Die Finanzierung des Zweckverbandes Nordharzer Städtebundtheater und des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode soll am Mittwoch durch den Kreistag beschlossen werden. Ein CDU-Antrag auf Gründung einer Kultur Harz GmbH muss hingegen noch warten.

Halberstadt l Das Votum für beide Finanzierungsvorlagen dürfte morgen Formsache sein. Sie wurden durch den Kreisausschuss bereits einstimmig zum Beschluss empfohlen.

Noch keine Mehrheit fand dort hingegen ein Antrag der CDU-Fraktion als Ergänzung zum Theater-Papier. Danach ist Landrat Martin Skiebe (parteilos) zu beauftragen, einen Gesellschaftervertrag für eine Kultur Harz GmbH zu entwerfen. Darin soll das Nordharzer Städtebundtheaters Aufnahme finden. Die Absicht sei dessen Fusion mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode bis zum Abschluss des jetzigen Finanzierungszeitraumes 2014 bis 2018.

Thomas Balcerowski erinnerte daran, dass die dafür notwendigen Strukturen eigentlich bereits bis 2010 geschaffen werden sollten. Der CDU-Fraktionschef: "Dieses Ziel ist von uns nicht gerissen worden." Stattdessen hätten die Harzer bisher "Glück gehabt". Balcerowski: "Das sollte man nicht überreizen." Die Bildung einer solchen GmbH sei "ein Befreiungsschlag" für die Jahre nach 2018. Immerhin spiele dabei auch die Tatsache eine Rolle, dass der Harzkreis bis 2025 etwa 20 Prozent seiner Einwohner verlieren wird. Thales Bürgermeister: "Die Künstler müssen in ein ruhiges Fahrwasser kommen."

Birgit Voigt (SPD) sprach sich hingegen dafür aus, den Antrag vom Beschlusstext zu trennen. Die Fraktionsvorsitzende: "Wir wissen nicht, wie sich die anderen Träger dazu positionieren werden." In den Stadträten von Halberstadt und Quedlinburg müsse über die Finanzierungsvereinbarung erst noch entschieden werden.

Henning Rühe als Chef der Bürgerfraktion betonte: "Inhaltlich stimme ich voll überein." Dennoch sei er dafür, diesen Punkt in einer eigenständigen Vorlage zu verankern. Der Halberstädter: "Ob ein Beschluss dazu in diesem oder im nächsten Kreistag gefasst wird, ist eine andere Geschichte."

Stefan Brüne-Wonner (Bündnis 90/Die Grünen) forderte: "Wir müssen Taten folgen lassen." Ansonsten werde der Kreistag unglaubwürdig, so der Fraktionsvorsitzende.

Laut Martin Skiebe sei es schwierig, über Dinge zu reden, bei denen man nicht selbst Herr des Verfahrens ist.

Deshalb wird "nur" über die Finanzierung des Zweckverbandes Nordharzer Städtebundtheater entschieden werden. Laut Vertragsentwurf fließen jährlich 3,38 Millionen Euro vom Land. Zudem werden anteilige Dynamisierungskosten in Höhe von 30 442 Euro für 2014, 60 528 Euro (2015), 91 569 Euro (2016), 123 055 Euro (2017) und 155 040 Euro (2018) gefördert. Selbige ergeben sich aus steigenden Personalkosten.

Beim Philharmonischen Kammerorchester gibt das Land jährlich 341 200 Euro. Die Dynamisierungskosten belaufen sich auf 3887 Euro (2014), 7815 Euro (2015), 11 823 Euro (2016), 15 871 Euro (2017) und 19 999 Euro (2018).

Die Besonderheit gegenüber dem Theater-Zweckverband: Der Vertrag zwischen den Wernigerödern und dem Kultusministerium wurde bereits vor Weihnachten unterzeichnet.