Die Entscheidung fiel einstimmig: Halberstadt wird auch in den nächsten Jahren seinen Beitrag zur Theaterfinanzierung leisten. Vom Streit der Vorjahre ist noch etwas zu spüren bei der Stadtratssitzung.

Halberstadt l Die Hoffnung hat sich erfüllt. Rainer Neugebauer wandte sich vor der Entscheidung an seine Ratskollegen. "Ich hoffe, dass wir einen einstimmigen Beschluss durch den Stadtrat hinkriegen", sagte Neugebauer, Chef der Forum-Fraktion im Rat.

"Es war ein sehr langer Kampf in den vergangenen Jahren", erinnerte der Abgeordnete und nannte als Beispiel die Diskussionen um das Haushaltskonsolidierungskonzept der Stadt. "Das sah vor, ab 2008 nur noch 406 000 Euro ans Theater zu zahlen. Ich bin froh, dass das nicht zustandegekommen ist", so Neugebauer, "trotz der Beschimpfungen, die es damals gab gegen jene, die diesen Kurs nicht mittragen wollten". Dass sich die Haltung der Abgeordneten geändert habe, sei Verdienst einer Reihe von Leuten. Als erstes seien da die Mitarbeiter des Theaters zu nennen, auf deren Rücken der Streit ausgetragen worden ist und die auf viel Geld verzichten, um die Zukunft des Hauses zu sichern. Aber auch die Arbeit des Theaterfördervereins sei in diesem Zusammenhang zu nennen. Die Bürger hätten Druck gemacht gegenüber der Stadt und den anderen Trägern und gegenüber dem Land.

Neugebauer äußerte zudem einen Wunsch: "Ich hoffe, dass der Stadtrat in Zukunft nicht wieder ein Signal entsendet, dem Theater finanziell das Wasser abzugraben."

Frauke Weiß, Chefin der CDU-Fraktion im Rat, gestand, "ganz schön skeptisch" gewesen zu sein. Sie sei aber immer der Meinung gewesen, dass das Theater "mit dieser Summe nie in Gefahr gewesen" sei. Wichtig sei, so Weiß, dass es jetzt einen langfristigen Vertrag gebe, der eine Erhöhung der Gehälter beinhalte. "Wir mussten ja zum Jahresende immer Geld zuschießen als Stadt, ich hoffe dass das damit ein Ende hat."

Weiß sagte, "froh und glücklich zu sein", die Kultureinrichtung erhalten zu können. Ein besonderer Dank gebühre Intendant Johannes Rieger und dem Förderverein.

Zugleich betonte sie, die Bestrebungen ihrer Partei im Kreistag abzulehnen, die den Zweckverband in eine GmbH umwandeln will. "Der Theaterförderverein schießt soviel Geld zu für das Engagement von Gästen und viele andere Dinge, das sollte man nicht aufs Spiel setzen durch eine GmbH-Gründung."

Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) verwies darauf, dass auch künftig im Harztheater Haustarife gelten werden, die Verhandlungen mit den Gewerkschaften stünden vor dem Abschluss. "Wir wollen aber künftig dahin kommen, uns dem Flächentarif wenigstens anzunähern", so Henke. Heißt, die Theaterleute verzichten weiterhin auf einen Teil ihres Einkommens.

Nach der Abstimmung (alle Ja bis auf CDU-Mitglied Markus Gorges, der sich enthielt), berichtete Ratspräsident Volker Bürger (CDU) von der Übergabe der 750 Protestkarten an ihn durch den Vorsitzenden des Theaterfördervereins: "Sie können davon ausgehen, dass das nur ein Drittel des Protestes war, denn hier sind nur die an den Stadtrat gerichteten Karten abgegeben worden", sagte Volker Bürger.

 

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