.

"Die Wartezeit beträgt oft über ein Jahr, in der Kernstadt sogar bis Dezember 2014", stellt Mennecke fest. Dabei gibt es im Stadtgebiet insgesamt 187 Krippenplätze.

Kinder kommen immer früher in die Krippe

Sie sieht mehrere Gründe für die Platzknappheit. Gut die Hälfte der Kitas kann laut Betriebserlaubnis Kinder schon im ersten Lebensjahr aufnehmen. "Die Kinder kommen immer früher in die Krippe, etliche schon mit sieben, acht Monaten." Das zeige, dass die meisten jungen Eltern voll im Berufsleben stehen und dieses nicht lange unterbrechen möchten. Außerdem ist die Geburtenzahl vor allem 2012 sehr hoch gewesen. 99 Kinder kamen zur Welt, dabei hatte die amtliche Bevölkerungsprognose des Landes nur 81 prophezeit. Von 2010 bis 2012, also den drei potenziellen Krippenjahrgängen, gab es 260 Neugeborene. Von denen werden aus Erfahrung fast alle zur Krippenbetreuung angemeldet. Und noch ein Grund: Ab August hat jedes Kind einen gesetzlichen Anspruch auf einen ganztägigen Betreuungsplatz.

Schon jetzt ist es gang und gäbe, dass den Eltern auch Krippenplätze in Nachbarorten angeboten werden, wenn im Wohnort der Platz knapp ist. "Wir haben Hessener Kinder in Deersheim und Dardesheim sowie Dardesheimer Kinder in Zilly", nennt Cornelia Mennecke Beispiele. Doch die drei Einrichtungen mit freien Plätzen liegen an der Peripherie des Stadtgebietes, sind also nicht für jedermann schnell zu erreichen. Wülperode könnte noch fünf Krippenkinder aufnehmen, Rhoden und Zilly je vier. "In Zilly hatten wir aber vergangenes Jahr sieben Geburten." So könnte es also auch dort schon bald knapp werden.

Im Kindergartenbereich sieht es entspannter aus. 399 Plätze gibt es hier einschließlich der Arbeiterwohlfahrt-Einrichtungen. Sie reichen von fast voll wie in Bühne, Rhoden, Rohrsheim und Kinderland Osterwieck bis nicht mal halbvoll wie in Dardesheim. Doch auch das sei nur eine Momentaufnahme, sagt Mennecke. Dardesheim habe 2011 und 2012 zwei starke Geburtsjahrgänge, die bald den Kindergarten füllen werden.

Wettbewerb um Erhalt der Kitas hat schon begonnen

Bis 2017, so wird in der Stadtverwaltung gerechnet, werden die vorhandenen Kindertagesstätten noch alle benötigt. Schon jetzt wird dort aber beobachtet, wie ein gewisser Wettbewerb um den Erhalt begonnen hat. Ein Wettbewerb mit Konzepten. So gibt es in Wülperode einen Naturkindergarten, auch die Lüttgenröder sind bewusst sehr viel in der Natur. Einige Eltern geben schon jetzt ihre Kinder zur Betreuung im Nachbarort ab, wenn ihnen dort das Konzept besser gefällt.

Sollte es in fünf oder mehr Jahren zu Schließungen und Zusammenlegungen von Kindergärten kommen, so sieht Cornelia Mennecke darin auch eine Chance. Jetzt hat die Stadt zwar viele Einrichtungen, aber meist kleine, die personell überwiegend nur zehn Öffnungsstunden abdecken können. Um 6 Uhr geht der Betrieb morgens los, die meisten Kitas schließen um 16 Uhr, spätestens um 17 Uhr sind alle zu. In größeren Einrichtungen wäre es möglich, für Sprösslinge von Berufstätigen längere Öffnungszeiten in Form von Nachmittagsgruppen bis maximal 20 Uhr anzubieten. Denn viele Eltern haben um 16 Uhr noch keinen Feierabend.

Bleibt der Hortbereich zu beleuchten, der in allen Tagesstätten sehr gut ausgelastet ist. In Osterwieck ist der Bedarf so groß, dass das Gebäude eine Ausnahmegenehmigung benötigt und die Stadt die Auflage hat, den Hort zu erweitern.

