Hochwasser an Saale und Elbe. Für die Mitarbeiter des THW Ortsverbandes Halberstadt bedeutet das Hilfe zu leisten. Sie sind seit einigen Tagen mit ihrer modernen Pumpentechnik im Einsatz.

Halberstadt. Tauwetter und Niederschläge haben vielerorts die Hochwassersituation zugespitzt. Auch die Wasserstände von Bode, Ilse und Holtemme sind gestiegen. Aktuell führte die Holtemme am Messpunkt Mahndorf 71 Zentimeter, die Bode bei Wegeleben 1,81 Meter und die Ilse bei Hoppenstedt 94 Zentimeter. Tendenz: sinkend.

Bislang gab es aber keine Probleme an den hiesigen Flüssen. Für die Mitarbeiter des Ortsverbandes Halberstadt des Technischen Hilfswerks (THW) sind dies trotzdem keine ruhigen Tage. Wie schon so oft in den vergangenen Jahren, haben die Halberstädter trotzdem einen Einsatzbefehl erhalten. Ihr Können und die moderne Technik sind an anderen Brennpunkten des Hochwassergeschehens in Sachsen-Anhalt gefragt.

Am Donnerstag der vergangenen Woche wurde es für die Halberstädter ernst. "Wir mussten am 16. Januar ausrücken und sind an vier Stellen im Einsatz. Zwei im Bereich Bernburg und zwei bei Calbe, jeweils an der Saale", berichtete gestern Thomas Moritz, Ortsbeauftragter des THW Halberstadt. In Bernburg, seit Tagen ein Schwerpunkt, wurde auf Anforderung der Stadt durch den Ortsverband Halberstadt eine Flyt-Elektropumpe, deren Förderkapazität bei 12 000 Litern pro Minute liegt, an der Zufahrtsstraße installiert und dem Ortsverband Bernburg zum Betrieb übergeben. Eine weitere Hochleistungspumpe aus Halberstadt (12 000 l/min) kam in einem Schöpfwerk bei Trapitz (Calbe) auf Anforderung des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) zum Einsatz und wird vor Ort durch die Kameraden des Ortsverbandes Calbe betrieben.

"Wir danken den freiwilligen Helfern und deren Arbeitgebern."

Seit Sonnabend 6 Uhr hat sich das Einsatzgebiet der Halberstädter erweitert. "Im Bereich Wedlitz läuft auf Anforderung der Stadt Nienburg die Pumpe Hannibal (5000 l/min), um aus einem Grabensystem Wasser über eine Wegstrecke von etwa 500 Metern wieder in die Saale zu befördern. Dadurch soll der Zugang zum Deich aufrechterhalten werden", so Moritz. Im Bereich Gottesgnaden (Calbe/Saale) werden Elektropumpen eingesetzt.

Derzeit ist der Ortsverband Halberstadt mit acht Helfern im Einsatz, die Auf- und Abbaumaßnahmen werden von Kameraden der örtlichen Feuerwehren unterstützt. Thomas Moritz rechnet angesichts "dramatisch sinkender Pegel" damit, dass die Halberstädter spätestens am kommenden Wochenende ihren Hochwassereinsatz beenden können. "Wir danken den freiwilligen Helfern und deren Arbeitgebern, die diesen notwendigen Einsatz im Hochwassergebiet mit der Freistellung ihrer Mitarbeiter unterstützen", sagt Thomas Moritz.