• 21. August 2014



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Bis 2017 werden wohl noch alle jetzigen Kindertagesstätten im Stadtgebiet benötigt


Wartelisten für Krippenplätze reichen bis 2014

08.02.2013 02:12 Uhr |


Von Mario Heinicke


Immer mehr Eltern wählen für ihre Sprösslinge die Kindertagesstätte auch nach deren Konzept aus. Die Lüttgenröder zum Beispiel halten sich besonders viel draußen in Wald und Flur auf, haben jeden Montag Wald- und Wiesentage im Programm.

Immer mehr Eltern wählen für ihre Sprösslinge die Kindertagesstätte auch nach deren Konzept aus. Die Lüttgenröder zum Beispiel halten sich besonders viel draußen in Wald und Flur auf, haben jeden Montag Wald- und Wiesentage im Programm. | Foto: privat Immer mehr Eltern wählen für ihre Sprösslinge die Kindertagesstätte auch nach deren Konzept aus. Die Lüttgenröder zum Beispiel halten sich besonders viel draußen in Wald und Flur auf, haben jeden Montag Wald- und Wiesentage im Programm. | Foto: privat

Einen Krippenplatz in der Stadt Osterwieck zu bekommen, ist zurzeit nicht einfach. Es gibt Wartelisten, die teils bis 2014 reichen. Auf der anderen Seite spricht die Harzer Kommunalaufsicht von zu hohen Kosten, Zusammenlegung und Schließung von Einrichtungen. Paradox?

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Stadt Osterwieck l "Wenn heute jemand kommt, um ein Kind für die Krippe anzumelden, könnte ich nur Plätze in Rhoden, Wülperode oder Zilly anbieten", sagt Cornelia Mennecke. Sie verwaltet im Osterwiecker Rathaus die 13 städtischen Kindertagesstätten (Kitas) einschließlich Hort. Darüber hinaus gibt es noch zwei Kitas in freier Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt. Außer Osterode besitzt jeder Ort eine Tagesstätte, in Osterwieck sind es sogar zwei.

"Die Wartezeit beträgt oft über ein Jahr, in der Kernstadt sogar bis Dezember 2014", stellt Mennecke fest. Dabei gibt es im Stadtgebiet insgesamt 187 Krippenplätze.

Kinder kommen immer früher in die Krippe

Sie sieht mehrere Gründe für die Platzknappheit. Gut die Hälfte der Kitas kann laut Betriebserlaubnis Kinder schon im ersten Lebensjahr aufnehmen. "Die Kinder kommen immer früher in die Krippe, etliche schon mit sieben, acht Monaten." Das zeige, dass die meisten jungen Eltern voll im Berufsleben stehen und dieses nicht lange unterbrechen möchten. Außerdem ist die Geburtenzahl vor allem 2012 sehr hoch gewesen. 99 Kinder kamen zur Welt, dabei hatte die amtliche Bevölkerungsprognose des Landes nur 81 prophezeit. Von 2010 bis 2012, also den drei potenziellen Krippenjahrgängen, gab es 260 Neugeborene. Von denen werden aus Erfahrung fast alle zur Krippenbetreuung angemeldet. Und noch ein Grund: Ab August hat jedes Kind einen gesetzlichen Anspruch auf einen ganztägigen Betreuungsplatz.

Schon jetzt ist es gang und gäbe, dass den Eltern auch Krippenplätze in Nachbarorten angeboten werden, wenn im Wohnort der Platz knapp ist. "Wir haben Hessener Kinder in Deersheim und Dardesheim sowie Dardesheimer Kinder in Zilly", nennt Cornelia Mennecke Beispiele. Doch die drei Einrichtungen mit freien Plätzen liegen an der Peripherie des Stadtgebietes, sind also nicht für jedermann schnell zu erreichen. Wülperode könnte noch fünf Krippenkinder aufnehmen, Rhoden und Zilly je vier. "In Zilly hatten wir aber vergangenes Jahr sieben Geburten." So könnte es also auch dort schon bald knapp werden.

Im Kindergartenbereich sieht es entspannter aus. 399 Plätze gibt es hier einschließlich der Arbeiterwohlfahrt-Einrichtungen. Sie reichen von fast voll wie in Bühne, Rhoden, Rohrsheim und Kinderland Osterwieck bis nicht mal halbvoll wie in Dardesheim. Doch auch das sei nur eine Momentaufnahme, sagt Mennecke. Dardesheim habe 2011 und 2012 zwei starke Geburtsjahrgänge, die bald den Kindergarten füllen werden.

