Die Harzer Verkehrsbetriebe haben kräftig in ihren Fuhrpark investiert. Für knapp zwei Millionen Euro wurden im Januar neun Busse gekauft. Für gute Laune im kommunalen Busbetrieb sorgt zudem ein Fördergeldscheck der Wernigeröder Stadtwerke für einen Erdgasbus.

Wernigerode l In den Hausfarben Blau und Weiß rollen die nigelnagelneuen Busse seit Kurzem durch den Harzkreis. Neun solcher Fahrzeuge haben die Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) zu Jahresbeginn gekauft und dafür netto rund 1,8Millionen Euro bezahlt.

Der Fuhrpark des kommunalen Busbetriebes besteht aus 143Fahrzeugen, dieser soll schrittweise erneuert werden. Die Busse der Marke MAN, angeschafft nach einer Ausschreibung, stammen vom Bosporus, im Istanbuler Werk wurden sie gebaut, informiert HVB-Geschäftsführer Bjoern Smith im Volksstimme-Gespräch.

Vier der Neuerwerbungen verkehren im Wernigeröder HVB-Bereich, drei im Quedlinburger, die übrigen beiden in und um Halberstadt. Dort wird ein sogenannter Gelenkbus ausrangiert und durch ein Fahrzeug erstmals mit 15Meter Länge ersetzt. Dieser Bus wird im Schülerverkehr unterwegs sein und im Regionalverkehr.

Mit dieser Verteilung der neuen Busse, so Smith, werde das unterschiedliche Verkehrsaufkommen in den Regionen berücksichtigt, in denen früher eigenständige Kreis-Busbetriebe unterwegs waren, erklärte Smith. Er bezeichnete das Betriebsklima im fusionierten Unternehmen als gut - zum Beweis führte er einen Krankenstand an, der weit unter dem Branchendurchschnitt liege.

Für Landrat und HVB-Aufsichtsratschef Martin Skiebe (parteilos) ist die Modernisierung der Busflotte nicht nur wichtig, um die Reparaturkosten senken zu können. Als stark touristisch geprägter Kreis sei es ebenso wichtig, einen attraktiven öffentlichen Busverkehr mit modernen Fahrzeugen anbieten zu können.

Dabei erhalten die Harzer Verkehrsbetriebe erstmals eine Unterstützung von den Wernigeröder Stadtwerken. Mit 10000Euro, so Geschäftsführer Steffen Meinecke, werde der Kauf eines Erdgasbusses für den Citybusverkehr in Wernigerode gefördert. Für einen zweiten solchen Bus soll es in diesem Jahr noch einmal dieselbe Summe geben, kündigte Meinecke an.

Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos), er ist Aufsichtsratschef der Stadtwerke und ebenso Aufsichtsratsmitglied des kommunalen Busbetriebes, begründete dieses Engagement des rein städtischen Versorgungsunternehmens: "Wir haben lange um diese Fördersumme gerungen, wollen aber damit bewusst ein Zeichen in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit setzen." Gasbusse seien im Vergleich zu Dieselfahrzeugen nicht nur halb so laut, sie würden auch deutlich weniger Stickoxide freisetzen, dadurch die Atmosphäre weniger belasten, erläuterte Gaffert.

Dazu beitragen wird ein zweiter Erdgasbus für die Wernigeröder Citybusflotte, der Ende 2014 gemeinsam mit sechs weiteren Bussen von den Harzer Verkehrsbetrieben gekauft werde, kündigte HVB-Chef Bjoern Smith an.