• 21. August 2014



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Zwei Ausstellungen über Schriftsteller und Fernsehmacher im Gleimhaus sowie im Burchardi-Kloster / Theaterstück in Kammerbühne hat Premiere


Alexander Kluge - Halberstadt ehrt großen Sohn der Stadt gleich mehrfach

13.11.2013 02:10 Uhr |


Von Renate Petrahn


Gerold Ströher, Barbara Fressner und Arnold Hofheinz (von links) stellten bei der Matinee im Gleimhaus als Papierpuppen den familiären Hintergrund von Alexander Kluge dar.

Gerold Ströher, Barbara Fressner und Arnold Hofheinz (von links) stellten bei der Matinee im Gleimhaus als Papierpuppen den familiären Hintergrund von Alexander Kluge dar. | Foto: Renate Petrahn Gerold Ströher, Barbara Fressner und Arnold Hofheinz (von links) stellten bei der Matinee im Gleimhaus als Papierpuppen den familiären Hintergrund von Alexander Kluge dar. | Foto: Renate Petrahn

Halberstadt l Gleich doppelt ist Alexander Kluge im Halberstädter Gleimhaus geehrt worden. Der in Halberstadt geborene Denker, Fernsehproduzent, Schriftsteller und Drehbuchautor, der auch Kirchenmusik und Geschichte studiert hat, stand im Mittelpunkt einer Matinee des Nordharzer Städtebundtheaters zur bevorstehenden Uraufführung des Stücks "Alexander Kluge. Hoffnung und Widerstand" von Sebastian Fust. Unmittelbar darauf folgte jetzt die Ausstellungseröffnung "Alexander Kluge, Halberstadt", die bis zum 21. April 2014 im Literaturmuseum Gleimhaus zu sehen ist.

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Und damit nicht genug: Am morgigen Donnerstag, 14. November, findet um 17.30 Uhr die Eröffnung des Ausstellungsteils beim John-Cage-Orgel-Kunst-Projekt im Herrenhaus des Burchardi-Klosters statt. Um 19.30 Uhr folgt die Premiere von "Alexander Kluge. Hoffnung und Widerstand" in der Kammerbühne.

Das Theater-Stück über Kluge setzt die "Text:"-Reihe vom vergangenen Jahr fort, in der Leben und Werk Alexander Kluges schon im Mittelpunkt gestanden hatten. Regie führt Katrin Plötner, für das Bühnenbild und die Ausstattung zeichnete Anneliese Neudecker verantwortlich. Plötner und Neudecker haben unter anderem bereits am Münchner Residenztheater "Die Hamletmaschine" von Heiner Müller und "Der Komet", ein Abend nach Motiven von Jean Paul, inszeniert.

Wenn es sich um Kluge dreht, stellt sich quasi automatisch die Frage: Wie kann sein Kosmos erfasst werden? Und wie können seine als sperrig geltenden Texte für die Bühne spielbar aufbereitet werden?

Die Halberstädter Produktion, in die Dramaturgin Johanna Jäger einführte, bietet eine ebenso überraschende wie gangbare Lösung, nämlich den Weg über den biographischen Bezug, denn "die Erkundung des Phänomens der Geschichte und des Schicksals beginnt in Halberstadt".

Eine Lösung, die Kluge selbst auch gefallen müsste. Zwei Schlüsselerlebnisse bilden den tragfähigen Boden: Die Bombardierung von Halberstadt am 8. April 1945 und die Scheidung der Eltern im Jahr 1941. Letztere für ihn "eine Triebfeder seines Schaffens, sie symbolisch wieder zu vereinen".

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich das Geschehen auf mehreren Ebenen. So agieren die Schauspieler als Zirkusartisten, als Schattenspieler und als Papierpuppen - vor allem in Bezug auf den familiären Hintergrund. In dem Stück, das Kluges Montagetechnik folgt, spielen Barbara Fressner, Arnold Hofheinz und Gerold Ströher. Sie sind als Artistin, Zirkusdirektor und Clown in einem kleinen, feinen und auch etwas armseligen Zirkus die Begleiter des Publikums auf seiner Reise durch Kluges Werk, zu dem "nicht nur die Fakten, sondern immer ein Stück Emotion dazugehört" und in dem "Lebensgeschichte eigentlich Zeitgeschichte" ist.

