Wenn Dardesheims Ortszentrum quasi zugeparkt ist, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass in der Sekundarschule "Thomas Mann" etwas los ist. Am Sonnabend zum Tag der offenenn Tür zog die Einrichtung viele Besucher an.

Dardesheim l In erster Linie ist dieser Tag alljährlich für die - diesmal 127 - Viertklässer und deren Eltern aus dem Einzugsbereich gedacht, bevor sie sich entscheiden, ob die Schullaufbahn ab kommendem Unterrichtsjahr an der Dardesheimer Sekundarschule oder am Osterwiecker Gymnasium weitergeht.

In den Grundschulen Badersleben, Bühne und Osterwieck gab es schon Elternabende zu dem Thema, in Hessen ist er am 27. Januar geplant, berichtete Schulleiterin Helga Hirth. Gegenüber den Eltern wird nicht ohne Grund unterstrichen, welch hohe Lernanforderungen auf Gymnasiasten zukommen. Jedes Jahr wechselt etwa ein Dutzend Schüler vom Gymnasium zur Sekundarschule nach Dardesheim. Vor allem aus den Klassenstufen 8 und 9. Und vergleicht man am Gymnasium die Zahlen der Fünftklässler und der Abiturienten, so klafft da eine gar nicht mal so kleine Lücke. Viele Schüler schaffen es nicht bis zum Abitur.

Hirth schätzt aus Erfahrung, dass im Sommer an jede der beiden weiterführenden Schulen etwa die Hälfte der Grundschüler kommen wird.

428 Schüler besuchen derzeit die Thomas-Mann-Schule. Sie lernen in 19 Klassen. Das ist schon über der Kapazität, für die die Einrichtung vor 15 Jahren baulich erweitert wurde. Helga Hirth hofft, dass in diesem Jahr der Landkreis damit beginnt, einen neuen Anbau zu errichten. Dieser hätte zwei große Klassenräume und ein Gruppenzimmer. "Sonst platzen wir aus allen Nähten."

Trotz des knappen Platzes, "Schüler und auch deren Eltern berichten uns immer wieder, dass sie sich hier wohlfühlen", berichtet Hirth. "Darüber freuen wir uns."

Dazu dürfte auch das Angebot drumherum beitragen. Die Arbeitsgemeinschaften von Chor, Gitarre, Bibliothek, Kreatives Gestalten, Umwelt bis zum Sport. Vereine und Schule kooperieren im Fußball, Boxen und Bogenschießen. Es gibt für die höheren Klassenstufen Tanzkurse. Zu einem Aushängeschild mausert sich die Schülerfirma namens Schülerfarm. Das Windparkfest war gleich zum Beginn des Schuljahres ein Höhepunkt. Im September werden die Neuen dann gleich ein Hoffest erleben dürfen.

Als Schule gegen Rassismus steht die Tansania-Hilfe hoch im Kurs. Bei verschiedenen Veranstaltungen wird für die Tansania-Projekte gesammelt, die Hartmut Barsnick, Pfarrer im Ruhestand aus Athenstedt, betreut. Im Juli wird er zusammen mit fünf Gästen aus dem afrikanischen Land in die Dardesheimer Schule kommen. "Da freuen wir uns drauf", sagte Helga Hirth.

Über all das und mehr wurde beim Tag der offenen Tür informiert. Die Schüler besetzten Stände, zeigten, was sie geschaffen haben. Wie die kreativen Gestalter mit ihren Geschenkideen. Auch hier von wird ein Teil des Erlöses für Tansania gestiftet.

Die Schülerfirma verkaufte zum Beispiel Marmelade aus eigener Herstellung. 18 Mädchen und Jungen arbeiten mit, gehen zum Beispiel auf Weihnachtsmärkte im Umland, um ihre Erzeugnisse zu verkaufen. Und sie haben mit einem Friseursalon in Badersleben, der Stadtinformation Osterwieck und einem Verein in Blankenburg sogar Kooperationspartner gefunden, die ihre Waren anbieten, berichtete Lehrerin Gundula Bodenstein. Neu ist, dass die Schülerfirma seit diesem Jahr auch als Wahlpflichtkurs angeboten wird. Diese elf Schüler haben damit wöchentlich sogar drei Stunden Zeit für die Firma und beschäftigen sich mit Buchhaltung oder Marketing. "Sie lernen wie eine Firma funktioniert", fasste es Bodenstein zusammen.

Wer sich am Sonnabend deftiger stärken wollte, bekam im Schulcafé Schweinebraten mit Sauerkraut und Brötchen. Eine Idee der Schüler. Schon zwei Stunden, bevor sich die Schultüren öffneten, fand sich eine Gruppe im vollausgestatteten Hauswirtschaftsraum ein, um das Essen vorzubereiten.

 

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