Kräftige Farbe, wohlige Wärme und endlich ein richtig großes Bad für die Kleinsten - der Krippenbereich der Kindertagesstätte "Regenbogen" in Halberstadt ist einladend. Unerwartet konnte Ende 2013 saniert werden. Geld vom Bund machte es möglich.

Halberstadt l Mit großen Augen schauen die Knirpse auf die vielen Erwachsenen, die ihr Bad erobern. Riesen aus ihrer Perspektive. Aber beim Lied vom fehlenden Handtuch machen einige doch unbeeindruckt mit, andere kommen aus dem Staunen nicht heraus. Die Erwachsenen schmunzeln, schließlich sind die meisten Sänger nicht mal zwei Jahre alt und alle Windelträger.

Die Mädchen und Jungen haben ihren wohlig-warmen Gruppenraum verlassen und das großzügige Bad mit Wickeltischen, kleiner Wasch- ecke und Dusche als Bühne erkoren. Hier gibt es ebenso wie im farbenfrohen Krippenraum eine Fußbodenheizung. "Das ist besonders angenehm, weil wir im Winter immer Kneipp-Anwendungen mit den Kindern machen", sagt Ute Harbke.

Die Leiterin der Kindertagesstätte "Regenbogen" ist hörbar stolz, dass die Sanierung so gut gelaufen ist. Gerechnet hatte sie kaum noch damit. Da aber der für Halberstadt eingeplante Anteil an Mitteln aus dem Bundesprogramm zum Ausbau von Kindereinrichtungen nicht ganz ausgeschöpft wurde, konnte für 165 000 Euro die Krippensanierung im Haus am Weingarten starten. 34 000 Euro davon steuerte die Stadt als Eigenanteil bei.

Kurzfristig mussten Planungsbüro und Baufirmen gefunden werden, die Fußböden sanierten, Heizungen umbauten, Wände herausrissen, Türen zumauerten, Leitungen installierten, Zäune setzten und schließlich malerten und fliesten. Bis Ende November musste alles fertig sein, denn das Geld musste noch fristgerecht abgerechnet werden. "Zu Beginn hatten wir Angst, dass das nicht zu schaffen ist", sagte Ute Harbke. "Aber als die ersten Wände weg und der Fußboden aufgerissen war, war uns klar, das muss jetzt vorangehen."

Bei den Arbeitern bedankte sich die Regenbogen-Chefin ganz besonders, als jetzt mit großem Bahnhof die sanierte Krippe eingeweiht wurde: "Die Handwerker mussten viel Rücksicht auf uns nehmen, schließlich müssen die Kleinen mittags schlafen. Aber sie haben ihre Arbeitsabläufe entsprechend geplant. Außerdem sind sie toll auf unsere Kinder eingegangen und haben ihre vielen Fragen immer geduldig beantwortet."

Die Einrichtungsleiterin zeigte den Gästen stolz die sanierten Räume, bevor im Bad der Krippe das Programm der Kinder begann, das die anderen Gruppen dann in der Diele fortsetzten. Jede Gruppe der Einrichtung stellte sich mit einem Lied, Gedicht oder einem kurzen Tanz vor.

66 Betreuungsplätze bietet die im Stadtzentrum gelegene Tagesstätte, davon 15 Plätze für Krippenkinder und 51 im Kindergartenbereich. Betreut werden hier nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund, die an die Sprachförderung durch die Erzieherinnen besondere Anforderungen stellen, sondern auch Kinder mit Handicaps. Für diese integrativen Angebote gebe es jeweils Einzelerlaubnisse, berichtete Ute Harbke. Zudem sei eine Mitarbeiterin ausgebildete Heilerzieherin.

Ute Harbke ist auch froh, dass es ein kleiner Zaun ermöglicht, den Krippenkindern einen separaten Bereich auf dem großzügigen Außengelände zuzuweisen. "Den Großen kann man schon sagen, dass sie nach heftigem Regenwetter nicht auf den Matschberg sollen, bei den Kleinsten ist das schwierig." Nun haben sie bei Bedarf einen eigenen kleinen Hof, der in den nächsten Tagen noch weiter gestaltet werden soll.