Halberstadt/Langenstein l Der Kampf um den Erhalt der Grundschule im Halberstädter Ortsteil Langenstein ist endgültig beendet: Sowohl die Kreisverwaltung als auch die Stadtverwaltung Halberstadt haben ihre jeweiligen Klagen gegen das Aus der dörflich geprägten Schule zurückgezogen. Das erklärte der Halberstädter Fachbereichsleiter Dr. Michael Haase auf Anfrage der Volksstimme.

Ein wesentlicher Hintergrund dieser Entscheidung sei der zwischenzeitlich teilweise vollzogene Wechsel der Langensteiner Schüler in die Ströbecker Einrichtung. "Im Vorfeld hatte es massive Kritik gegeben. Mittlerweile ist zu sagen, dass der Wechsel der Erstklässler nach Ströbeck reibungslos über die Bühne gegangen ist und mir keinerlei Klagen oder Kritik bekannt geworden sind", so Haase.

Dieser Wechsel der Langensteiner Erstklässler war gewissermaßen der erste unumgängliche Schritt. Weil im Herbst 2013 die Mindestschülerzahl für eine erste Klasse nicht erreicht worden war, hatte die Stadtverwaltung einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung gestellt. Dieser war von der Landesschulbehörde jedoch abgelehnt worden.

Zwar klagte die Stadt daraufhin beim Verwaltungsgericht. Weil diese Klage aber keine aufschiebende Wirkung hatte, mussten die Langensteiner Abc-Schützen schon im vorigen Herbst in Ströbeck eingeschult werden. Parallel zu dieser Klage hatte auch die Kreisverwaltung gegen die drohende Schulschließung prozessiert. Auch diese ist nach Haases Worten nun vom Tisch.

Neben besagtem problemlosen Wechsel der Erstklässler ins Schachdorf sei die Entwicklung auf der politischen Ebene ein weiterer Grund für den Verzicht auf juristische Mittel. Neben dem Stadtrat Halberstadt hat zwischenzeitlich auch der Kreistag das bevorstehende Aus für die Langensteiner Schule per Beschluss besiegelt. Nach dem Ablauf dieses Schuljahres wechseln die Mädchen und Jungen der jetzigen Klassenstufen zwei und drei ebenfalls in die Dr.-Emanuel-Lasker-Schule im Schachdorf Ströbeck.

"Dass die Langensteiner natürlich nicht erfreut sind über das Ende ihrer Grundschul-Geschichte, kann ich nachvollziehen", sagte Haase. Letztlich führe aber kein Weg an den vom Land vorgeschriebenen neuen Mindestschülerzahlen vorbei. Die dörfliche Schule liege deutlich darunter.

Um so wichtiger sei es nun, eine Nachnutzung für das vor wenigen Jahren aufwändig sanierte Gebäude zu finden. "Es laufen bereits Gespräche. Eine Option ist die Unterbringung der örtlichen Kindereinrichtung. Zudem bietet sich das Haus als Domizil für Bürgermeisterbüro, Jugendklub und Spielmannszug an", nennt Haase denkbare Varianten. Nach den Worten des Ressortchefs gibt es aber auch private Kaufinteressenten.

"Wir werden nun alle möglichen und vernünftigen Nutzungsvarianten auf den Prüfstand stellen, um möglichst bis zum Sommer endgültig Klarheit zu haben. Ein Punkt ist dabei gesetzt: Der Hort ist im Gebäude untergebracht und wird dort auch bleiben."