Mehr Beteiligung der Bürger bei der Gestaltung der Stadt - das hat sich die Stadtverwaltung auf die Fahnen geschrieben. Möglich werden soll das über eine engere Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes.

Halberstadt (sc) l Im Land wird derzeitig intensiv darüber debattiert, wieviel direkte Demokratie in der Landesverfassung festgeschrieben werden soll. Es geht um Bürgerentscheide und Bügerbegehren und die Zahl der Einwohner, die entsprechende Ansinnen unterstützen müssen.

In Halberstadt will man auch mehr Beteiligung der Bürgerschaft, ist einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung zu entnehmen. Das Instrument der Wahl ist für die Verwaltung dabei das sogenannte Integrierte Stadtentwicklungskonzept für Halberstadt. Das hat der Stadtrat bereits im Sommer 2013 beschlossen. Doch es soll nicht zum Papiertiger verkommen. Damit das für die Einwohner der Stadt deutlich wird, sollen sie intensiver und mehr einbezogen werden in den Prozess der Stadtentwicklung, der zukünftigen Gestaltung der Stadt. "Wir brauchen die Hinweise, Ideen, kritischen Anmerkungen und den Dialog mit den Einwohnern", betont Stadtsprecherin Ute Huch. Nur so könne man gemeinsam die Stadt voranbringen.

Mit dem Konzept wird keine völlig neue Entwicklung eingeleitet. Neben einigen neuen Zielen sind in dem Papier viele Aufgaben benannt, die kontinuierlich oder mit noch mehr Nachdruck weiterverfolgt werden sollen. So zum Beispiel die Aufgaben der Stadtsanierung und des Stadtumbaus, der Weg zur barrierefreien Kommune, die vielfältige Kulturlandschaft, ein gesundes wirtschaftliches Umfeld.

Regelmäßig tagt eine Gruppe von Entscheidern, die sogenannte Lenkungsgruppe, unter der Leitung von Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke), um Umsetzungsstrategien und Reihenfolge bei der Umsetzung der Aufgaben festzulegen.

Ein kleines Vorbereitungsteam unterbreitet dazu Vorschläge: Was ist schon erledigt, was ist als nächstes dran, wer übernimmt welche Aufgaben, wen braucht die Verwaltung zur Unterstützung, woher kommt das Geld?

Neu ist nun, dass die Öffentlichkeit noch stärker als bisher in die Umsetzung von Einzelmaßnahmen einbezogen werden soll. "Das ist leichter gesagt als getan, denn wie erreichen wir die Einwohner und Gäste Halberstadt, für die wir schließlich planen? Was ist mit den Kindern, Jugendlichen, denjenigen, die erst spät von der Arbeit kommen?", sagt Ute Huch.

"Eine echte Beteiligung im Sinn von Mitdenken und Mitentscheiden wäre eine neue Qualität in der Zusammenarbeit von Verwaltung und Einwohnern", betont Oberbürgermeister Henke. "Bei der weiteren Arbeit an der Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes wollen wir das Experiment wagen, mehr und frühzeitiger mit den künftigen Nutzern zusammenzuarbeiten: Mit den Bürgern. Deshalb meine Bitte: beteiligen Sie sich!", so Henke.

Der kurze Draht zur Stadt Halberstadt ist über das Bürgertelefon (0 39 41) 55 10 55 möglich oder über das Internet. Dort ist auch das Stadtentwicklungskonzept zu finden.

Link zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept: www.halberstadt.de/media/pdf/leben_wohnen/stadtplanung/isek/isek_hbs_web-mit_karten.pdf.