Die Spiegelsberge locken Halberstädter und Gäste zum Spaziergang. Doch die Berge sind nicht nur ein Naturerlebnis, sondern auch Geschichtszeugen. Was die Freimaurer damit zu tun haben, soll eine Dokumentation erklären.

Halberstadt l Zum Parkfest im August soll sie vorliegen, die Dokumentation zu den Spiegelsbergen und den Freimaurern. Dafür hat sich jetzt eine Arbeitsgruppe "Landschaftspark Spiegelsberge" gebildet.

Bei einem gemeinsamen Gang durch den Park wurden mehrere Hinweise auf die Gestaltung und Nutzung der Anlage durch Freimaurer festgestellt, berichtete Initiator Friedrich Wilhelm Schröter, selbst aktiver Freimaurer.

Die Spiegelsberge wurden ab 1763 durch den Halberstädter Domdechanten Ernst Ludwig Christoph Spiegel zu Diesenberg angelegt und gehören damit zu den frühesten Landschaftsgärten in Deutschland.

"Es ist stark zu vermuten, dass Spiegel auch Freimaurer gewesen ist, denn all seine engeren Freunde, wie zum Beispiel Gleim, gehörten dem Freimaurerbund an", berichtet der Experte Siegfried Schildmacher in seiner Zuarbeit. Spiegel sei stark beeinflusst gewesen von den Ideen der Aufklärungsbewegung und öffnete seinen Park, anders als die abgeschotteten Gärten des Barock, deshalb von Anfang an für die gesamte Halberstädter Bevölkerung.

Schröter verwies darauf, dass allein 28 Gemälde von Freimaurern im Gleim-Freundschaftstempel zu sehen seien. Gleim habe außerdem dem Wörlitzer Kreis angehört.

Der Arbeitskreis will im Frühjahr den Park Marienwerder in Hannover besuchen. "Dort wurde ein Prospekt zu den freimaurerischen Elementen mit QR-Codes für Smartphones herausgegeben, über die Interessierte unterwegs passende Hördateien abrufen können", erläuterte Schröter das Reisevorhaben.

Roswitha Hutfilz will gemeinsam mit Harald Kruse eine geschichtliche Beschreibung über die Spiegelsberge beisteuern. Sie hat in einem Buch des Städtischen Museums von 1960 bereits mehrere Hinweise zur Nutzung durch die Freimaurer gefunden. Beteiligt an der Dokumentation ist auch Alexander Freiherr von Spiegel, der Leben und Wirken seines Vorfahren beleuchten wird.

Jagdschlösschen-Inhaber Chris Schöne unterstützt das Vorhaben. "Die Beweise für die Freimaurer liegen auf der Hand und wir sollten diesen Fakt in die Tourismuswerbung einfließen lassen", sagte er.