Magdeburg/Halberstadt l Zum Jahreswechsel hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Zu ihnen gehört der 72-jährige Agrarwissenschaftler Dr. Uwe Wegener aus Halberstadt.

Uwe Wegener war Mitbegründer des Nationalparks Hochharz und ist auf vielen Gebieten des Naturschutzes aktiv. "Das war eine Teamarbeit, deshalb muss ich den Dank weitergeben", sagte der Ausgezeichnete. Diese Leistungen hob auch der Ministerpräsident hervor. Haseloff: "Sie sind lebenslang auf der Suche nach der Vereinbarkeit zwischen Landschaftsnutzung und Landschaftsschutz. Folgerichtig wurden Sie auch zu einem der Initiatoren des Nationalparks Hochharz, der seit 1990 entstand. So sind Sie durch unermüdliche Arbeit zu einer Institution des Naturschutzes der gesamten Harzregion geworden."

Diese Aufgabe sieht Wegener noch nicht vollendet. "Wir müssen jeden Tag das neue Wir-Gefühl schmieden", betonte er mit Blick auf die Zusammenarbeit zwischen Ost und West im Harz, zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Noch hat er in der Wernige- röder Harz-Verwaltung einen Schreibtisch und ist stellvertretender Vorsitzender des Nationalparkbeirats Harz.

"Eigentlich wollte ich einmal Förster werden", gestand der Halberstädter. Nach seinen frühen Kontakten zum Museum Heineanum schlug er zunächst den Weg zum Studium der Agrarwissenschaften ein. Es folgten berufliche Stationen in verschiedenen Forschungseinrichtungen, dabei spielte der Naturschutz immer eine wichtige Rolle.

Nach sieben Jahren Fernehe zog es den Wissenschaftler in die Heimat nach Halberstadt. Hier wurde er Naturschutzwart im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Wernigerode.

"Der Start war nicht einfach, aber im Betrieb mit 1060 Mitarbeitern ergaben sich später viele Möglichkeiten, mehr für den Naturschutz zu tun." In der Gesellschaft begann langsam ein Umdenken. Ehrenamtliche Helfer wurden für Einsätze in der Natur gewonnen.

Inzwischen ist auf allen gesellschaftlichen Ebenen die Bedeutung des Naturschutzes klar geregelt. "Wichtig ist es, immer mit den Bewirtschaftern der jeweiligen Flächen zusammenzuarbeiten", betonte der Fachmann. Natürlich könnten sich die Naturschützer nicht immer durchsetzen. Bei der B 6n habe man sich damals Pläne für eine Linienführung weiter weg vom Harz, näher an Halberstadt eingesetzt. Dass diese Straße heute aber so gut angenommen wird, freut auch ihn.

Mit dem Druck, den heute der BUND gegen die Autobahn 14 aufbaut, kann sich der Halberstädter nicht identifizieren. "Wenn die Mehrheit für diesen Neubau ist, muss man das in einer Demokratie auch akzeptieren, auch wenn man dazu persönlich eine andere Meinung hat."

Neben seinen vielen ehrenamtlichen Aufgaben kümmert sich Uwe Wegener privat um vier Hektar Bergwiesen, arbeitet im Landschaftspflegeverband Harz mit, betreut eine Streuobstwiese bei Sargstedt. Hier liegen ihm bedrohte Pflanzen wie Orchideen besonders am Herzen.

Reisen mit Ehefrau Ortrud waren immer ein Höhepunkt. Beide liebten schon vor der Wende Sibirien. Nach Touren durch die Nationalparks der USA zog es das Paar wieder nach Osten, bis nach Kamschatka und in die Mongolei. "Die Insel Sachalin steht jetzt noch auf unserem Wunschzettel." Und dann sind da noch die Buchprojekte. Das begann mit Fachbüchern zum Naturschutz in der DDR-Zeit, 2002 mit der Aufarbeitung der deutsch-deutschen Naturschutzgeschichte, es folgten Werke zum Thema Nationalpark Harz und 2014 soll ein Werk zum Hochharz erscheinen.

Was wünscht sich der Halberstädter für 2014? "Wie überall hat auch der Naturschutz mit dem Nachwuchsproblem zu kämpfen." Uwe Wegener hofft, dass sich doch mehr Jüngere für die Problematik mitreißen lassen.