Stiege (bfa) l Die Zahl der Austrittsbeschlüsse zum Verlassen der Stadt Oberharz am Brocken wächst. In einer außerordentlichen Tagung hat sich am der Rat im Ortsteil Stiege am Mittwochabend für ein Verlassen der Einheitgemeinde ausgesprochen. Grund ist mehrfach auch von Bürgern beklagter Verlust an Lebensqualität und zu wenig Engagement der Stadt in diesem Ortsteil. Rund 200 000 Euro habe man durch Landverkäufe und anderes mehr in das Stadtsäckel eingebracht, so Ortschef Helmut Hoppe (Wählergemeinschaft Heimat Stiege), zurückbekommen habe die Gemeinde jedoch kaum etwas. Dafür verlor sie die Touristinformation als Anlaufstelle für die Bürger, zögerten sich Reparaturen hinaus, zeichne sich die Schließung des Jugendklubs ab fürchte man die Schließung des Kindergartens. "Wir fühlen uns innerhalb der zehn Orte benachteiligt und müssen ein Signal senden - so geht es nicht weiter", fasste Hoppe den Standpunkt zusammen. Der Rat wisse, dass derartige Beschlüsse vermutlich nicht rechtlich wirksam sind. "Wir haben kenne andere Wahl, das musste jetzt mal gesagt werden."

Stiege ist der dritte Ort im Aufstand gegen die 2010 gegründete Einheitsgemeinde. Auch in Elend und Hasselfelde haben die Ortschaftsräte einstimmig für ein Verlassen der Kommune gestimmt. Zusammen vertreten sie rund 4000 der insgesamt gut 11000 Einwohner zählenden Kommune Oberharz.