Mit einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Osterwiecker Ehrenbürger Gerhard Reiche, hat die Stadtratssitzung begonnen. Auch im weiteren Sitzungsverlauf ist es relativ ruhig geblieben.

Stadt Osterwieck l Überraschend zurückhaltend ging es schon bei der ersten Beschlussvorlage am Donnerstagabend zu. Dass die Stelle eines Sozialarbeiters für die Jugendarbeit erhalten werden soll, wurde von den Abgeordneten kommentarlos akzeptiert. Zwei Tage vor dem Stadtrat hatte im Osterwiecker Ortschaftsrat noch Hartmut Janitzky (CDU) die unbeantwortet gebliebene Frage gestellt, woher die Stadt die nötigen 20 000 Euro Eigenmittel für die Stelle nehmen will, da es sich ja um eine freiwillige Aufgabe handele.

Der Sozialarbeiter ist über das Aus- und Weiterbildungszentrum Halberstadt angestellt, dem Träger der Osterwiecker Jugendarbeit. Er hat den Hut auf für elf Jugendclubs in den Orten und leitet auch die sechs Betreuer an, die über die Kommunale Beschäftigungsagentur bezahlt werden.

Freibadvereine bekommen Anschubfinanzierung

Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde der auf drei Jahre befristete Zuschuss der Stadt Osterwieck für die Vereine bestätigt, die ab diesem Sommer die Freibäder in Rohrsheim und Zilly betreiben wollen. Die Stadt kann diese Einrichtungen aus Finanzgründen nicht weiter führen, bleibt aber Eigentümer. Für Hartmut Janitzky ergab sich daraus in der Sitzung die Frage, ob die Stadt Schuldner würde, wenn ein Verein nicht mehr zahlungsfähig sei. Eine klare Antwort blieb aus. Hauptamtsleiter Manfred Riecher erklärte aber, dass die Stadt ihre Verträge zum Beispiel für den Strom gekündigt habe. Diese müssten von den Vereinen neu abgeschlossen werden.

Die Zuschüsse der Vereine werden in den drei Jahren schrittweise abgeschmolzen, ab 2017 gibt es kein Geld mehr von der Stadt.

"Ich ziehe den Hut vor jedem, der sich das traut", sagte Heimo Kirste (Förderverein Dardesheim). Er zweifelte trotzdem etwas. In den Finanzierungskonzepten der Vereine sei ihm aufgefallen, dass die geringer werdenden Zuschüsse durch höhere Eintrittseinnahmen ausgeglichen werden sollen. "Das hieße entweder mehr Besucher oder höhere Eintrittsgelder." "Das ist vereinsintern", reagierte Riecher. Die Stadt begleite den Badbetrieb nur, indem sie Verwendungsnachweise für ihr gezahltes Geld fordere.

Brennholz aus dem Stadtwald wird teurer

Der Brennholzpreis für Selbstwerber im Osterwiecker Stadtwald wird von 15 auf 18 Euro je Raummeter erhöht. "Das Betreuungsforstamt hat die Preise angehoben", erläuterte Wirtschaftsförderer Peter Eisemann. Mit den drei Euro werde der Aufwand für das Erstellen des Aufmaßes durch den Förster draufgeschlagen.

Bebauungspläne für Häuslebauer

Mehrere Bebauungspläne wurden im Stadtrat behandelt. In Berßel betrifft das ein größeres Grundstück östlich der Tankstelle. Es wird zur Wohnbebauung vorbereitet. Der Rat beschloss, einen Bebauungsplan aufzustellen, das Vorhaben ist also noch ganz am Anfang.

Zur weiteren Wohnbebauung am Osterwiecker Birkenweg gab der Stadtrat seine Zustimmung für den Vorentwurf einer Ergänzungssatzung. Es handelt sich hier um die Wiese am Ende des gepflasterten, vom Fichtenweg abzweigenden Straßenabschnitts.

Eine lange Geschichte ist ein Eigenheimbauvorhaben am Osterwiecker Ziegeleiweg. Eineinhalb Jahre dauerte es, um dem Gartenland den Status von Bauland zu geben. Jetzt muss noch die Kreisverwaltung den Bebauungsplan genehmigen, dann können die Häuslebauer loslegen.

Auf dem gleichen Bearbeitungsstand ist auch das neue Wohngebiet am Osterwiecker Fichtenweg. "Die Planung ist schnell zum Abschluss gekommen", stellte Bauamtsleiter Detlef Schönfeld zu diesem Vorhaben fest. Nach der Genehmigung durch die Kreisverwaltung können die Bagger des Erschließungsträgers anrollen.