Ob Wirtschaft, Kultur oder Sport, im Osterwiecker Fallstein-Gymnasium werden Talente auf vielen Gebieten gefördert. Einen Einblick erhielten Besucher beim Tag der offenen Tür.

Osterwieck l Das Schuljahr geht auf das Halbjahresende mit Zeugnissen zu. Für die Schulverantwortlichen, aber auch die jetzigen Viertklässler und ihre Eltern der Zeitpunkt, sich schon auf das nächste Schuljahr vorzubereiten. Sekundarschule oder Gymnasium heißt die Grundsatzfrage für die Grundschüler. Und wenn Gymnasium, dann in welches. Das Fallstein-Gymnasium steht dabei im Wettbewerb mit Halberstadt, Wernigerode, Wolfenbüttel und auch Goslar, denn nach Osterwieck fahren Schüler aus rund 40 Orten. 597 Schüler lernen derzeit hier, darunter fast hundert aus Niedersachsen. Und diese kommen nicht mehr nur aus dem Bereich der Grundschule in der Partnerstadt Hornburg, sondern sogar schon aus Börßum und Immenrode (Vienenburg).

Erstmals stand zur Begrüßung die amtierende Schulleiterin Silvia Gemeiner vor den Viertklässlern und deren Familien. Sie trat im Sommer die Nachfolge von Bernd von der Heide an, ist aber auch schon ein Urgestein des Fallstein-Gymnasiums und hier seit Gründung 1991 als Lehrerin tätig.

"Gemeinsam Brücken bauen", so beschrieb sie das Schulprogramm, das auf viele Gebiete zutrifft. Brücken bauen zum Beispiel zu den Kooperationspartnern in Wissenschaft wie Hochschule Harz und Technische Universtät Clausthal-Zellerfeld sowie in Wirtschaft wie die Salzgitter AG und das Gleitlagerwerk in Osterwieck. Brücken bauen auch zu körperbehinderten Mitschülern, die hier voll integriert sind.

Gemeiner wies zudem auf zwei Besonderheiten hin. Das Gymnasium ist Ganztagsschule, und der Unterricht erfolgt in vier Doppelstunden zu 90 Minuten.

Schon immer eine Stärke der Osterwiecker Gymnasiums (aber auch der Schulen in zwei Jahrzehnten davor) ist der Basketball. 2011 und 2012 schafften die Mädchen den Sprung ins Bundesfinale von "Jugend trainiert Olympia" und belegten die Plätze zwölf und acht. Diese Arbeitsgemeinschaft, die eng mit dem Osterwiecker Sportclub kooperiert, wurden ebenso besonders hervorgehoben wie der Schachsport und die Lego-Technik-AG. Mit Julian Thiemermann stellte sich der neue Schülersprecher vor. Der Zehntklässler hat gleichzeitig den Vorsitz auf Kreisebene übernommen und ist Mitglied im Landesschülerrat geworden.

Verbindungen zum Stdtorchester nutzen

Ausgesprochen musikalisch ging es beim Tag der offenen Tür zu. Zuerst sang der Schulchor und spielte Ella Dallmann Klavier. Danach gehörte die Aula der Schülerband für eine öffentliche Probe. "Wir haben noch keinen Namen", sagte Musiklehrer Steffen Wendlik. Zum Schuljahresbeginn hatte er mehrere Schüler um sich geschart, erste Titel einstudiert und vor Weihnachten aufgeführt. Im Kern gehören acht Schüler aus verschiedenen Orten zur Band, was es nicht einfach macht, nach dem Unterricht einen gemeinsamen Probentermin zu finden.

Steffen Wendlik ist vielen bekannt als musikalischer Leiter des Stadtorchesters Dardesheim, das er zu mehreren deutschen Meistertiteln geführt hat. "Ich möchte erreichen, dass das Stadtorchester mehr hierher ausstrahlt", sagte er. Und so verstärkten auch zur öffentlichen Probe die ausgebildeten Schüler-Bläser die Band.

Eine schon älteres Kind des Fallstein-Gymnasiums ist die Schülerfirma mit dem Namen Phodio. Als sie 2003 gegründet wurde, waren viele der 17 Mitarbeiter noch nicht mal in der Schule. Über Schülergenerationen wurden Wissen und Technik weitergegeben, jetzt ist Maria Haas die Geschäftsführerin.

Die Schüler freuen sich über ihre Aufträge, freilich mit dem Spagat, dass die Schulaufgaben nicht darunter leiden und andererseits keine Konkurrenz zur privaten Wirtschaft entsteht. Momentan arbeitet die Firma an der DVD von der Berßeler 1000-Jahr-Feier, die kurz vor der Fertigstellung steht. Auch bei Jugendweihen in Dardesheim sowie diversen Schul- oder Vereinsveranstaltungen sind sie mit Videokamera und Fotoapparat dabei.

Gefreut hat man sich in der Schule, dass eine gefragte Energie-Ausstellung des Teutloff-Bildungszentrums Wernigerode für einen Tag den Weg nach Osterwieck fand. Schon die Viertklässler konnten auf den Hometrainer steigen und so nach kräftigem Strampeln feststellen, wie anstrengend es ist, Strom zu erzeugen.

In einem halben Jahr hoffen die Schulverantwortlichen, wie im Vorjahr drei fünfte Klassen bilden zu können. Dieser Jahrgang sei etwas geburtenschwächer, so dass jedenfalls keine vier Klassen wie derzeit von der Sechsten bis zur Neunten zusammenkommen.

 

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