Groß Quenstedter Kleintierfreunde und Gäste zeigten kürzlich in einer Leistungsschau ihre Zuchterfolge. Der Vereinsvorsitzende äußerte sich zufrieden mit dem Ergebnis, kritisierte aber auch einige neue Entwicklungen bei der Zucht.

Groß Quenstedt. Keine leichte Aufgabe hatten die Organisatoren der jüngsten Ortsschau der Rassegeflügelzüchter in Groß Quenstedt. Angesichts der Winterwetterlage mussten Absagen von auswärtigen Züchtern und Preisrichtern befürchtet werden. Damit die Ausstellung in der Groß Quenstedter Mehrzweckhalle auch "etwas hermacht", sind stets auswärtige Züchter mit dabei. "Bis auf einen Zuchtfreund aus Osterwieck waren wir trotz des Wetters komplett", freute sich Vereinsvorsitzender Rüdiger Habermann.

"Mit unserer Schau wollen wir die gesamte Palette der Zuchtmöglichkeiten demonstrieren", betonte Habermann. Bei manchen Farbschlägen und bestimmten Schattierungen von Neuzüchtungen sei es allerdings "zu viel des Guten", äußerte sich der erfahrene Züchter kritisch. Nach der Wende sei man zunächst froh gewesen über die neue Vielfalt. Jetzt werde die Arbeit der Preisrichter immer schwieriger. So mancher Zuchtfreund sei enttäuscht, wenn sein Ausstellungstier nur mit der B-Note bewertet wird. "Es hat doch keinen Zweck, hier vor Ort ein Auge zuzudrücken und bei der Kreisausstellung fällt der Züchter durch", gab der Fachmann zu bedenken.

Die Tendenz gehe immer öfter zu größeren Tieren: "Da schaut man einfach mehr hin". Das würde aber wie bei den Tauben dazu führen, dass diese Tiere nicht mehr fliegen können und im Käfig bleiben müssen. "Sonst besteht für sie die Gefahr vom Habicht gefangen zu werden", machte Habermann deutlich.

Größtes Problem sei auch in Groß Quenstedt die Nachwuchssicherung für den Verein. Er sei deshalb froh, mit der 9-jährigen Anna-Luise Koch eine erfolgreiche, junge Taubenzüchterin im Verein zu haben, die das beste Jungtier mit der höchsten Bewertung von 97 Punkten präsentierte. Auch Jan Ulrich (7) gehört mit seinem Zwerghühnern, den "Araucanas", zum erfolgreichen Nachwuchs. Alle 21 Vereinsmitglieder hoffen in vier Jahren gemeinsam das 100. Gründungsjubiläum feiern zu können.

Seit 1995 ist Henning Döring Ausstellungsleiter im Bereich Geflügel. Mit seinen Warzen-enten konnte er dieses Mal den Vereinsmeistertitel holen und stellte auch das beste Jungtier. Bei den Hühnern erwarb das neue Vereinsmitglied Rudi Martin aus Halberstadt mit seinen Wyandotten den Titel "Vereinsmeister" und den Kreisverbands-Ehrenpreis.

Erstmals wurde wieder ein Günter-Danneberg-Gedächtnispreis vergeben, und zwar an Rüdiger Habermann. Dieser Wanderpokal kann, nach dreimaliger Vergabe an den gleichen Züchter, bei diesem verbleiben.

In der Sparte "Kaninchen" ist Dietmar Wiedenbein Ausstellungsleiter. Seine Deilenaar-Tiere landeten gemeinsam mit den Thüringern von Heinz Siebert mit jeweils 385 Punkten auf Platz eins bei der Vereinsmeisterschaft. Wiedenbein ist seit vier Jahren Ausstellungsleiter und betreut etwa 50 eigene Tiere. Mit seiner erfolgreichen Zucht ist er auch Mitglied in Verbänden in Niedersachsen und Sachsen.Bei den Kaninchen wurden der beste Rammler von der Zuchtgemeinschaft Reulecke, die beste Häsin von Erich Raabe und das beste Jungtier von Robert Jerxsen aus Harsleben ausgezeichnet. Mit 110 Tieren aus mehreren Orten des Landkreises, die siebenmal mit "vorzüglich", 25 Mal mit "hervorragend" und 25 Mal mit "sehr gut" bewertet wurden, ist der Ausstellungsleiter sehr zufrieden.