Schachdorf Ströbeck (je) l Mit einem Vortrag über den estnischen Großmeister Paul Keres hat die Leiterin des Schachmuseums Ströbeck, Kathrin Baltzer, den dritten Teil der Sonderausstellung "Schachlegenden" in Ströbeck eröffnet. Die Ausstellungsreihe widmet sich seit dem 8. September 2013 drei Schachmeistern, die zu Ikonen ihrer Nationen geworden sind - Emanuel Lasker (Deutschland), Max Euwe (Niederlande) und nun Paul Keres (7.01.1916 - 5.06.1975), heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus Halberstadt.

Der Großmeister wurde in der kurzen Blütezeit der unabhängigen estnischen Republik (1918-1939) zur Identifikationsfigur seines Landes und auch während der sowjetischen Besatzung blieb er ein Vorbild. Er hatte nie den Weltmeistertitel erringen können, aber er spielte in seiner 40-jährigen Schachkarriere stets an der Weltspitze mit und war einer der stärksten Schachspieler des 20. Jahrhunderts. Durch seine Leistungen im Schach breitete sich auch das Schachinteresse in Estland aus und wurde zum Volksspiel. Zudem war Paul Keres ein hervorragender Analytiker und Theoretiker sowie Autor vorn über 40 Büchern zur Theorie und Methodik des Schachs.

Paul Keres wurde sowohl in Estland als auch im Ausland hoch geschätzt. Sein Porträt zierte den estnischen fünf Kronenschein und noch heute finden Keres Gedenkturniere in Estland und Kanada statt. Kein anderer Schachspieler ist bis heute zu solchen Ehren gekommen.

Die Paul-Keres-Ausstellung wird bis zum 30. April im Schachmuseum zu sehen sein. Neben Ausstellungsstücken und Informationen zum Leben von Paul Keres gibt es an einem Spieltisch die Möglichkeit, Gewinnpartien von Paul Keres gegen die neun Schachweltmeister seiner Zeit (von Capablanca bis Fischer) nachzuspielen.