Zahlen und Fakten zu Rotary

Gegründet wurde der erste Rotary-Club im Februar 1905 vom Rechtsanwalt Paul P. Harris in Chicago, Illinois, USA. Der Name leitet sich aus der frühen Praxis ab, sich im Rotationssystem in den Büros der Mitglieder zu treffen.

Derzeit sind weltweit mehr als 1,2 Millionen Mitglieder in über 34.000 Clubs und in mehr als 200 Ländern und Regionen aktiv. Zu ihren Grundsätzen zählt es, unabhängig, überparteilich und nicht konfessionell gebunden zu agieren.

Die Mitglieder sind Angehörige aller Kulturen, Rassen und Glaubensrichtungen. Sie sind Führungskräfte aus allen Berufsgruppen und setzen diese Fähigkeiten in ehrenamtlicher Arbeit ein. Das Motto der Rotarier lautet "Selbstlos dienen" - in der eigenen Gemeinde sowie bei internationalen humanitären Hilfsprojekten.

Der erste deutsche Club wurde 1927 in Hamburg gegründet. Heute gehören in Deutschland Rotary fast 50.000 Mitglieder an, die in 980 Clubs in 14 Distrikten organisiert sind.

Der Halberstädter Club wurde am 1. September 1991 in Wolfsburg gegründet.

Halberstadt l Sich selbst Essen zubereiten zu können, will gelernt sein. Dafür sind die Bedingungen im Landeszentrum für Hörgeschädigte Halberstadt bislang nicht ideal gewesen. Statt mit einer funktionstüchtigen Küche haben die Kinder mit einem Provisorium vorlieb nehmen müssen. Eine Schnitte oder ein Brötchen schmieren, das sei schon möglich gewesen, berichtet Dana Fesecke. "Aber wenn Plätzchen backen auf dem Plan stand, musste man mit einem Blech in der einen und einem aufgeregtem Kind an der anderen Hand rüber in die Internatsküche gehen", erläutert die Fachlehrerin weiter.

Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Für ihren Hauswirtschaftsunterricht steht den Kindern nun eine neue Küche samt Herd, Backofen und Kühlschrank zur Verfügung. "Neben dem Lesen und Schreiben steht für uns die Vorbereitung auf den Lebensalltag im Mittelpunkt", sagt Martin Eggert, Direktor der Einrichtung. Im Landeszentrum für Hörgeschädigte werden derzeit 200 Schüler mit unterschiedlich schweren Handicaps betreut.

Fördervereinsmitglieder gehen auf Sponsorensuche

In die Klasse von Dana Fesecke gehen fünf Schüler. "Sie sind taub und haben besonderen Förderungsbedarf", informiert die Pädagogin. Sie betont: "Wenn sie irgendwann in der Lage sind, selbst Eier zu kochen, dann nur, weil sie es hier gelernt haben." Grundlage dazu biete der Hauswirtschaftsunterricht.

Wie wichtig dies sei, betont auch Marion Gaido-Fietzke. Im Namen des Fördervereins suchte sie Sponsoren für das Projekt "neue Küche". "Vorsichtig habe ich beim Rotary-Club Halberstadt angefragt und auf eventuell 500 Euro gehofft. Dass die Mitglieder alle Kosten übernehmen wollten, hat mich regelrecht schockiert", erinnert sich Marion Gaido-Fietzke.

"Als gemeinnütziger Club fühlen wir uns nicht nur verpflichtet, solche Projekte zu unterstützen, sondern auch herzlich damit verbunden", sagt Rotary-Präsident Steffen Wolf, selbst Familienvater. 3600 Euro spendete der Halberstädter Club für die neue Küche. Der Präsident verspricht, dass es nicht bei einer einmaligen Unterstützung bleiben soll. Die Mitglieder wollen auch künftig den Kontakt zur Schule halten und eine Patenschaft für die Küche übernehmen. "Wie genau das aussehen wird, wird sich zeigen. Aber unsere Mitglieder gehören den unterschiedlichsten Berufsgruppen an. So gibt es vielfältige Möglichkeiten, zu helfen", so Wolf.

Mit Bildern wird Zubereitung Schritt für Schritt erklärt

Der neue Kochplatz hat einen Wert von rund 12 000 Euro, erläutert Petra Dräger vom Küchenstudio Spiegelstraße in Halberstadt. "Es hat mich berührt, dass es an so grundlegenden Dingen fehlt. Das habe ich nicht erwarte - das Außengelände sieht so schön aus", sagt die Geschäftsfrau. Damit dies auch auf den bis dato kargen Küchenraum zutrifft, wählte sie ein passendes Ausstellungsstück aus und senkte den Preis dafür um mehr als drei Viertel auf jene 3600 Euro.

"Die Kinder können diese Zahlen nicht fassen. Sie greifen nach dem kleinen Glück", so Dana Fesecke. Dazu gehöre die Vorfreude, nun selbst kochen zu können. Das erste Gericht, das auf dem neuen Herd zubereitet werden soll, steht schon fest. "Wir werden Spiegeleier braten", verrät die Lehrerin. Jeder einzelne Schritt zum fertigen Gericht wird an einer Tafel mit Bildern dargestellt.