Fußgänger müssen derzeit Umwege im Halberstädter Stadtzentrum in Kauf nehmen. Grund sind die Aufräumarbeiten nach dem Abriss von alten Plattenbauten. Für die Anwohner bedeutet das Unannehmlichkeiten, für die HaWoGe steht jedoch die Sicherheit im Vordergrund.

Halberstadt l Wenn 150 Wohnungen dem Bagger zum Opfer fallen, hinterlässt das unübersehbare Spuren. Mitten im Stadtzentrum, dort, wo sich seit den 1980er Jahren 11 050 Quadratmeter Wohn- und 2190 Quadratmeter Gewerbefläche erstreckten, machen sich derzeit Schutt, Steine und Schnee breit. Schweres Gerät ist im Einsatz, um die Fläche zu säubern. Bis dahin ist an ein Durchkommen für Fußgänger nicht zu denken. Die ehemaligen Wege Richtung Rathaus sowie Bus- und Straßenbahnhaltestelle Fischmarkt sind mit Gittern und Zäunen versperrt.

Für Anwohner des Lindenweges, der Kühlinger- und der Heinrich-Julius-Straße wie Manfred Duderstadt ist genau das jedoch unverständlich. Nach dem vollendeten Abriss der Wohnhäuser bestehe keine Gefahr mehr, beklagt der Rentner. Gerade für Ältere seien die Umwege zum Stadtzentrum unzumutbar.

Diese werden sie noch einige Wochen in Kauf nehmen müssen. "In solchen Phasen ist das leider nicht anders zu handhaben", erläutert Beate Grebe. Die Geschäftführerin der Halberstädter Wohnungsgesellchaft HaWoGe fügt hinzu: "Die Sperrungen sind zur Sicherheit errichtet. Die hat für uns oberste Prämisse".

Die gute Nachricht für alle Anwohner: Es wird versucht, den Weg neben der ehemaligen Kühlingerstraße 24, dem direkten Durchgang zur Straßenbahnhaltestelle, bis Mitte Februar wieder zu öffnen. Die Aufräumarbeiten dauern insgesamt bis etwa Ende April an, informiert die HaWoGe-Chefin. "Bisher verläuft das Abrissgeschehen sehr zügig", betont Beate Grebe und bittet um das Verständnis der Bürger. "Etwas Zeit brauchen wir aber schon für die Arbeiten."

Als Ersatz für die alten Plattenbauten sollen moderne Wohnhäuser errichtet werden. Der Baustart dafür fällt frühestens im kommenden Jahr.

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