Wettbewerb um Erhalt der Kitas hat schon begonnen

Bis 2017, so wird in der Stadtverwaltung gerechnet, werden die vorhandenen Kindertagesstätten noch alle benötigt. Schon jetzt wird dort aber beobachtet, wie ein gewisser Wettbewerb um den Erhalt begonnen hat. Ein Wettbewerb mit Konzepten. So gibt es in Wülperode einen Naturkindergarten, auch die Lüttgenröder sind bewusst sehr viel in der Natur. Einige Eltern geben schon jetzt ihre Kinder zur Betreuung im Nachbarort ab, wenn ihnen dort das Konzept besser gefällt.

Sollte es in fünf oder mehr Jahren zu Schließungen und Zusammenlegungen von Kindergärten kommen, so sieht Cornelia Mennecke darin auch eine Chance. Jetzt hat die Stadt zwar viele Einrichtungen, aber meist kleine, die personell überwiegend nur zehn Öffnungsstunden abdecken können. Um 6 Uhr geht der Betrieb morgens los, die meisten Kitas schließen um 16 Uhr, spätestens um 17 Uhr sind alle zu. In größeren Einrichtungen wäre es möglich, für Sprösslinge von Berufstätigen längere Öffnungszeiten in Form von Nachmittagsgruppen bis maximal 20 Uhr anzubieten. Denn viele Eltern haben um 16 Uhr noch keinen Feierabend.

Bleibt der Hortbereich zu beleuchten, der in allen Tagesstätten sehr gut ausgelastet ist. In Osterwieck ist der Bedarf so groß, dass das Gebäude eine Ausnahmegenehmigung benötigt und die Stadt die Auflage hat, den Hort zu erweitern.

Stadt benötigt ab Sommer weitere fünf Erzieherinnen

60 Erzieherinnen - die meisten mit Arbeitsverträgen über 30 Wochenstunden - betreuen jetzt die Kinder in all den Tagesstätten. "Wir brauchen zum Sommer noch fünf Erzieherinnen", sagt Cornelia Mennecke. Der Altersdurchschnitt des Kita-Personals ist in den vergangenen zwei Jahren durch die Einstellung von bereits zehn Absolventen schon rapide gesunken. "Dadurch ziehen ja auch junge Leute her", sieht sie einen positiven Nebeneffekt - vielleicht auch für neuen Nachwuchs in den Kitas.



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Copyright © Volksstimme 2014
Dokument erstellt am 2013-02-08 02:12:40
Letzte Änderung am 2013-02-08 02:12:40

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Vom 16. bis 19. August jeden Tag um 7:00 Uhr?

von der_nutzer am 21.08.2014, 20:17 Uhr

Ohne es zynisch zu meinen (oder doch ?) : Die Altmark, unendliche Weiten. Sie befinden sich an einem Ort, den schon lange zuvor niemand mehr gesehen hat….dieses oder Ähnliches könnte man formulieren, schaut man in die Zukunft der Altmark, wenn die Bahn ihre "Pläne" so umsetzt, wie sie es zu tun gedenkt. Aber wenn dann die Autobahn gekommen ist, und sich in, na sagen wir mal 10 Jahren die ersten Großkonzerne wegen der niedrigen Immo-Preise und der sklavenartigen Löhne, weil es ja sonst keine andere Arbeit gibt, dort ansiedeln wollen, da werden sie mal sehen, wie schnell die Bahn da mitverdienen will. Und DA sollten sich die entsprechenden Kommunen dann aber auch nicht kleinlich in den Forderungen zeigen, wenn es um Durchfahrgenehmigungen durch ihr Territorium und dergleichen geht, soll heissen, es der Bahn dann mit gleichem Zoll zurückzahlen. Und wenn diese Bahn der Meinung ist, die Menschen an den Gleisen hier und jetzt hängen lassen zu können, weil "es sich gerade mal nicht lohnt", dann sollten die entsprechenden Gemeinden einmal prüfen, ob sie die momentane Nutzung der Flächen, auf denen die Gleise verlegt wurden, nicht doch irgendeiner wichtigeren Nutzung zuführen könnten, die dann eine Art Kompensation darstellen würden, z.B. billige Ansiedlung von oben schon erwähnten Konzernen zu nicht zu ignorierenden Angeboten auf eben diesen frei gewordenen Flächen und somit auch Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort. Dann bräuchte auch niemand mehr die Bahn , denn alle könnten mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuss zur Arbeit gehen….Oder aber, wie schon oben erwähnt: Die Altmark, unendliche Weiten...

von pupula am 20.08.2014, 20:45 Uhr

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