Der Umbau der Mehrzweckhalle in Groß Quenstedt geht in die Schlussphase. Große Teile der Sanierungsarbeiten sind abgeschlossen, so dass in Kürze mit der Nutzung begonnen werden kann. Über die Baufortschritte informierten sich interessierte Besucher am letzten Sonntag.

GroßQuenstedt l Neben der Vorstellung der fast komplett sanierten Halle in Groß Quenstedt stand für die 27 Mitglieder des Fördervereins am Vormittag die Mitgliederversammlung auf dem Programm. Der Vorsitzende, Rajk Fünfhausen, erinnerte dabei an den Baustart vor fast drei Jahren. Nach ausführlicher Diskussion und Bürgerentscheid wurde der Vorschlag eines Neubaus abgelehnt und der Umbau gestartet. Nach dem Abriss der alten Bühne, dem Fußbodeneinbau und neuen Wänden wurden 2013 unter anderem die alten Heizkörper und Leitungen von Vereinsmitgliedern entfernt und der Schrotterlös von rund 700 Euro der Vereinskasse zugeführt.

"Im November gab es zwei Arbeitseinsätze, bei denen der Trockenbau realisiert wurde, so dass die Halle mit Einschränkungen nutzbar gemacht werden konnte", berichtete Fünfhausen. Zuerst nutzten die örtlichen Kleintierzüchter die Ausstellungsmöglichkeiten, dann hielten die Senioren ihre Weihnachtsfeier hier ab. Zu den jüngsten Ergebnissen gehört der Einbau von 14 Fensterbänken, was von Dietmar Schmolmann finanziell und durch Arbeitsleistungen unterstützt wurde. Nach den Fräsarbeiten haben die Frauen tüchtig geholfen, die Halle zu reinigen.

Kassenwart Jean-Marc Schier informierte, dass im Jahr 2013 insgesamt 4290 Euro als Spenden und Mitgliedsbeiträge eingenommen worden seien - 3300 Euro gingen auf das Gemeindekonto für den Eigenanteil der Fördermittel. Dazu kamen noch verschiedene Sachspenden an Baumaterial. "Dahinter steckt viel Kraft der Vereinsmitglieder. Ohne die Unterstützung von Harzsparkasse, der Harslebener Agrargenossenschaft und der Landmilch GbR hätten wir das nicht geschafft", betonte der Vereinsvorsitzende.

So ist bereits das Dach der Halle auf der Westseite erneuert, alle Außenwände sind gut isoliert und die neue Heizung vorbereitet. Das Haus erhält neben der konventionellen Heizung eine Luftheizung. In den nächsten Tagen stehen die Arbeiten im völlig neuen Sanitärtrakt vor der Fertigstellung. Ein neuer Haupteingang wurde gebaut und der Hintereingang erhält in Kürze ein schützendes Glasdach.

"Es war schon ein Gewaltakt, die nötigen Eigenanteile für die 124000 Euro EU-Mittel nachzuweisen."

Rajk Fünfhausen, Vorsitzender des Fördervereins

Das Auftragsvolumen, das durch die Vergabe von Fördermitteln aus dem EU-Leader-Programm ermöglicht wurde, umfasst rund 195000 Euro. "Es war schon ein Gewaltakt, die nötigen Eigenanteile für die 124000 Euro EU-Mittel nachzuweisen", hob Rajk Fünfhausen hervor. Er hat einmal zusammengerechnet: Seit 2011 haben Mitglieder und Nichtmitglieder rund 1640 unentgeltliche Arbeitsstunden in der Mehrzweckhalle absolviert und damit Eigenleistungen von mindestens 14000 Euro realisiert. "Echte" Handwerker hätten sicher die drei- bis vierfache Summe in Rechnung stellen müssen. Von einem erfolgreichen Sponsorengespräch bei dem Netzbetreiber Avacon berichtete Vorstandmitglied Harald Brockelt: "Wir können für rund 1600 Euro neue Umkleidebänke für die Garderoben erhalten". Ob im Rahmen des Gemeindehaushaltes Mittel zur Verfügung gestellt werden können, müsse geprüft werden. Auf jeden Fall sei man auf weitere Unterstützung durch Sponsoren angewiesen, um die Restarbeiten erledigen zu können. "Dabei handelt es sich um Arbeiten am Fußboden, dem Dach auf der Ostseite der Halle und der Fassade", erläuterte Brockelt. "Unterstützer, die uns dabei helfen wollen, sind natürlich jederzeit gern gesehen."

Da kam ein Briefumschlag des Groß Quenstedters Karl Witte gerade recht. Er beteiligt sich mit 100 Euro an den Maßnahmen. "Das Haus dürfte wegen der zahlreichen sportlichen Vereinsaktivitäten und sonstigen dörflichen Veranstaltungen auch künftig gut genutzt werden", schätzte Harald Brockelt abschließend ein.

Weitere Informationen sowie die Spendenkonten sind im Internet unter www. mzh-grq.de zu finden.