Blankenburg l Der Gift-Alarm in einer Blankenburger Garage ist auch nach zwei Wochen noch immer nicht aufgeklärt. Behörden wie Polizei und Staatsanwaltschaft warten auf weitere Untersuchungsergebnisse, um endgültige Aussagen zur Todesursache eines Blankenburgers geben zu können.

Am 19. Februar war ein 72-jähriger Mann bewusstlos neben seinem Auto gefunden worden. Notarzt und Rettungssanitäter hatten vergeblich versucht, den Mann wiederzubeleben. Er verstarb schließlich in dem Garagenkomplex im Wohngebiet "Regenstein".

Tage später ist dort noch immer ein stechender Geruch wahrzunehmen. Ein "Duft"-Stoff, das dem Erdgas beigemengte THT, soll die Quelle dafür sein. Allerdings gilt diese Chemikalie als nur "leicht giftig". Und genau das sorgt bei den Ermittlern bis heute für Fragezeichen. Nicht nur viele Blankenburger wollen endlich wissen: Ist dieser Gestank gefährlich, und woran genau ist der Mann gestorben?

"Der Mann ist zweifelsfrei an einer Vergiftung gestorben. Ob es sich dabei um eine Selbsttötung handelt, ist unklar", sagte Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck am Montag der Volksstimme. Die Halberstädter Polizei hatte anfangs erklärt, der Mann habe sich selbst getötet. Weder der Tatort noch die Untersuchung durch Rechtsmediziner hätten Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der Tote durch einen Dritten vergiftet worden ist, erklärte Roggenbuck. Jedoch sei noch immer unklar, auf welche Art und Weise welche giftigen Stoffe in seinen Körper gelangt seien, sagte der Oberstaatsanwalt. Er warte auf die Analyse der Gewebeproben, die in dieser Woche, spätestens in der kommenden Woche vorliegen soll. In Blankenburg kursierende Gerüchte, wonach der früher als Chemielehrer tätige Tote schwer erkrankt gewesen sei, was für einen Selbstmord sprechen könnte, wollten die Behörden nicht kommentieren.

Vielmehr setzten sie auf die Auswertung weiterer Luft- und Bodenproben, die das Technische Hilfswerk am Freitagnachmittag in der Garage genommen hat. Nach Untersuchungen im Labor des Berliner Landeskriminalamts hieß es gestern, die Luftprobe weise keine Auffälligkeiten auf, die Bodenprobe werde noch überprüft. Nach dem ominösen Giftalarm werden noch immer Proben auch in Laboren in Leipzig und beim Institut für Brand- und Katastrophenschutz in Heyrothsberge ausgewertet. Es heißt, es soll ein chemischer Stoff gefunden worden sein, der sich zur Herstellung synthetischer Drogen eigne. Dafür gibt es keine offizielle Bestätigung.

Intern beklagen sich zivile Helfer über das Agieren der Bundeswehr. Der vollständige Untersuchungsbericht der Chemie-Aufklärer bleibt nicht öffentlich. Eine zivile, der Volksstimme vorliegende Version enthält weder eine Übersicht der gefundenen Chemikalien noch deren Konzentration. Es heißt darin lediglich, "dass keine sehr giftigen Stoffe vorhanden sind". Daraufhin war eine großflächige Sperrung in dem betroffenen Garagenkomplex aufgehoben worden. Bedeutet das Entwarnung in Blankenburg? Vielleicht: Dem Rechtmediziner empfehlen die Bundeswehr-Spezialisten: "Eine Autopsie ist gefahrlos möglich - mit angelegter ABC-Schutzmaske."