Berßel/Zilly l Ausgediente Reifen, benutzte Plastiktüten, Folien, die Strohballen vor der Witterung geschützt haben, und verknäultes Garn. "Vermutlich war es ein Landwirt", sagt Joachim Klaus. Der Geschäftsführer der Osterwiecker Firma Landboden blickt erneut auf einen Schuttberg, der illegal vor einem Silos seines Unternehmens auf einem Feldweg zwischen Zilly und Berßel abgelegt wurde.

Erst vor einer Woche hatten die Landboden-Mitarbeiter Müll von dem Grundstück entsorgt. "Vor zwei Tagen wollte ein Mitarbeiter die Feldbestände kontrollieren und entdeckte das hier", berichtet der Osterwiecker verärgert und deutet auf den Haufen. "Das ist jetzt schon das fünfte oder sechste Mal in den vergangenen zwei Jahren."

Beim ersten Mal und im aktuellen Fall erstatte Joachim Klaus Anzeige bei der Polizei und informierte das Ordnungsamt in Osterwieck. "Aber sie konnten mir nicht wirklich helfen", berichtet der 57-Jährige resigniert. "Die Eigentümer von privaten Grundstücken sind gesetzlich verpflichtet, den Müll selbst zu entsorgen", erläutert Ordnungsamtschef Rüdiger Brandt auf Nachfrage der Volksstimme. Bei öffentlichen Flächen habe der Landkreis für die Entsorgung aufzukommen.

Illegale Müllentsorgungen würden immer häufiger gemeldet, berichtet Brandt und ergänzt: "Es ist schwierig dagegen vorzugehen. Man hat nur Handhabe, wenn die Täter auf frischer Tat ertappt werden oder sich Zeugen melden."

Dies bestätigt auch das Revier in Osterwieck. "Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit", informiert ein Beamter, nachdem ein Kollege den Schutthaufen untersucht und dokumentiert hatte. Eine Straftat läge vor, wären umweltschädliche Gegenstände abgelegt worden. "Sollten die Täter durch Zeugen ermittelt werden können, drohen ihnen dennoch hohe Geldstrafen", betont der Polizeisprecher. Er appelliert: "Die Gelder, die Land und Unternehmer für die Entsorgung dieser Müllhaufen aufwenden müssen, wären als Spenden oder Förderungen in Vereinen und für die Pflege von Grünanlagen der Stadt besser aufgehoben, das sollten Täter sich vor Augen führen."

Joachim Klaus setzt hingegen mehr auf Abschreckung als auf die Vernunft der Müll-entsorger. "Wer sachdienliche Hinweise geben kann, erhält von uns eine Belohnung über 200 Euro", berichtet der Geschäftsführer. Er hoffe, durch diesen Anreiz die Täter überführen zu können. Eine andere Lösung fiele ihm nicht mehr ein. Ein permanenter Wachdienst sei für die Kontrolle eines Hühnertrockenkot-Silos zu teuer. "Ich fahre schon oftmals die Strecke entlang, um zu kontrollieren - aber scheinbar immer zur falschen Zeit", berichtet Klaus. Jäger und anliegende Landwirte seien sensibilisiert, das Grundstück zu beobachten.

Wer Hinweise zu der Müll-entsorgung am Silo zwischen Berßel und Zilly geben kann, wird gebeten sich an Telefon (039421)74058 oder die Polizei zu wenden.