Stadt benötigt ab Sommer weitere fünf Erzieherinnen

60 Erzieherinnen - die meisten mit Arbeitsverträgen über 30 Wochenstunden - betreuen jetzt die Kinder in all den Tagesstätten. "Wir brauchen zum Sommer noch fünf Erzieherinnen", sagt Cornelia Mennecke. Der Altersdurchschnitt des Kita-Personals ist in den vergangenen zwei Jahren durch die Einstellung von bereits zehn Absolventen schon rapide gesunken. "Dadurch ziehen ja auch junge Leute her", sieht sie einen positiven Nebeneffekt - vielleicht auch für neuen Nachwuchs in den Kitas.



Kommentare 0 Kommentare


Dokumenten Information
Copyright © Volksstimme 2014
Dokument erstellt am 2013-02-08 02:12:40
Letzte Änderung am 2013-02-08 02:12:40

Newsletter kostenlos abonnieren und keine Nachricht mehr verpassen!


Der Volksstimme.de-Newsletter: Das Wichtigste vom Tage kostenlos per E-Mail. Bitte tragen Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein und klicken anschließend auf "Absenden" (Mit dem Eintragen und Abschicken Ihrer E-Mail-Adresse haben Sie unsere Datenschutzbestimmungen akzeptiert.):
Hier E-Mail-Adresse eintragen


Sicherheitscode



Newsletter abonnieren


Volksstimme.de weiterempfehlen



Sie vermissen einen Artikel?


Die Volksstimme komplett als E-Paper

Bestellen Sie sich jetzt die tagesaktuelle Ausgabe der Volksstimme bequem als digitales E-Paper für nur 1,00 Euro in unserem Onlinekiosk.


Anzeige

Halberstadt


Anzeige


Stellenangebote in der Region Halberstadt

Stellenanzeigen in der Region Halberstadt Sie suchen eine neue Stelle oder einen neuen Job in Halberstadt und Umgebung? In unserem Stellenmarkt finden Sie aktuelle Stellenangebote.
Stellenanzeigen in der Region Halberstadt finden

Immobilien und Wohnungen
in der Region Halberstadt

Immobilienanzeigen in der Region Halberstadt Ob Wohnungen, Häuser, Grundstücke, Gewerbe - aktuelle Angebote für Halberstadt und Umgebung finden Sie im Immobilienmarkt.
Immobilien in der Region Halberstadt finden

Fahrzeugangebote in der Region Halberstadt

KFZ-Anzeigen in der Region Halberstadt Auto, Motorrad, Transporter - suchen Sie ein neues Fahrzeug? In unserem KFZ-Markt für Halberstadt und Umgebung finden Sie die aktuellen Angebote.
KFZ-Anzeigen in der Region Halberstadt finden

Trauerfälle in der Region Halberstadt

Traueranzeigen in der Region Halberstadt Traueranzeigen, Danksagungen, Nachrufe und Gedenkanzeigen zu Trauerfällen in Halberstadt und Umgebung finden Sie in unserem Trauermarkt.
Traueranzeigen in der Region Halberstadt

Lokales



Anzeige

Volksstimme Branchenbuch: Unternehmen aus Halberstadt






Bilder aus Halberstadt


Busfahrer stirbt bei Unfall in Halberstadt
Feuerwehrmänner überprüfen das beschädigte Gebäude. | Foto: Jörg Endries

Halberstadt (mh) l Schrecken am Morgen: In Halberstadt ist ein Bus gegen ein Wohnhaus gefahren... weiterlesen


10.06.2014 00:00 Uhr
  • Kamera


Weitere Bildstrecken

Lokalsport


Fünf Goldene für jüngste Harzer
Maurice Geelhaar (Mitte) wird als Sieger des 50 m-Sprints geehrt. Der Wernigeröder verwies mit Bestzeit von 7,56 s die SCM-Athleten Konrad Heinemann (links) und Justus Wrede auf die Plätze.

