Pflegeeltern geben in Halberstadt zahlreichen Kindern unterschiedlichsten Alters ein Heim und Geborgenheit. Der Verein der Pflege- und Adoptiv-eltern, der 1996 gegründet worden ist, hat in der Stadt 80 Mitglieder.

Halberstadt l Beratung und Unterstützung bietet seit 1996 der Verein der Pflege- und Adoptiveltern Halberstadt an. "Im Landkreis Harz werden insgesamt rund 300 Kinder in Pflegefamilien betreut", berichtet Vereinsvorsitzende Kathrin Kube. Man stehe in enger Verbindung mit den gleichartigen Vereinen in Quedlinburg und Wernigerode.

"Schließlich kommen bei den Kindern mit der Zeit Fragen, warum sie zwei Mamas haben."

Vereinsvorsitzende Kathrin Kube

Der Halberstädter Verein hat rund 80 Mitglieder. "Wir treffen uns mit den betroffenen Familien und Bewerbern zum Erfahrungsaustausch am Stammtisch, organisieren gemeinsame Fahrten, Spiele oder Tierparkbesuche". Angeboten werden Seminare und andere Weiterbildungsmöglichkeiten. "Die steigende Zahl von betroffenen Kindern zeigt, dass unsere Arbeit große Bedeutung hat", betont Kathrin Kube.

Sie kümmert sich schwerpunktmäßig um Pflegeeltern und Jana Hartmann um den Bereich Adoption. "Wichtig ist für uns der Austausch untereinander, wie sich betreuende Eltern verhalten sollen", sagt Jana Hartmann. "Schließlich kommen bei den Kindern mit der Zeit unter anderem Fragen, warum sie zwei Mamas haben". Die Kinder, die teilweise traumatisiert seien, sollen beim Spielen miteinander auch feststellen, dass sie mit dem Problem nicht allein sind.

Die Pflegefamilien geben den Kindern unterschiedlichsten Alters ein Heim, Geborgenheit, Trost und Liebe. "Wir brauchen aber eine stärkere Lobby für unsere Kinder und suchen Sponsoren, die unsere Freizeitaktivitäten und Weiterbildungsprojekte mit Experten unterstützen", ergänzt Gründungsmitglied Vinzenz-Nico Ermrich. "Die Zusammenarbeit mit dem Kreis-Jugendamt läuft hervorragend".

Auch die Beratung von Adoptiv- und Pflegeelternbewerbern muss organisiert werden. Die Probleme im sozialen Bereich nehmen offensichtlich zu und so sucht der Verein immer neue Unterstützer und Eltern, die sich solch eine Aufgabe vorstellen können.

Mit Freude haben die Vereinsmitglieder kürzlich zur Kenntnis genommen, dass der Erlös der Profiboxgala am 5. April im Freizeit- und Sportzentrum Halberstadt (FSZ) ihnen zugute kommen soll. Deshalb nutzten einige die Möglichkeit, den Organisator und Trainer der Respect-Kampfsportschule Halberstadt, Toni Thes, kennenzulernen. Er lud die Kinder zu einer Trainingsstunde ins gerade eröffnete Studio in der Gröperstraße ein und erklärte die Bedeutung regelmäßiger sportlicher Übungen. So wurde es ein erlebnisreicher Nachmittag. Jetzt sind alle gespannt, wie viel Zuschauer die Veranstaltung im FSZ anlockt.