Die "Verbindung von Gefundenem und Erfundenem" thematisierte Ute Pott bei ihrer Führung durch die Ausstellungsräume, in denen Gleim temporär ein wenig Platz für Alexander Kluge machte. Hier erfährt man viel zum familiären Hintergrund in Halberstadt, eine Einführung ins vielseitige Werk von Kluge sowie eine ausführliche Vorstellung des Autors Kluge, darunter Interviews, die Alexander Kluge mit Helge Schneider gemacht hat, und die natürlich einen lustigen Anstrich haben.

Das Theaterprojekt des Nordharzer Städtebundtheaters, die Ausstellungen im Gleimhaus und im Herrenhaus des Burchardi-Klosters werden gute Begleiter sein, um Kluges Leben und Wirken näher kennenzulernen. Ergänzt werden diese Komponenten mit einer Publikation zur Uraufführung und zur Ausstellung, die ab Donnerstag bei den Projektpartnern erhältlich ist.

Zudem ist beim Neuen Familienkundlichen Abend am heutigen Mittwoch Kluges Schwester Alexandra im Gleimhaus zugegen. Gleimhausdirektorin Ute Pott spricht ab 19.30 Uhr über den Vater der Geschwister, den Theaterarzt Ernst Kluge.



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Copyright © Volksstimme 2014
Dokument erstellt am 2013-11-13 02:10:19
Letzte Änderung am 2013-11-13 02:10:19

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Ohne es zynisch zu meinen (oder doch ?) : Die Altmark, unendliche Weiten. Sie befinden sich an einem Ort, den schon lange zuvor niemand mehr gesehen hat….dieses oder Ähnliches könnte man formulieren, schaut man in die Zukunft der Altmark, wenn die Bahn ihre "Pläne" so umsetzt, wie sie es zu tun gedenkt. Aber wenn dann die Autobahn gekommen ist, und sich in, na sagen wir mal 10 Jahren die ersten Großkonzerne wegen der niedrigen Immo-Preise und der sklavenartigen Löhne, weil es ja sonst keine andere Arbeit gibt, dort ansiedeln wollen, da werden sie mal sehen, wie schnell die Bahn da mitverdienen will. Und DA sollten sich die entsprechenden Kommunen dann aber auch nicht kleinlich in den Forderungen zeigen, wenn es um Durchfahrgenehmigungen durch ihr Territorium und dergleichen geht, soll heissen, es der Bahn dann mit gleichem Zoll zurückzahlen. Und wenn diese Bahn der Meinung ist, die Menschen an den Gleisen hier und jetzt hängen lassen zu können, weil "es sich gerade mal nicht lohnt", dann sollten die entsprechenden Gemeinden einmal prüfen, ob sie die momentane Nutzung der Flächen, auf denen die Gleise verlegt wurden, nicht doch irgendeiner wichtigeren Nutzung zuführen könnten, die dann eine Art Kompensation darstellen würden, z.B. billige Ansiedlung von oben schon erwähnten Konzernen zu nicht zu ignorierenden Angeboten auf eben diesen frei gewordenen Flächen und somit auch Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort. Dann bräuchte auch niemand mehr die Bahn , denn alle könnten mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuss zur Arbeit gehen….Oder aber, wie schon oben erwähnt: Die Altmark, unendliche Weiten...

von pupula am 20.08.2014, 20:45 Uhr

Viele Milchkühe leben in vollautomatisierten Fabriken anstatt auf grünen Wiesen. Andere leben in kleineren Ställen in tierquälerischer Anbindehaltung. Hochleistung vollbringen müssen sie alle. In "Melkkarussells" werden Milchkühe von Robotern gemolken, Computer überwachen alle Daten. Zwischen 20 und 40 kg Milch müssen sie am Tag geben? für jeden Liter Milch muss eine Kuh 500 Liter Blut durch ihr Euter pumpen. Knochenbrüche und Stoffwechselkrankheiten sind unter den Bedingungen in vielen Milchfabriken keine Ausnahmen, der Körper entzieht sich selbst Energie. Unter diesen Belastungen sind die Tiere nach spätestens 5–7 Jahren ausgelaugt und unrentabel. Der letzte Gang führt zum Schlachthof.

von fuerTiere am 20.08.2014, 12:45 Uhr

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