Die Trauben haben für den Leichtathletik-Nachwuchs des SV Lok Blankenburg und... weiterlesen


22.07.2014 00:00 Uhr


Partnerstadt mit zwei Staffeln dabei
Die Vertretung des MSV Eintracht Halberstadt stellte sich nach einer Abkühlung im Wolfsburger Schwimmbad zum gemeinsamen Erinnerungsbild auf.

Die Städtepartnerschaft zwischen Wolfsburg und Halberstadt feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges... weiterlesen


22.07.2014 00:00 Uhr


Indianer-Tipi statt Wettkampf
Die Reisegruppe des NSV Wernigerode beim Vereinsauflug auf dem Campingplatz Bertingen.

Wernigerode (ige) l Ein Wochenende ohne Wettkampfstress haben kürzlich die Sportler des Nordischen... weiterlesen


22.07.2014 00:00 Uhr


Trabandt sehr treffsicher
Mit vereinten Kräften trennen in dieser Szene Denny Ahrens und Toni Erdmann (r.) den Haldensleber Lucas Krüger (l.) vom Ball. Am Ende hieß es im Test gegen den HSC II 5:1.

Schlanstedt (fbo) l Landesklasse-Vertreter SV Olympia Schlanstedt scheint schon in guter Form zu... weiterlesen


22.07.2014 00:00 Uhr


Höhepunkt der Vorbereitung steigt mit Harz-Energie-Cup

Ilsenburg (ige) l Als Höhepunkt der Saisonvorbereitung ist der FSV Grün-Weiß Ilsenburg am nächsten... weiterlesen


22.07.2014 00:00 Uhr




Kinoprogramm


Das aktuelle Kinoprogramm für Ihre Region.
weiter

Neueste Leserkommentare


In einem moslimischem Land würde eine christliche Gemeinde bestimmt nicht so unterstützt, dass man denen noch eine Kirche bauen würde. Ich denke mal, schon eine Anfrage nach Räumlichkeiten würde nach hinten losgehen. Wir haben oft genug zu hören gekriegt: Eure Feiertage (Weihnachten und andere) interessieren uns überhaupt nicht, nur weil wir mal um etwas Ruhe gebeten haben. Bei uns im Haus wurde trotzdem gehämmert und remmi Dämmie gemacht. Aber von uns verlangt man Rücksicht und Verständnis?

von Orchidee55 am 21.07.2014, 13:36 Uhr

Man läßt die Leute voll ins Messer laufen. Kann man soetwas nicht in einer Mitgliederversammlung den Leuten sagen. Nein von hintenherum wird der Flächennutzungsplan klamm heimlich gändert und dann? Wieder rutschen Kleingärtner. Was ist denn mit den Einfamilienhäusern. Wo kommt denn die Baugenehmigung her? Das war schon immer Überflutungsgelände. Wird vielleicht "renaturiert" indem man das Gelände aufschüttet und einfach mal Bauland draus macht? In Magdeburg scheint alles möglich.

von Orchidee55 am 21.07.2014, 13:03 Uhr

Weitere Leserkommentare

Meine Klasse von ...


Hier Klassenfotos ansehen und hochladen!
Hier klicken!

Anzeige

Rund um die Volksstimme


Facebook



Sudoku spielen


Sudoku spielen auf Volksstimme.de. Hier klicken.

Anzeige
Nutzerlogin

Loggen Sie sich auf Volksstimme.de ein, um

- kostenlos den Volksstimme.de-Newsletter zu abonnieren
- Artikel auf Volksstimme.de zu kommentieren
- Ihre eigene Startseite (Nachrichtenbereich) zu gestalten

Sind Sie noch kein Nutzer auf Volksstimme.de? Dann registrieren Sie sich doch einfach und kostenlos!

Für die Anmeldung müssen Cookies in Ihrem Browser aktiviert sein.
Wichtiger Hinweis für Volksstimme.digital-Nutzer: Bitte nutzen Sie diesen Link oder klicken Sie auf E-Paper Login in der oberen Navigation

Benutzername: Passwort:

Jetzt anmelden Passwort vergessen