Mit großer Besucherresonanz ist im Schraube-Museum die erste Sonderausstellung des Jahres gestartet. Kerstin Lassak präsentiert ihre Spiel- und Künstlerpuppen.

Halberstadt l Die Menschen haben schon früh begonnen, Dinge zusammenzutragen, aufzubewahren. "Früher war dies eine Notwendigkeit, heute ist es eine ideelle Beschäftigung, die vom Platz und Geld abhängt", sagte Simone Bliemeister, stellvertretende Leiterin des Städtischen Museums am Sonntag bei der Ausstellungseröffnung in den Räumen des Schraube-Museums. Viele Menschen würden heute systematisch Gegenstände zu einem bestimmten Thema sammeln oder persönliche Erinnerungen gehegt. Es werden oft Geschenke mit Kindheitserinnerungen aufbewahrt. Da falle es meist schwer, etwas auszusortieren.

Die größte Sammlung in der Kreisstadt dürfte das Städtische Museum mit insgesamt rund 130 000 Sammelobjekten in 50 Sachgruppen haben. Dazu gehört das Erbe der Famile Schraube, das in der Voigtei 48 eine eigene, geschlossene Sammlung bildet.

Die Ausstellung mit Künstler- und Spielpuppen von Kerstin Lassak ist bis zum 9. Juni zu sehen. "Sie war bereits vor zwei Jahren mit einer Katzenausstellung im Städtischen Museum zu Gast" erinnerte Simone Bliemeister.

"Damals habe ich mir ein Herz gefasst und bei den Verantwortlichen nachgefragt, ob ich eine private Sammlung öffentlich zeigen kann", berichtete anschließend Kerstin Lassak. In ihrer Familie hätten alle einen "Sammlertick". "In meiner Kindheit habe ich natürlich mit Puppen gespielt", erzählte sie.

Sie konnte später in Polen, später in Moskau einige besondere Exemplare erwerben, die es ihr angetan hatten. So richtig los ging es mit dem Sammeln erst 1990. Von da musste sie sich auf bestimmte Vorlieben konzentrieren.

Die Puppen werden aber nicht im Internet gekauft. "Ich muss die Puppe sehen, wie sie mich anspricht. Ich muss sie vorher anfassen", betonte die leidenschaftliche Sammlerin.

Tochter Xenia half bei der Konzeption zur Ausstellung und beim Aufbau. "Ein Drittel der mitgebrachten Exemplare mussten wir aber wieder mit nach Hause nehmen, um die Schau nicht zu überladen".

In den großen Vitrinen kann man nicht nur die schönsten Exemplare besichtigen, sondern auch einiges über deren Geschichte nachlesen. Vor allem die Künstlerpuppen, von bekannten Puppenmacherinnen meist als Unikate oder in geringer Auflage gefertigt, werden damit deutlich gemacht.

Da zu Puppen meist eine Puppenstube dazu gehörte, gibt es auch dazu einige Beispiele zu sehen. Mit dabei ein gelbes Puppenbett. "Das hat meine Mutter für ein Paar Seidenstrümpfe für mich auf dem Schwarzmarkt eingetauscht", erzählt Kerstin Lassak.

Das ist nur eine von vielen Geschichten, die die Sammlerin am Sonntag, dem 16. Februar, ab 15 Uhr bei Kaffee und Kuchen (für 4,50 Euro) noch ausführlicher erzählen wird. Dazu wird um Voranmeldungen per Telefon (0 39 41) 55 14 74 gebeten.

Schraube-Museum, Voigtei 48, geöffnet dienstags bis sonntags von 13 bis 16 Uhr, montags geschlossen

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