Schachdorf Ströbeck l Sollte das überdimensionale Schachbrett auf dem Ströbecker Dorfplatz mit einer flexiblen Überdachung nachgerüstet werden, um besser auf Schlechtwettersituationen vorbereitet zu sein? Diese Frage ist Dreh- und Angelpunkt eines Vorstoßes, mit dem Ortschaftsrat Udo Odenbach seine Amtskollegen überrascht hat. Was nach Vision klingt, will der CDU-Kommunalpolitiker in der heutigen Sitzung des Ortschaftsrates sowohl Amtskollegen als auch interessierten Gästen im Detail vorstellen.

Es gehe ihm keineswegs darum, den zentralen Platz zum Schachspiel komplett und dauerhaft zu überdachen. Derartige Informationen, die bislang als Gerücht die Runde machen, seien nicht korrekt, stellt der 58-jährige Ströbecker Gastwirt klar. Ihm schwebe vor, den Platz mit speziellen Fundamentelementen so zu ergänzen, dass die schätzungsweise acht mal acht Meter große Schachbrettfläche bei Bedarf mit einer Überdachung versehen werden kann.

Das Ziel liegt für Odenbach auf der Hand: "Wir hatten in der Vergangenheit immer wieder das Problem, dass Großfeldturniere oder Veranstaltungen des Lebendschach-Ensembles wegen schlechten Wetters kurzfristig ausfallen mussten oder die Aktiven am Ende völlig durchnässt waren. Wenn wir hier etwas witterungsunabhängiger wären, käme das vielen Veranstaltungen entgegen", schlussfolgert Udo Odenbach.

Seine Idee, die er heute Abend im Ortschaftsrat näher vorstellen will, fußt auf dem Traversen-System, wie es bei Konzerten verwendet wird. "Wir reden von Trass-Elementen aus Aluminium, die beim Bühnenaufbau genutzt werden", so Odenbach zur Volksstimme. Vier Tragelemente sowie Quertraversen würden in Ströbeck bereits ausreichen. Mit Spezialplanen versehen, könnte man damit sowohl Regen als auch übermäßiger Sonneneinstrahlung trotzen.

Entscheidender Aspekt, der aus Odenbachs Sicht für eine solche Lösung spricht: Im Schachplatz würden unterirdische Betonfundamente eingebaut. "Die Trass-Elemente werden darauf aufgestellt und einfach mit Ösen verankert. Das System", weiß Gastwirt Odenbach aus der Erfahrung von Großveranstaltungen, "ist sehr flexibel und steht in anderthalb Stunden".

Bei seinem Vorstoß hatte Udo Odenbach in erster Linie den Ströbecker Antrag um Aufnahme auf die Liste des immateriellen Unesco-Welterbes im Blick. Die Ströbecker sind hiermit allerdings auf Landesebene gescheitert. "Hätte das geklappt, hätten wir hier vielleicht auf Fördermittel hoffen können." Nun müsse man die Idee wohl erstmal zurückstellen, sagt Odenbach. "Sie gänzlich zu den Akten zu legen, fände ich aber falsch, wir sollten zumindest ernsthaft darüber reden." Auch über die finanziellen Dimensionen. Hier rechnet Odenbach mit gut 18 000 Euro.

Der Ortschaftsrat tagt heute Abend ab 18.30 Uhr öffentlich im Museumssaal.