Die Autobahnpolizei hat in Quedlinburg Quartier bezogen. Der Grund dafür ist die autobahngleiche Bundesstraße 6n im Harzkreis mit ihren besonderen Anforderungen.

Quedlinburg. Die an der vierspurigen Bundesstraße 6 stationierten Autobahnspezialisten der Polizei sind zum 1. Dezember rund 50 Kilometer gen Westen gezogen, von Bernburg nach Quedlinburg.

Der bevorstehende Anschluss der "Nordharz-Autobahn" an die Halle und Magdeburg verbindende A 14 ist ein Grund dafür, erläuterte Klaus-Peter Knobloch vom Innenministerium auf Nachfrage der Volksstimme. Bislang hätten die Beamten der Polizeireviere "Bundesautobahnen/Spezialisierte Verkehrsüberwachung" ausschließlich auf Autobahnen ihren Dienst versehen.

Mit dem Umzug nach Quedlinburg stelle sich die Polizei laut Knobloch "auf die veränderten Rahmenbedingungen ein". Die Verkehrsdichte und deren Zusammensetzung (zunehmend mehr Schwerlasttransporte) auf der B 6 ähnelten immer mehr den Autobahnverhältnissen. "Mit diesem Schritt sorgt die Polizei dafür, dass ihre Spezialisten jetzt auch im Harzkreis ihre besonderen Aufgaben erfüllen können", erklärte der Ministeriumssprecher.

Verkehr auf B 6n immer mehr wie Autobahn

Die Quedlinburger Beamten sind für den Teilabschnitt der A 14 (zwischen den Abfahrten Bernburg und Plötzkau, in jeder Fahrtrichtung auf 25 Kilometern) und für B 6 zwischen der Landesgrenze zu Niedersachsen bei Abbenrode und Bernburg (86 Kilometer) zuständig. Das Revierkommissariat gehört zum Autobahn-Polizeirevier "Börde" an der A 2 bei Hohenwarsleben, Dienstellenleiter im Harz – wie zuvor in Bernburg auch – ist Maik von Hoff.

Innerhalb der Polizeidirektion Nord gibt es vier sogenannte Lkw-Kontrollgruppen mit insgesamt 40 Polizisten. Diese Verkehrsüberwachungsspezialisten haben ihren Sitz in der Altmark, in der Börde für Kontrollen auf der A 2 sowie in und um Magdeburg und seit Ende 2010 nun auch in Quedlinburg.

Am kommenden Donnerstag wird Innenminister Holger Hövelmann (SPD) der neuen Polizei-Dienststelle im Harzkreis einen ersten Besuch abstatten. Vorab hieß es bereits, sowohl die personelle als auch die technische Ausstattung seien auch im Falle der Quedlinburger Autobahnpolizei "nichts Statisches". Ministeriumssprecher Klaus-Peter Knobloch bekräftigte: "Jetzt muss die Polizei Erfahrungen sammeln. Sofern Veränderungen notwendig werden – ob bei der Zahl der Beamten oder der Einsatztechnik – wird darüber sicher zu gegebener Zeit diskutiert werden müssen."