Mit Kernbohrungen und per Endoskopie ist die Qualität des Mauerwerks der Burg Schlanstedt untersucht worden. Fazit: Sie sind stabil. Damit das auch künftig so bleibt, werden Risse, eine Treppe und mürbe Stellen gesichert. Im Frühjahr folgt eine Verankerung des 2. Obergeschosses.

Schlanstedt l Das kennt wohl jeder Hausbesitzer: Der Zahn der Zeit nagt am Eigenheim. Hier blättert Farbe ab, dort muss eine Fuge erneuert werden. Je älter und größer das Objekt ist, desto umfangreicher sind die anfallenden Arbeiten. Diese Erfahrung hat auch Angela Brümmer gemacht. Mit ihrer Familie bewohnt sie seit 2002 die Burg Schlanstedt. Mit dem Einzug haben die Rückbauten und Sanierungen begonnen.

Errichtet wurde das Bauwerk im 11. Jahrhundert. Es hat seit dieser Zeit einige Veränderungen über sich ergehen lassen müssen. Witterung und andere Umwelteinflüsse taten ihr Übriges. Risse durchziehen seit Jahren die Wände, Fensterstürze bröckeln. Mit einem Eimer neuer Farbe ist dies nicht zu übertünchen. Lange wurden keine größeren Sicherungen vorgenommen. "Vor mehreren Jahrzehnten wurde wohl das Dach neu gedeckt, allerdings nichts am Dachstuhl verändert", so die Besitzerin. Man habe in der jüngeren Vergangenheit lediglich die Symptome, nicht aber die Ursachen bekämpft.

"Wir haben deshalb ein baustatisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses wurde ab 2006 erstellt", informiert Angela Brümmer. Fazit des Gutachtens: Weitere Risse und Verformungen gilt es zu vermeiden und schadhafte Stellen müssen gesichert werden. Weiteres Augenmerk liegt auf den Deckenbalkenauflegern. Durch Verschiebungen der Wände im Laufe der Zeit, lagen die Balken an einigen Stellen nicht mehr in den dafür vorgesehenen Öffnungen in den Wänden.

"Welches Ausmaß das alles hat, wurde mir erst 2011 bewusst", gesteht die Inhaberin der Burg. Sie übernahm damals die Burg von ihren Eltern mit dem Ziel, sie künftig weitreichend touristisch zu nutzen.

"Bevor wir jedoch eine Hotellerie einrichten können und dafür Umbauten stattfinden, gilt es, das Gebäude zu sichern", erläutert die 24-Jährige. Eine Gefahr sei von dem Gebäude nicht ausgegangen, dennoch sei es wichtig, die Schäden nicht weiter voranschreiten zu lassen. "Priorität ist das Gebäude zu sichern und zu erhalten", betont Angela Brümmer. Dafür arbeitet sie mit Architekten, Statikern, Handwerkern und Ingenieuren zusammen. "Wir gehen in kleinen Schritten voran: Ein Problem nach dem anderen. Ich glaube, das bringt uns am besten zum Erfolg", sagt die Inhaberin.

Die Treppe zum Burgturm wurde bereits gesichert, ebenso die Fenster und Balkenaufleger kurz vor dem Winter. "Dafür war ein Zimmermann zuständig", informiert Brümmer. Ebenfalls erfolgte bereits eine Analyse des Mauerwerks. Dafür haben Fachleute Kernbohrungen vorgenommen. Die Proben wurden anschließend labortechnisch untersucht. Außerdem wurde eine kleine Kamera für eine Endoskopie in die Bohrlöcher eingeführt. Die Ergebisse der Untersuchung waren positiv. "Man kam zu dem Ergebnis, dass das Mauerwerk selbst stabil ist. Der Verbund zwischen Mörtel und den Steinen ist gut", berichtet Angela Brümmer zufrieden.

Sobald das Wetter besser wird, steht ein nächster Arbeitsschritt auf dem Plan. "Im 2. Obergeschoss soll eine Verankerung eingezogen werden, damit die Wände nicht weiter auseinander driften", informiert die Schlanstedterin. Anträge für weiterführende Arbeiten seien bereits gestellt.