Der geführte Spaziergang durch den Halberstädter Tiergarten hat nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr auch am Neujahrsmorgen 2014 zahlreiche Interessierte angelockt. Nahezu 100 Gäste hat das Team am gestrigen Vormittag gezählt. Die Besucher sind für das Frühaufstehen bestens belohnt worden.

Halberstadt l Silvester und Neujahr erfordern von den Tiergarten-Mitarbeitern immer große Anstrengungen. "Wegen der Knallerei haben wir uns zum Jahreswechsel viel Zeit in der Anlage genommen, beruhigten die Tiere und sorgten mit Radiomusik für Ablenkung", sagte Michael Bussenius, bevor er sich seiner ganz besonderen Aufgabe am gestrigen Morgen widmete.

Der Vizechef des Tiergartens begrüßte gemeinsam mit seinem Bruder Mathias und der Lama-Dame "Söckchen" zahlreiche Besucher zum Neujahrsspaziergang, darunter die Gewinner der Volksstimme-Aktion. Und ohne viel Umschweife ging es auf einen rund einstündigen Rundgang. "Das Lama habe ich vor fünfeinhalb Jahren mit der Flasche aufgezogen", berichtete Michael Bussenius und fügte hinzu: "Mittlerweile liebt ¿Söckchen\' öffentliche Auftritte.".

Erste Station waren die Erdmännchen. Hier durften Fabian Benz aus Neu-Ulm und Stijn de Vries aus Holland das Futter in das Gehege bringen. Die zehn- und neunjährigen Halberstadt-Gäste waren mit ihren Familien ganz angetan von der Möglichkeit, die Mehlwürmer und gekochten Eier den aus Afrika stammenden putzigen Vierbeinern selbst anbieten zu können.

Um ganz andere Größenordnungen ging es bei den Trampeltieren "Abdul" und "Fatima". Hier bot sich die Gelegenheit, das eigene Wissen zu testen, denn es wurde gefragt, wie lange solche Tiere ohne Wasser auskommen und wie viel Liter sie anschließend auf einmal zu sich nehmen können. Einige Antworten waren "schon ganz nah", so das Experten-Duo Bussenius und klärte auf: "Zwei Wochen können die Kamele ohne Wasser auskommen und schaffen es, auf einmal bis zu 200 Liter zu trinken." Nach dem Wissenstest fütterten Besucher die 2,40 Meter hohen und 1,2 Tonnen schweren Tiere mit trockenen Brötchen und Bananen.

Im nächsten Gehege wurde fleißig ein Glücksschwein gestreichelt. Glück hatten übrigens die ersten 25 Tiergarten-Besucher. Sie wurden von "Waldschänke"-Wirt Nils Rode und Mitarbeiterin Michaela Fritsch mit einem Glas Sekt begrüßt. Sie hoffen ebenso wie die Tiergarten-Verantwortlichen, dass auch 2014 wieder über 77 000 Besucher in die zehn Hektar große Anlage mit ihren fast 400 Tieren in 85 Rassen und Arten kommen. "Der Winter war im vorigen Jahr ziemlich lang", erinnerte Mathias Bussenius, bevor die Neujahrs-Gäste mit einer interessanten Papageien-Schau belohnt wurden.

Die Arbeit in diesem Gehege sei stets spannend. Die Papageien lieben die Abwechslung ebenso wie die Gelbhaubenkakadus. "Letztere sind aber sehr schreckhaft", sagte Michael Bussenius. Ein Heißluftballon genüge, und schon sind Vögel auf der Flucht. "Die Kleinen kommen allein zurück zu ihrem Futter, die Großen müssen manchmal mit der Feuerwehr von den großen Bäumen geholt werden", berichtete er weiter. Neben den kleinen Vorführungen hatten einige Besucher die Möglichkeit, einen Papagei auf ihrem Kopf sitzend oder ihnen die Mütze stehlend zu erleben.

Wie sich Zoo-Tiere hinter dem Zaun fühlen und Besucher beobachten, das konnten einige Neugierige im Affengehege hautnah erleben. Zur Fütterung mit kleinen Häppchen kamen die zutraulichen Tiere schnell heran und schnappten sich die Leckereien. Das possierliche Schauspiel hielten viele Besucher zur Erinnerung mit der Fotokamera fest.

"Eine tolle Sache", sagte die Familie aus den Niederlanden am Ende des Rundgangs. Eine Familie aus Neinstedt stimmte zu. Sie hatte von der Einladung in der Volksstimme gelesen und freute sich über die vielen Neuigkeiten und vor allem über die praktischen Hinweise, die sie über die Halberstädter Zootiere sammeln konnte. So war für Gastgeber und Gäste die zweite Auflage des Neujahrsspaziergangs durch den Tiergarten in der Domstadt - wie zur Premiere vor einem Jahr - wieder ein Erfolg.

 

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