Wenn der Kaffee nicht schmeckt, beginnt der Tag unerfreulich. Das Kaffeewasser war allerdings nicht das Hauptproblem der Einwohner der Gemeinde Huy. Sie hatten mit handfesteren Sorgen wie kaputten Haushaltsgeräten oder völlig verkalkten Wasserleitungen wegen des extrem harten Wassers zu kämpfen. Das soll nun Geschichte sein. Darauf hat die Gemeinde lange gewartet: Der Hahn für weiches Wasser ist ab sofort geöffnet.

Gemeinde Huy l An der Trinkwasserdruckerhöhungsstation in Schwanebeck herrscht Andrang. Bekannte Gesichter aus der Gemeinde Huy sind dabei, wie die Ortsbürgermeister Irene Markworth, Klaus Moethefindt und Klaus Schmidt. Es ist ein wichtiger Tag für die Gemeinde Huy, denn die Misere mit dem viel zu hartem Wasser nimmt nun ein baldiges Ende. Der erste Bauabschnitt der neuen Trinkwasserversorgung im Nord-Huy von Schwanebeck bis Haus-Nienburg wird eingeweiht. Damit haben Schlanstedt, Eilenstedt und Eilsdorf ab sofort weiches Wasser direkt aus dem Wasserhahn.

Aeikens: Verbände müssen über Zusammenlegung nachdenken

Der Landesminister für Landwirtschaft und Umwelt, Hermann Onko Aeikens (CDU), ist eigens aus Magdeburg angereist, um bei diesem besonderen Ereignis dabei zu sein. Schließlich habe die Landesregierung mit 2,9 Millionen Euro 70 Prozent der Gesamtkosten des Bauvorhabens von 4,4 Millionen Euro übernommen, erinnert er in seinem Grußwort.

Er sehe das Geld gut angelegt. Im Hinblick auf die Kosten für die Einwohner appelliert Aeikens an die Verantwortlichen, die derzeit vorhandenen Strukturen der einzelnen Verbände zu überdenken und in Bewegung zu bleiben. Ziel müsse eine weitere Verschlankung mit Fusionen sein, um die Kosten zu senken. Zugleich lobt Aeikens die Entwicklung im Huy und dankt allen an diesem Bauabschnitt beteiligten Firmen.

Extreme Wasserhärte und ein geschichtsträchtiger Tag

Carl Haffke, Geschäftsführer des Trink- und Abwasserzweckverbandes Huy-Fallstein (WAZ) bezeichnet in seiner Rede diesen Tag gar als geschichtsträchtig und blickt noch einmal zurück auf die Wasserprobleme im Huy. Wegen der Härte von 38 Grad konnten einem buchstäblich "die Haare zu Berge stehen", beschreibt er recht anschaulich. Ab sofort weise das neue Wasser, das zur einen Hälfte aus der Rappbode-Talsperre und zur anderen aus dem Wasserwerk in den Halberstädter Klusbergen, das zur Trinkwasserversorgung Magdeburg gehört, komme, mit 13,4 Grad eine hervorragende Qualität auf.

Die Planung für dieses Projekt beschäftigte die Verantwortlichen seit über 20 Jahren. Bereits 1992 begann mit der Erarbeitung einer Studie das Zeitalter eines Trinkwassergeneralplans für den damaligen Landkreis Halberstadt. Das gesamte Vorhaben für den Huy-Bereich gliedert sich in insgesamt vier Bauabschnitte, die alle noch in diesem Jahr realisiert werden sollen. Der Probebetrieb sei ohne Komplikationen angelaufen.

Ein schöner Tag für die Gemeinde Huy

Der Bürgermeister der Gemeinde Huy, Thomas Krüger (CDU), spricht schließlich aus, was alle an diesem Morgen denken: "Es ist ein schöner Tag für die Gemeinde Huy." Krüger erinnert sich. "Als ich mich vor fünf Jahren als Bürgermeister für die Gemeinde Huy zur Wahl stellte, war die sehr schlechte Wasserqualität ein wichtiges Thema. Viele Bürger hatten mich deswegen angesprochen und mir die Lösung des Wasserproblems mit auf den Weg gegeben." Das Wasser mit 38 Grad deutscher Härte sei eine Zumutung und ein Killer für alle technischen Geräte im Haushalt gewesen. Waschmaschinen, Gasthermen und Durchlauferhitzer hatten eine vergleichsweise geringe Lebensdauer. "Viele Hausbesitzer haben sich nicht anders zu helfen gewusst, als selbst zu investieren und eine eigene Entkalkungsanlage installiert, erinnert Krüger.

Noch in diesem Jahr sollen alle Huy-Ortsteile versorgt sein

"Ich freue mich, dass diese unendliche Geschichte nun so ein erfreuliches Ende nimmt, sagt der Bürgermeister. WAZ-Geschäftsführer Carl Haffke habe zugesichert, dass auch die restlichen drei Bauabschnitte zügig realisiert würden. "Wir sind optimistisch und gehen davon aus, dass sich bis Mitte des Jahres alle Ortsteile der Gemeinde Huy über weiches Wasser freuen können", blickt Thomas Krüger optimistisch in die Zukunft. Die baulichen Voraussetzungen würden derzeit in Dingelstedt, Badersleben, Anderbeck, Huy-Neinstedt und Wilhelmshall geschaffen.

In den Ortsteilen Aderstedt und Pabstorf genießen die Einwohner bereits seit längerem eine bessere Wasserqualität dank der Versorgung mit weichen Trinkwasser aus dem Einzugsbereich der Colbitz-Letzlinger-Heide.

   

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