Ob Familienfeier oder Vereinsfest - Groß Quenstedt besitzt derzeit keine entsprechenden Räumlichkeiten. Denn der Gemeinderaum ist zu klein und der Mehrzweckhalle fehlt die notwendige Funktionalität. Die Situation könnte sich jedoch bald ändern, denn es gibt Pläne für ein multifunktionelles Gemeindezentrum. Der im August 2009 gegründete Verein Kultur- und Gemeindezentrum St. Petri setzt alles daran, das Projekt zu verwirklichen. Am kommenden Mittwoch lädt er zu zwei Informationsveranstaltungen ein.

Groß Quenstedt. "Wenn in Groß Quenstedt gefeiert werden soll, dann taucht immer die Frage nach dem Wo auf. Denn die einst – auch für solche Zwecke – errichtete Mehrzweckhalle ist nicht mehr zeitgemäß und der vorhandene Gemeinderaum bietet zu wenigen Personen Platz", weiß Tino Wiedenbein. Er erinnert daran, dass nach der Wende immer wieder mal Gelder für die Halle geflossen seien, doch ihr Zustand nie wirklich verändert wurde. Seit dem Frühjahr 2009 liegen ehrgeizige Pläne vor, die diese Situation ändern können. Das ortsansässige Architekturbüro Gardzella, welches in der Vergangenheit immer wieder engagiert daran mitwirkte, die Verschönerung des Ortes voranzutreiben, hat seine Idee für ein multifunktionelles Gemeindezentrum bereits komplett durchgeplant.

Das vor über einem Jahr in einer Veranstaltung öffentlich vorgestellte Projekt stieß jedoch nicht nur auf Zustimmung. "Die Meinungen sind sehr gespalten. Während die einen die Idee begrüßen, setzen andere auf den Erhalt der Mehrzweckhalle, melden Bedenken an wegen der Nutzung des Kirchengeländes oder meinen, dass das nicht finanzierbar sei." Einige der Befürworter haben am 5. August 2009 den inzwischen eingetragenen Verein Kultur- und Gemeindezentrum St. Petri gegründet, der heute 30 Mitglieder zählt.

"Unsere vorrangige Aufgabe ist die Beschaffung von Fördermitteln, denn damit soll das mit 1,15 Millionen Euro veranschlagte Projekt realisiert werden", erklärt Vereinsvorsitzender Tino Wiedenbein. Er verweist darauf, dass bereits Mittel aus dem Programm "Leader plus" in Höhe von 350 000 Euro zugesichert wurden, sich dann aber herausstellte, dass diese nicht mit Landesfördermitteln gekoppelt werden dürfen. Aus diesem Grund musste darauf verzichtet werden.

Inzwischen hat das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr eine Förderung in Aussicht gestellt.

"Unser Projekt hat Modellcharakter, weil das Zentrum von der politischen und der kirchlichen Gemeinde sowie den Bürgern genutzt werden kann", so Vereinsmitglied Roman Schwarz. Er verweist darauf, dass auch Banken ihre Unterstützung zugesagt hätten.

Der Vereinsvorstand kommt regelmäßig zusammen und setzt alles daran, die maximale Förderung auszureizen.

Inzwischen hat der Kirchenbeirat ein positives Votum abgegeben. Er hat vom Grundsatz her keine Einwände und kann sich sogar vorstellen, das alte Pfarrhaus aufzugeben. Dafür geplante Ersatzmittel würden dann in den Neubau fließen. Derzeit wird ein Antrag durch die Landeskirche zur finanziellen Unterstützung des Zentrums geprüft.

Das soll auf den Grundmauern des in den 1970er Jahren abgerissenen Kirchenschiffs der St.-Petri-Kirche gebaut werden, wobei der unter Denkmalschutz stehende romanische Turm integriert wird. Der Neubau ähnelt einem Kirchenschiff und wirkt dadurch weder fremd, noch störend.

Darin sind unter anderem Räumlichkeiten für 25 bis 200 Personen sowie Sanitär- und Umkleideräume, Küche und Theke vorgesehen, so dass die unterschiedlichsten Veranstaltungen von der Geburtstagsfeier bis zum großen Fest der Vereine dort stattfinden können.

"Wir hätten dann ein modernes, angemessenes und vielseitig nutzbares Zentrum in der Mitte unseres Ortes, könnten den Schulsport weiter absichern, den Vereinen zahlreiche Entfaltungsmöglichkeiten bieten und auch Nutzer aus umliegenden Gemeinden anlocken", unterstreicht Tino Wiedenbein. Außerdem werte der architektonisch gut durchdachte Bau das Dorf auf.

Um alle interessierten Bürger noch einmal zu informieren und aktuelle Entwicklungen aufzuzeigen, hat der Verein am Mittwoch, dem 12. Januar, zwei Informationsveranstaltungen geplant. Diese finden um 16 Uhr und um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle statt. Am Sonntag, dem 16. Januar, sind die Groß Quenstedter aufgefordert, ihre Meinung zum Projekt im Wahllokal zu äußern.